Die Stadt wird kontinuierlich unter Beschuss genommen

Verbliebene Jihadisten in letzter Bastion unter Beschuss

Mittwoch, 13. März 2019 | 13:50 Uhr

Von ihrer letzten Bastion in Syrien haben die verbliebenen Kämpfer der Jihadistenmiliz “Islamischer Staat” (IS) am Mittwoch noch einmal einen Angriff gestartet. Nachdem sich am Vortag erneut tausende Jihadisten ergeben hatten, griff die IS-Miliz im Morgengrauen unter dem Schutz eines Sandsturms die Belagerer mit Selbstmordattentätern an.

Während schwarzer Rauch über dem Dorf Baghouz hing, waren heftige Explosionen zu hören. “Die letzten Stunden der IS-Miliz haben begonnen”, sagte Jiaker Amed von den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF), die das Dorf an der irakischen Grenze seit Monaten belagern. Bei ihrem Angriff hätten die Jihadisten viele Selbstmordattentäter eingesetzt. “Es könnte ihr letzter Angriff gewesen sein”, sagte der SDF-Vertreter.

Die Kämpfer des kurdisch-arabischen Milizbündnisses feuerten mit Mörsern und Artillerie auf ein Zeltlager, in dem sich die letzten Jihadisten am Ufer des Euphrat verschanzt haben. Es ist alles, was vom “Kalifat” der Jihadisten in Syrien und dem Irak geblieben ist. Die SDF wollen mit dem Beschuss die verbliebenen Kämpfer und ihre Angehörigen zur Aufgabe zwingen.

Am Dienstag hatten erneut tausende Jihadisten kapituliert. Der SDF-Sprecher Mustefa Bali sagte, 3.000 IS-Mitglieder hätten sich seit Montag ergeben. Seit dem Beginn der Belagerung im Dezember verließen nach Angaben der “Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte” bereits rund 60.000 Menschen die letzte IS-Bastion. Jeder Zehnte war demnach ein IS-Kämpfer.

Die SDF-Einheiten setzten ihre Angriffe wiederholt aus, um den IS-Kämpfern und Zivilisten den Abzug zu ermöglichen, doch am Sonntag nahmen sie die Offensive wieder auf. Unterstützt wurden sie dabei von Luftangriffen der US-geführten Anti-IS-Koalition. “Die Schlacht dauert an, und die letzte Stunde rückt näher”, erklärte der SDF-Sprecher Bali im Kurzmitteilungsdienst Twitter.

Von: APA/ag.