Auf dieser Bank wurden vater und Tochter Skripal entdeckt

Vergiftete Tochter von Ex-Spion Skripal aus Klinik entlassen

Dienstag, 10. April 2018 | 13:40 Uhr

Mehr als einen Monat nach dem Nervengift-Anschlag auf den früheren russischen Doppelagenten Sergej Skripal ist dessen ebenfalls verletzte Tochter Julia aus dem Krankenhaus entlassen worden. Beide Patienten hätten sehr gut auf die Behandlung angesprochen, sagte die Ärztliche Direktorin des Krankenhauses im Salisbury, Christine Blanshard, am Dienstag. Skripals Vater erhole sich aber langsamer.

“Wir hoffen, dass er zu gegebener Zeit das Krankenhaus verlassen kann”, sagte Blanshard über den 66-Jährigen. Julia Skripal wurde Medienberichten zufolge schon am Montagabend entlassen und an einen “sicheren Ort” gebracht.

Beide waren Anfang März bewusstlos auf einer Parkbank in der englischen Stadt aufgefunden worden. Der Anschlag hat zu massiven Spannungen zwischen Russland sowie Großbritannien und Ländern des Westens geführt. Großbritannien vermutet Russland hinter dem Anschlag. Die Regierung in Moskau weist dies zurück.

Auch Julia Skripals Vater mache gute Fortschritte, sagte Blanshard. Vergangene Woche hatte Julia Skripal mitgeteilt, ihr gehe es täglich besser und ihr Vater sei nicht mehr in einem kritischen Zustand. Laut dem Spital wurden beide mit mehreren Medikamenten behandelt. Toxikologen schließen chronische Schäden oder Spätfolgen, etwa an den Organen, nicht aus.

Zunächst sei es darum gegangen, Atmung und Kreislauf der Patienten zu stabilisieren, sagte Blanshard. Dies sei “mit einer Vielzahl unterschiedlicher Medikamente” erfolgt. Zusätzlich seien “spezielle Entgiftungstechniken” zum Einsatz gekommen um sicherzustellen, dass keine Rückstände des Gifts in den Körpern zurückblieben.

Der frühere Oberst beim russischen Militärgeheimdienst (GRU) Skripal lebt in Großbritannien. Er wurde 2004 in Russland verhaftet, weil er die Namen Dutzender Agenten an britische Dienste verraten hatte. Die russische Justiz verurteilte ihn zu 13 Jahren Lagerhaft. Im Jahr 2010 kam er im Zuge eines Agentenaustauschs frei.

Die russische Botschaft in London beglückwünschte Julia Skripal zur ihrer Genesung. “Wir brauchen aber dringend einen Beweis, dass das, was mit ihr gemacht wird, auch ihrem freien Willen entspricht.”

Die britische Zeitung “Times” hatte am Sonntag berichtet, dass die Opfer künftig mit neuer Identität in den USA leben könnten, um weiteren Mordversuchen zu entgehen. Angeblich soll der britische Auslandsgeheimdienst MI6 mit der CIA darüber schon gesprochen haben.

Von: APA/dpa/ag.