Proteste im ärmsten Land der westlichen Hemisphäre

Vier Tote nach Protesten gegen Regierung in Haiti

Freitag, 08. Februar 2019 | 17:41 Uhr

Bei Demonstrationen gegen die Regierung sind in Haiti mindestens vier Menschen getötet worden. Dutzende weitere seien verletzt worden, berichtete die Nachrichtenagentur HPN am Freitag. Die Demonstranten hatten den Rücktritt von Präsident Jovenel Moise gefordert und Straßensperren und Autos in Port-au-Prince in Brand gesteckt. Die Polizei setzte Tränengas gegen die Demonstranten ein.

Die Demonstranten werfen der Regierung vor, Geld aus einem Hilfsfonds veruntreut zu haben, das eigentlich für den Wiederaufbau nach dem verheerenden Erdbeben 2010 verwendet werden sollte. Bei dem Beben kamen Hunderttausende Menschen ums Leben. Auch in den Städten Delmas, Pétion-Ville und Mirebalais gingen Hunderte Menschen auf die Straßen.

Haiti gilt als ärmstes Land der westlichen Hemisphäre. Der Staat ist weitgehend von Hilfszahlungen aus dem Ausland abhängig, neben der grassierenden Korruption ist auch Gewaltkriminalität ein großes Problem. Die Proteste fanden am 33. Jahrestag des Sturzes von Diktator Francois Duvalier (“Papa Doc”) statt.

Von: APA/dpa