Eröffnung der politischen Gespräche beim Forum Alpbach

Van der Bellen warnt in Alpbach vor Ende der Menschheit

Sonntag, 25. August 2019 | 08:33 Uhr

Mit drastischen Worten hat Bundespräsident Alexander Van der Bellen am Samstag bei der Eröffnung der Politischen Gespräche des Forum Alpbach vor einem Scheitern der Pariser Klimaziele gewarnt. Würden diese nicht eingehalten, würde es im schlimmsten Fall keine Menschheit mehr geben. Hoffnung setzt Van der Bellen in die Jugend und in die EU.

Nach Ansicht des Bundespräsidenten, der gemeinsam mit Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein und der Präsidentin der UNO-Generalversammlung, Maria Fernanda Espinosa Garces, den größten Teil der Anreise per Zug unternommen hatte, ist die Klimakrise auch zunehmend Bedrohung für Freiheit und Sicherheit. Wassermangel könne beispielsweise zu Konflikten führen.

Die Klimakrise sei kein neues Phänomen, habe jedoch eine Dynamik bekommen, die die Menschen nun auch real spürten, betonte das Staatsoberhaupt mit Verweis auf extreme Wetterphänomene. Zuhören empfahl Van der Bellen in Bezug auf Greta Thunberg. Das wäre vernünftiger als einen Flug der jungen Klimaaktivistin zu kritisieren. Gelobt wurde vom Staatsoberhaupt die “Fridays for Future”-Bewegung, deren Handeln von enormer Wichtigkeit sei und der er ausdrücklich dankte.

Die Europäische Union sendet unter der neuen Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen für den Bundespräsidenten die richtigen Signale, indem ein klimaneutrales Europa angepeilt werde. Überhaupt gab es erneut ein Bekenntnis Van der Bellens zur EU, die in den eigenen Grenzen zu wenig geschätzt werde: “Außereuropäer haben mehr Respekt und Verständnis für unser Modell als wir selbst. Von außen gesehen ist das, wo wir da leben, ein Paradies.”

Espinosa Garces betonte, wie dringlich eine Erhöhung der Anstrengungen zur Erreichung der Klimaziele sei. Dies sei essenziell für die Menschheit. Immerhin gebe es nach Expertenansicht nur noch elf Jahre Zeit, um den Temperaturanstieg zu limitieren. Folgerichtig brauche es nun Leadership und Handeln: “Die Welt steht im wahrsten Sinne des Wortes in Flammen”, so die frühere ecuadorianische Außenministerin auch mit Blick auf die Regenwald-Brände in Brasilien. Ferner warb sie für eine Wirtschaft, die die steigenden sozialen Ungleichheiten wieder zurückführe. Auch nationale Interessen seien am besten im Multilateralismus zu verwirklichen, unterstrich die UNO-Repräsentantin.

Bierlein stellte das heurige Kongress-Schwerpunktthema “Freiheit und Sicherheit” in den Mittelpunkt ihrer Rede und warnte dabei vor überschießenden Überwachungsmaßnahmen: “Unsere hoch entwickelten Grundrechtsstandards dürfen nicht in Frage gestellt werden.” Der Staat habe die Sicherheit der Bevölkerung, ebenso aber die Freiheitsrechte zu schützen.

Die Kanzlerin betonte auch die Bedeutung des Rechtsstaats als wichtigste Bedingung für Stabilität und Frieden: “Wir akzeptieren Gesetze, die von einer Mehrheit im Parlament beschlossen werden. Wir akzeptieren europäische Regeln, auch wenn wir als Mitgliedsstaat nicht mit jeder Regel einverstanden sind.” Sie wolle auch in keinem Land leben, in dem die Unabhängigkeit der Justiz zur bloßen Floskel verkomme.

Demokratie sei fragil, Grundrechte nicht selbstverständlich, unterstrich die Bundeskanzlerin. Daher müssten vor allem junge Menschen aufgeklärt werden, was “Freiheit, Sicherheit und Demokratie in ihrer Interdependenz bedeuten und dass es sich lohnt, dafür aufzustehen, wie es zum Teil gottlob passiert”. Nur wenn politische Beteiligung und Zugehörigkeitsgefühl gefördert würden, könnten radikale Ränder isoliert werden.

Im Lauf der bis Dienstag dauernden Politischen Gespräche sind Veranstaltungen zu einer breiten Themenpalette geplant – etwa zum Klimawandel, der militärischen Zusammenarbeit in der EU, zu Extremismus und Desinformation, aber auch zum Emissionshandel und zum Brexit. Unter den Diskutanten und Vortragenden finden sich der Generalsekretär der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), Thomas Greminger, der Direktor der EU-Grundrechteagentur (FRA), Michael O’Flaherty, der ehemalige UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon, der bayrische Innenminister Joachim Herrmann sowie mehrere österreichische Minister wie Außenminister Alexander Schallenberg, Verteidigungsminister Thomas Starlinger und Landwirtschafts – und Umweltministerin Maria Patek.

