Es gibt nicht genügend Beweise für eine Anklage

Verdächtiger Nordkoreaner nach Tod von Kim Jong-nam frei

Freitag, 03. März 2017 | 10:29 Uhr

Nach dem mutmaßlichen Giftanschlag auf den Halbbruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un ist der einzige festgenommene Nordkoreaner aus dem Gewahrsam freigelassen worden. Der 47-jährige verließ am Freitag begleitet von Sicherheitskräften die Polizeistation in Sepang südlich der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur, wo er zwei Wochen lang festgehalten worden war.

Umliegende Straßen wurden abgesperrt, das Fahrzeug mit dem Mann an Bord wurde von einem Konvoi begleitet. Der malaysische Generalstaatsanwalt Mohamed Apandi Ali hatte am Donnerstag erklärt, dass der Mann freikomme, weil es nicht genügend Beweise für eine Anklage gebe.

Der Nordkoreaner war im Zusammenhang mit dem Tod von Kims Halbbruder Kim Jong-nam am Flughafen von Kuala Lumpur festgenommen worden. Kim Jong-nam war Mitte Februar von zwei jungen Frauen angegriffen worden und starb wenig später. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Frauen ihn mit dem Nervengift VX töteten. Südkorea verdächtigt Nordkorea, hinter dem Attentat auf den bei der Führung in Ungnade gefallenen Kim Jong-nam zu stecken. Pjöngjang bestreitet das.

Gegen einen weiteren 37-jährigen Nordkoreaner wurde in Malaysia ein Haftbefehl erlassen. Der Angestellte der nordkoreanischen Fluglinie Air Koryo soll an dem Anschlag Mitte Februar beteiligt gewesen sein, wie die malaysische Nachrichtenagentur Bernama am Freitag berichtete. Nach ihm wird bereits seit mehr als zwei Wochen gefahndet.

Insgesamt werden aktuell noch sieben Nordkoreaner gesucht. Zwei von ihnen sollen sich noch in Malaysia aufhalten, darunter ein Diplomat. Zwei Frauen aus Vietnam und Indonesien sitzen dort wegen Mordverdachts bereits in Untersuchungshaft. Bei einer Verurteilung droht ihnen die Todesstrafe. Vermutet wird, dass Nordkorea hinter dem Anschlag steckt.

Von: APA/ag.