Corona-Pandemie könnte auch Auswirkungen auf den Brexit haben

Von der Leyen offen für längere Brexit-Verhandlungen

Freitag, 20. März 2020 | 10:15 Uhr

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zeigt sich angesichts der Coronakrise offen für eine Verlängerung der Verhandlungen über die künftigen Beziehungen zu Großbritannien nach dem Brexit. “Das muss die Regierung von Boris Johnson selber entscheiden”, sagte sie am Freitag im Deutschlandfunk.

“Wir sind hier in der stärkeren Position. Wir haben einen gewaltigen Binnenmarkt. Und es ist im Interesse der Briten, an diesem Binnenmarkt teilzunehmen.” Die EU-Kommission sei verhandlungsbereit.

Dies gelte auch ungeachtet der Infizierung von EU-Chefunterhändler Michel Barnier mit dem Coronavirus. “Michel Barnier ist ohne jegliche Symptome”, sagte von der Leyen. “Er ist zu Hause.” Es werde inzwischen viel mit Videokonferenzen gearbeitet. “Das funktioniert.”

Die Gespräche stehen unter enormem Zeitdruck. Denn Großbritannien, das am 31. Jänner aus der EU ausgetreten ist, hat sich eine Frist bis Jahresende gesetzt, um einen Vertrag über die künftigen Beziehungen mit der EU auszuhandeln. Gelingt dies nicht, ist mit dem Königreich nur noch Handel auf der Basis der sehr allgemeinen WTO-Regeln möglich. Bisher gelten für das Land immer noch die Binnenmarktregeln und der freie Zugang zum EU-Markt.

Von: APA/ag.