Von: apa

Kommentare

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14 Kommentare auf "Van der Bellen warnt in Alpbach vor Ende der Menschheit"


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aristoteles
aristoteles
Universalgelehrter
23 Tage 3 h

wenn der mensch die welt zerstört ist es besser er stirbt aus

Diamant21
Diamant21
Grünschnabel
23 Tage 49 Min

………der geschundene ausgebeutete Planet Erde wird diese für sie unnütze Gattung Mensch ausrotten. Wir leben GEGEN die Natur, anstatt MIT IHR.

Sag mal
Sag mal
Kinig
22 Tage 21 h

arist….bevor der Mensch ausstirbt ist vorher Alles verschwunden.

xXx
xXx
Superredner
22 Tage 17 h

@Sag mal keine Sorge, die Welt hat schon viel schlimmere Katastrophen überstanden, deshalb kann ich auch nur müde lächeln wenn jemand davon spricht, dass wir die Welt retten müssen.

Wir können uns retten oder eben nicht.

Die Welt bräucht ein paar Jahrhunderte oder auch Jahrtausende und all unsere Spuren wären wieder verschwunden.

Guri
Guri
Superredner
23 Tage 1 h

wir sind Maden in einem Kadaver , der Kadaver ist das Erdöl , geht das langsam aus sind kriege vorprogrammiert , es sind zuviele unserer Art auf dem Planeten , jedoch die Natur findet einen Weg sich selbst zu Regulieren , das kann bedeuten das wir irgend wann Aussterben werden , für die Natur sind wir nur eine Spezies die außer den Ruder gelaufen ist , in einem Zeitraum die im Sonnensystem ein Wimpernschlag bedeutet

StreetBob
StreetBob
Tratscher
23 Tage 3 h

Inser Planet braucht die Menschheit nit…. ear drshnt sich a ohne sie…. do braucht koan Politiker drauf aufmerksom zu mochn, um daß ear NO bekonnter weart….🤣😂

pusteblume
pusteblume
Grünschnabel
22 Tage 21 h

Endlich a mol uaner, der die jugendlichen fir ihr Engagement donkt… Die oltn tian jo olle gleich weiter…

anonymous
anonymous
Universalgelehrter
23 Tage 2 h

Es wird so kommen

ausischmeiser
ausischmeiser
Tratscher
23 Tage 26 Min

dr tiroler mocht die wirtschoft hin (platter kombatschr ).

raunzer
raunzer
Superredner
22 Tage 18 h

Wenn man sich die Worthülsen der Politiker auf dieser Schnarch Veranstaltung über die letzten Jahre so angehört hat, dann ist die Menschheit wirklich in Gefahr.

herbstscheich
herbstscheich
Superredner
22 Tage 18 h

warum nicht gleich “Klartext” .. dieses Ende haben doch (auch) die Grünen mit der Einführung der Abtreibung selbst begonnen . .

PuggaNagga
PuggaNagga
Universalgelehrter
22 Tage 13 h

Wenn alle Stricke reissen dann wird der Planet sich wehren und unsere Nachfolger werden aussterben!
Der Gedanke ist für uns schlimm, der Planet verkraftet das aber und schüttelt uns einfach ab!
Nach Jahrtausenden sind wir Geschichte und all unsere Spuren sind beseitigt und womöglich gibt es eine neue Spezies! Mensch 2.0, vielleicht ist der schlauer.
Irgendwann würde der Mensch und alles Leben auf der Erde sowieso aufhören zu existieren da die Sonne irgendwann „ausgebrannt“ ist, vorher aber extrem heiss verbrennt! Alles Leben wird dann vernichtet.
Das dauert aber noch einige Milliarden Jahre!
Alles ist endlich…

Savonarola
22 Tage 13 h

also der Westen ist ganz sicher seinem restlosen Untergang geweiht.

Septimus
Septimus
Superredner
22 Tage 4 h

Erschaffen-Überleben-Zerstören bzw.sterben…dies ist der Zyklus des Universums…ob mit oder ohne Klimaschutz…auch dieser Planet wird eines Tages in ein ödes Wüstenstadium zurückfallen….nichts ist für die Ewigkeit..jedes Lebewesen unterliegt diesen Gesetzen.Was soll diese Panikmache von V.d.B….???

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