LH Kompatscher mahnte zu "Dialog statt Kampfabstimmung"

Verkehrsantrag spaltete Gemüter bei “Tiroler” Dreierlandtag

Freitag, 22. Oktober 2021 | 15:20 Uhr

In Alpbach ist am Freitag der “Dreierlandtag” mit Abgeordneten aus Tirol, Südtirol und dem Trentino mit einer emotionalen Verkehrsdebatte zu Ende gegangen. Grund war ein Antrag zur “einheitlichen und gemeinsamen Verkehrspolitik” einer Trentiner Abgeordneten. Denn dieser mahnte die Berücksichtigung wirtschaftlicher Interessen ein, und forderte eine “technische Analyse” geltender (Nacht-)Fahrverbote. Die Mandatarin zog den Antrag schließlich zurück, es kam zu keiner Abstimmung.

Nachdem ein Großteil der insgesamt 20 Anträge zu den Themen Gesundheit, Kunst und Kultur, Gesellschaft und Tourismus im Dreierlandtag einstimmig beschlossen wurde, ließ der letzte Antrag die Wogen im Congress Centrum Alpbach noch einmal hochgehen. Die Frage des Pkw- und Lkw-Verkehrs solle “mit Vernunft und im Einvernehmen” angegangen werden, um zu vermeiden, dass “einseitig getroffene Entscheidungen eines Landesteils die anderen Landesteile sowohl in ökologischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht belasten”, hieß es darin. Weiters gelte es, “gemeinsam zu überlegen, für welche Fahrzeugtypen bestimmte Verbote eingeführt werden sollten”. Die Auswirkungen von Nachtfahrverboten sei einer “technischen Analyse” zu unterziehen.

Diesem Antrag könne man nicht zustimmen, hieß es von Seiten der Tiroler Abgeordneten. “Wir werden von diesen Einschränkungen alle gemeinsam keinen Millimeter abrücken – im Gegenteil, wir werden sie noch verschärfen”, gab sich etwa auch die Klubobfrau der oppositionellen Tiroler Liste Fritz, LAbg. Andrea Haselwanter-Schneider, kämpferisch. Bei diesem Thema stehe man “zu 100 Prozent zusammen”.

LAbg. Ugo Rossi (Gruppo Misto), der von 2013 bis 2018 Trentiner Landeshauptmann war, mahnte zum Zusammenhalt und schlug vor “die Tiroler arbeiten zu lassen”. Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) zeigte sich “solidarisch” für die zuletzt verschärften Tiroler Maßnahmen zur Eindämmung des Transitverkehrs und erinnerte: “Die Euregio hat die Blockabfertigungen immer unterstützt”.

Trotz “unterschiedlicher Interessenlagen” herrschte Einigkeit unter den Rednern darüber, dass es eine “gemeinsame Verkehrspolitik” brauche. Mit Fahrverboten allein werde man die aktuellen Probleme jedoch nicht lösen können, betonte Kompatscher, es brauche endlich “Kostenwahrheit”. Auch die Frage des Dieselprivilegs müsse “endlich angegangen werden”. Anstelle von “Kampfabstimmungen” brauche es “Dialog”, betonte der Landeshauptmann.

Die Trentiner Erstantragsstellerin LAbg. Vanessa Masé (La Civica) zog den Antrag schließlich zurück und betonte, dass sie es beabsichtigt habe, eine Diskussion zu diesem kontroversen Thema anzustoßen. Keineswegs habe sie die Mandatarinnen und Mandatare spalten wollen. Sie wolle aber nicht, dass das schwierige Thema Verkehr ein “Tabuthema” werde, so Masé.

“Die lebendige Debatte am Schluss hat nicht geschadet”, befand die Tiroler Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann (ÖVP) bei der anschließenden Pressekonferenz. Im Vorfeld sei über eine Abänderung des Antrags diskutiert worden. “Man kann nicht nur über Dinge reden, die ohnehin schon abgesegnet sind”, stimmte der Trentiner Landtagspräsident Walter Kaswalder zu. Alle hätten “neue Erkenntnisse” gewonnen, meinte er. Auch Rita Mattei, die Südtiroler Landtagspräsidentin, verwies auf die Notwendigkeit, “bei unbequemen Themen aufeinander zuzugehen”.

