Für Maduro stecken Opposition und USA hinter den Stromausfällen

Venezuelas Staatschef Maduro entlässt Energieminister

Dienstag, 02. April 2019 | 05:34 Uhr

Angesichts massiver Stromausfälle hat Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro seinen Energieminister Luis Motta Domínguez entlassen. Zum Nachfolger ernannte der Präsident am Montag den Ingenieur Igor Gavidia León. Dieser verfüge über “25 Jahre Erfahrung”, sagte Maduro im Staatsfernsehen. Gavidia wird auch die Leitung des staatlichen Stromkonzerns Corporación Eléctrica Nacional (Corpoelec) übernehmen.

Der Ingenieur war unter anderem Chef des früheren Energieunternehmens Electrificación del Caroní (Edelca), das für die Stromgewinnung in der südlichen Region Guayana verantwortlich war. Dort befindet sich auch das Wasserkraftwerk Guri, das 80 Prozent des Stroms für das südamerikanische Land liefert.

In Venezuela ist es seit Anfang März wiederholt zu massiven Stromausfällen gekommen, die weite Teile des Krisenstaates lahmlegten. Maduro führt die Stromausfälle auf “Sabotage” der Opposition und der USA zurück und spricht von “terroristischen Attacken”. Experten und die Opposition machen dagegen fehlende Investitionen in die Infrastruktur, Missmanagement und Korruption für die Probleme verantwortlich.

Am Sonntag kündigte Maduro angesichts der Schwierigkeiten Stromrationierungen für 30 Tage an. Die Regierung hat zudem eine Verkürzung der Arbeitstage angeordnet. Diese sollen vorübergehend um 14.00 Uhr enden. Venezuela steckt seit Monaten in einer schweren wirtschaftlichen und politischen Krise.

Der venezolanische Oppositionschef Juan Guaidó rief zu weiteren Protesten gegen die Strom- und Wasserknappheit auf. “Wir werden protestieren, wir werden Forderungen stellen und wir werden auf die Straßen von Venezuela gehen, weil es unser Recht ist”, sagte der selbst ernannte Interimspräsident am Montag auf einer Kundgebung.

Das Oberste Gericht Venezuelas forderte indes die Aufhebung von Guaidós parlamentarischer Immunität. Dies beantragte das Gericht am Montag bei der Verfassungsgebenden Versammlung, in der ausschließlich Anhänger Maduros sitzen. Das ebenfalls als Maduro-treu geltende Oberste Gericht wirft Guaidó vor, im Februar trotz einer Ausreisesperre das Land verlassen und eine Reihe südamerikanischer Länder besucht zu haben.

Gegen den selbst ernannten Übergangspräsidenten des südamerikanischen Krisenstaates laufen Ermittlungen wegen des Vorwurfs, die Macht widerrechtlich an sich gerissen zu haben. Rund 50 Staaten erkennen den 35-Jährigen inzwischen an, darunter Deutschland, die USA und eine Reihe südamerikanischer Länder.

Von: APA/ag.