Gahr bezeichnet Forderung "verstörend"

Vorsitzender des Südtirol-Unterausschusses kritisiert Mattarella

Montag, 10. Mai 2021 | 11:25 Uhr

Die Forderung des italienischen Präsidenten Sergio Mattarella nach einer Festnahme der im Ausland lebenden Ex-Terroristen stößt auf Kritik beim Vorsitzenden des Südtirol-Unterausschusses Hermann Gahr (ÖVP). Obwohl Mattarella die teils in Abwesenheit zu langjährigen Haftstrafen verurteilten ehemaligen Südtiroler Attentäter, die in Österreich und Deutschland leben, nicht ausdrücklich genannt habe, seien seine Worte “verstörend”, so Gahr laut “Tiroler Tageszeitung” (Montag).

Schließlich müsste die Entwicklung in Richtung Begnadigung gehen, sagte Gahr. 2019 habe sich beispielsweise der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) für die Amnestie der noch lebenden Südtiroler Attentäter, der drei so genannten “Pusterer Buam” Siegfried Steger, Heinrich Oberleitner und Sepp Forer, ausgesprochen. Oberleitner hat selbst ein Gnadengesuch eingereicht.

“Im Südtirol-Ausschuss werden wir jetzt aktiv werden”, kündigte Gahr laut der Tiroler Tagezeitung an. Im Juni ist ein Besuch von Bundespräsident Alexander Van der Bellen in Italien geplant. “Es ist Zeit, einen Schlussstrich zu setzen”, sagte Gahr. Auch bei Justizministerin Alma Zadić (Grüne) will sich Gahr für die Südtirol-Aktivisten einsetzen, weil Zadić in den kommenden Tagen ihrer italienischen Amtskollegin Marta Cartabia in Wien empfangen wird.

Nach der Festnahme von neun ehemaligen italienischen Linksextremisten in Frankreich vor zwei Wochen urgierte Mattarella im Interview mit der römischen Tageszeitung “La Repubblica” (Sonntagsausgabe), dass auch andere im Ausland noch flüchtige Terroristen festgenommen würden. Die noch in Österreich und Deutschland lebenden ehemaligen Südtiroler Attentäter nannte er dabei nicht ausdrücklich.

Von: apa

Bezirk: Bozen