Ermittler untersuchten in Schutzanzügen das Autowrack

Vier Festnahmen nach Autobombenanschlag in Nordirland

Montag, 21. Januar 2019 | 17:37 Uhr

Nach dem Autobombenanschlag in der nordirischen Stadt Derry (Londonderry) sind vier Verdächtige festgenommen worden. Wie die nordirische Polizei mitteilte, wurden zwei Männer am Sonntagvormittag festgenommen, die beiden anderen am Abend. Die Ermittler vermuten, dass eine Splittergruppe der irisch-republikanischen Untergrundorganisation IRA, die sogenannte New IRA, für die Tat verantwortlich ist.

Die britische Premierministerin Theresa May versicherte indes, im Streit über den Brexit nicht das Friedensabkommen für Nordirland zu gefährden. Mit Blick auf den Autobomben-Anschlag sagte May vor dem britischen Parlament: “Dieses Haus steht zusammen mit den Menschen in Nordirland in der Überzeugung, niemals zur Gewalt und Terror der Vergangenheit zurückzukehren.”

Nach Berichten über ein entführtes Fahrzeug hat die Polizei in Nordirland am Montag eine Sicherheitswarnung ausgegeben. Die Warnung gelte für einen Straßenabschnitt “in Derry/Londonderry nach einem Bericht, wonach drei maskierte Männer einen Lieferwagen entführten und ein Objekt in den hinteren Bereich des Fahrzeugs warfen, bevor sie dieses stehenließen”, schrieb die Polizei am Montag auf Twitter.

“Wir gehen von erheblichen Störungen für die örtliche Gemeinde aus, während wir daran arbeiten, das Gebiet zu sichern”, teilte die Polizei weiter mit. Unterdessen wurde ein fünfter Verdächtiger nach dem Autobombenanschlag vom Samstag in Derry festgenommen. Nach Polizeiangaben handelt es sich um einen 50-Jährigen. Er sei unter Terrorismusverdacht festgenommen worden. Am Sonntag waren bereits vier Männer im Alter zwischen 21 und 42 Jahren festgenommen worden. Sie wurden am Montag verhört.

Die Explosion hatte sich am Samstagabend vor einem Gerichtsgebäude im Zentrum der zweitgrößten Stadt Nordirlands ereignet. Verletzt wurde niemand. Mit dem Anschlag wächst die Sorge, dass die Turbulenzen rund um den geplanten EU-Austritt Großbritanniens militanten Gruppen in Nordirland in die Hände spielen könnten.

In Nordirland hatten sich jahrzehntelang irisch-katholische Nationalisten und protestantische Loyalisten bekämpft. 3.500 Menschen starben in dem Konflikt. Im Falle eines harten Brexits droht die Wiedereinführung von Grenzkontrollen zwischen der britischen Provinz Nordirland und dem EU-Mitglied Irland.

Von: APA/ag.