Kunasek sucht Knowhow-Austausch mit den USA

Verteidigungsminister Kunasek traf US-Kollegen im Pentagon

Donnerstag, 11. April 2019 | 05:42 Uhr

Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) ist am Mittwochnachmittag (Ortszeit) im Pentagon bei Washington mit seinem amerikanischen Amtskollegen Patrick M. Shanahan zusammengetroffen. Im Mittelpunkt des einstündigen Gesprächs standen laut Kunaseks Sprecher Gerold Fraidl Kooperationen im Ausbildungsbereich zwischen dem Bundesheer und der US-Armee.

So ist den Angaben zufolge geplant, dass US-Marines auf eigenen Wunsche künftig Know-how des Bundesheeres bei einer Alpinausbildung in Österreich bzw. in Form von Unterweisungen in den USA erwerben. Circa zwölf Marines sollen davon profitieren. Ferner wollen die US-Nationalgarde und das Bundesheer in Sachen Grenzschutz voneinander lernen. Dies fließe so rasch wie möglich in den bestehenden Assistenzeinsatz ein, sagte Fraidl.

Außerdem sollen in Zukunft rund ein bis fünf österreichische Unteroffiziere ein Auslandssemester an einer einschlägigen Akademie in El Paso (Texas) verbringen können. Umgekehrt steht US-Unteroffizieren ein Austausch mit der Heeresunteroffiziersakademie in Enns, die Unteroffiziere aus- und weiterbildet, offen. Die Kooperation bei der Aus- und Fortbildung auf Offiziersebene werde auf die US-Navy Academy erweitert, hieß es.

Die Kooperation der Heeresgeheimdienste beider Länder – auf österreichischer Seite Abwehr und Heeresnachrichtenamt – war laut dem Sprecher “mit keiner Silbe ein Thema” zwischen Kunasek und Shanahan, wie Fraidl auf die Frage der APA betonte. Die Kooperation funktioniere “sehr gut”. Rund um die BVT-Affäre waren Zweifel aufgekommen, ob die internationale Zusammenarbeit mit dem nicht-militärischen Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung weiterhin gut funktioniere. BVT und Innenministerium haben bestritten, dass die Kooperation eingeschränkt sei.

Am Donnerstag setzt Kunasek seine mehrtägige USA-Reise im UNO-Hauptquartier in New York fort. Dabei geht es um die aktuellen internationalen Friedenseinsätze mit Beteiligung des Bundesheeres. Für das Peace Keeping auf dem Balkan nahm Kunasek jedenfalls das Lob seines US-Amtskollegen entgegen. Shanahan habe diesbezüglich die wichtige Rolle Österreichs in der und für die Region hervorgehoben, sagte Fraidl. Zur Stabilisierung des Friedens und Aufrechterhaltung der Sicherung stellt Österreich derzeit 337 Soldaten in Bosnien-Herzegowina bei der europäischen Mission EUFOR-Althea sowie 428 bei der NATO-geführten KFOR-Truppe im Kosovo.

Von: apa

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