Gespräch mit Mattarella bezüglich Begnadigung

Van der Bellen will sich in Rom für Ex-Südtirol-Aktivisten einsetzen

Mittwoch, 17. April 2019 | 09:20 Uhr

Bundespräsident Alexander Van der Bellen will sich bei seinem italienischen Amtskollegen Sergio Mattarella für eine Begnadigung der ehemaligen Südtirol-Aktivisten einsetzen. Der Bundespräsident werde bei nächster Gelegenheit das Gespräch mit Mattarella suchen, berichtete die “Tiroler Tageszeitung” in ihrer Mittwochsausgabe.

Der Bundespräsident bezeichnete das Schicksal der verbliebenen Südtirol-Aktivisten als eine wichtige Frage, “die Italien und Österreich auch nach fünfzig Jahren nach wie vor beschäftigt”. “Darüber hinaus ist es mir auch ein zutiefst persönliches Anliegen”, ließ Van der Bellen laut “TT” dem Südtirol-Ausschuss im Parlament, der erst vor kurzem ein Schreiben an den Bundespräsidenten in dieser Angelegenheit gerichtete hatte, wissen.

Der Südtirol-Ausschuss hatte an Van der Bellen appelliert, dass dieser bei nächster Gelegenheit mit Mattarella bezüglich einer Amnestie der Südtirol-Aktivisten in Kontakt treten solle. “Wir wären Ihnen sehr verbunden, wenn Sie sich für eine Amnestie der noch lebenden Südtiroler Freiheitskämpfer einsetzten”, hatte es in dem Schreiben von Ausschuss-Vorsitzendem ÖVP-Abg. Hermann Gahr und seinen Stellvertretern Hermann Krist (SPÖ) und Werner Neubauer (FPÖ) geheißen.

Ende des Vorjahres hatten die Kinder des Südtirol-Aktivisten Heinrich Oberleitner ein Gnadengesuch an Mattarella gerichtet. Der 77-Jährige, der im deutschen Gössenheim lebt, gehörte zur Gruppe der “Pusterer Buam”, die für Anschläge in den 1960er-Jahren in Südtirol verantwortlich waren. Die Staatsanwaltschaft Brescia stimmte dem Gnadengesuch zu, die Entscheidung liegt jetzt beim Staatspräsidenten.

Wegen der Anschläge in der Feuernacht 1961, bei der rund 40 Strommasten gesprengt worden waren, und weiterer Attentate erhielten der heute 77-jährige Oberleiter und andere “Pusterer Buam” langjährige Haftstrafen. Oberleiter wurde ein Mord an einem Carabiniere vorgeworfen. Deswegen konnte der nach Österreich geflohene Oberleiter nicht mehr nach Südtirol einreisen.

STF: “Mattarella soll Freiheitskämpfer heimkehren lassen!”

Die Landtagsabgeordneten der Süd-Tiroler Freiheit, Myriam Atz Tammerle und Sven Knoll, bedanken sich bei Bundespräsident Van der Bellen. “Auch dem Südtirol-Unterausschuss im österreichischen Parlament sei gedankt, welcher unlängst einen diesbezüglichen Appell an Van der Bellen gerichtet hatte.”

Nun liege es an Mattarella. Atz Tammerle und Knoll hoffen, dass der italienische Staatspräsident vernünftig und menschlich handelt und einen Schlussstrich zieht. „Denn nach mehr als 50 Jahren ist es höchste Zeit, dass die verbliebenen Freiheitskämpfer wieder in ihre Heimat zurückkehren dürfen, zumal ihnen Taten vorgeworfen wurden, die sie nie begangen haben“, rufen die Landtagsabgeordneten der Süd-Tiroler Freiheit erneut in Erinnerung.

Von: apa

Bezirk: Bozen

Kommentare
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aristoteles
aristoteles
Universalgelehrter
4 Monate 5 Tage

ein grüner?

ivo815
ivo815
Kinig
4 Monate 5 Tage

ein grüner

ivo815
ivo815
Kinig
4 Monate 5 Tage

Ich liebe euch auch 😂😜

falschauer
falschauer
Universalgelehrter
4 Monate 5 Tage

grün, schwarz, rot oder blau es ist begrüßenswert dass jemand versucht etwas zu bewegen

typisch
typisch
Kinig
4 Monate 5 Tage

@ivo815
Du schaffst das

Gagarella
Gagarella
Universalgelehrter
4 Monate 5 Tage

I ch Glaube nicht, dass Italien über seinen Schatten springen kann. Leider hassen sie noch immer alles Deutsche hier.

Calimero
Calimero
Superredner
4 Monate 5 Tage

@ Gagarella

Die Italiener hassen und bewundern alles Deutsche im gleichen Maße.
Die Schlacht im Teutoburger Wald war der Wendepunkt.

tim rossi
tim rossi
Tratscher
4 Monate 5 Tage

@Calimero lol

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