Der Themenblock “Verkehr” umfasste am Freitag drei Anträge. Einer Initiative zur Reduzierung des Motorlärms in der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino gaben die 106 Abgeordneten statt. Hier wurde etwa die Prüfung des Straßenlärms mittels Überkopfwegweisern, lärmmindernde Fahrbahnbelege und eine Sensibilisierungskampagne diskutiert. Ebenso zeigten sich die Volksvertreter willig, gemeinsam Methoden zu entwickeln, um “Landschaft als Lebensgrundlage langfristig zu sichern”.

Von: apa

Bezirk: Bozen

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

13 Kommentare auf "Verkehrsantrag spaltete Gemüter bei “Tiroler” Dreierlandtag"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
was bin ich
was bin ich
Grünschnabel
1 Monat 7 Tage

…und danach gings sicher zum leckeren Schmauß mit einigen tausenden € mehr in den Hosensäcken für dieses Gequatsche. Einfach nur lächerlich dieser 3er. Unnützer gehts nicht mehr.

bon jour
bon jour
Universalgelehrter
1 Monat 7 Tage

Die Euregio gibt es nur auf dem Papier.

Doolin
Doolin
Universalgelehrter
1 Monat 7 Tage

…das hat man spätestens dann gesehen, wie sie ganz kalt den Brenner zugetan haben…net amoll innerhalb so einer Europaregion kann man sich frei bewegen…
😆

Opa1950
Opa1950
Tratscher
1 Monat 7 Tage

Kompaktscher hat sicher kein Interesse den Verkehr zu minimieren.Das Land verdient mit dem Verkehr auf der Autobahn viele Millionen Euro im Jahr.

So ist das
1 Monat 7 Tage

Aber gross von Klimazielen und Nachhaltigkeit reden 😂😂😂

Norbi
Norbi
Universalgelehrter
1 Monat 7 Tage

Hab den ganzen Tam Tam gar nicht gelesen denn nach der zweiten Zeile versteht man dass wenn der da draußen “Sitz und Platz” sagt wird das gemacht. Dass wir Südtiroler Wipptaler darunter leiden ist den da draußen doch sch… egal. Und wehe du fährst ein KMH zu schnell. Es gebe schon noch viel zu schreiben bringt nichts. Also weiter so in die Knie und sich …………………..

Scarface
Scarface
Grünschnabel
1 Monat 6 Tage

Einer von etlichen nutzlosen und teuren Debattierclubs. Blabla vom Feinsten vorgebracht von großteils komplett Ahnungslosen.

thomas
thomas
Universalgelehrter
1 Monat 7 Tage

es braucht ein Tag-&Nachtfahrverbot!

OrB
OrB
Universalgelehrter
1 Monat 6 Tage

Dieses Geld kann man sich sparen.

Zugspitze947
1 Monat 7 Tage

Haha: Lärm reduziert man auch indem rigoros Terrorlärm auf der Strasse bekämpft wird indem man die Fahrzeuge beschlagnahmt ! 👌😢😡

Blitz
Blitz
Universalgelehrter
1 Monat 7 Tage

War ein genussvoller Nachmittag .

Hopp
Hopp
Grünschnabel
1 Monat 6 Tage

Wichtig ist wieder einmal sich gut bezahlen lassen und gut essen und die eigentlichen Probleme auf Seite schieben…
Der größte Problem wird kaum angesprochen und es wird nicht einmal versucht eine Lösung zu finden…
Die neuen LKW könnten durchaus in der Nacht fahren um weniger Verkehr zu provozieren, denn Sie sind nicht viel lauter als so manche Autos…
Leider in der Politik muss man sich nicht bemühen etwas zu leisten..Der Lohn kommt trotzdem und mit ordentlichen Zulagen!!!

Guri
Guri
Superredner
1 Monat 6 Tage

die Leute Polit Profis haben wenig Ahnung ,.was fakt ist das das Wiptal extrem leidet ,du kannst das Wochenende nirgens hin fahren , um das kleinste zu nennen . die Autobahn hat nichtmal Öl Abscheider , es läuft teilweise der reine Öl Film den eEisack runter . lieber baut man Pracht Beuten und zeigt was man hat ,zb. Blesy Brenner.. hinter der Fassade weiß man nie wann die Brücke über Gossensas runter kommt “.

wpDiscuz