Sobotka bezeichnet Wahlaltersenkung als "Erfolgsgeschichte"

“Wählen mit 16”-Studie zieht positive Bilanz

Freitag, 23. Februar 2018 | 15:30 Uhr

Das politische Interesse der “Erstwähler” ist ungebrochen. Laut einer Studie der Uni Wien war auch die vor der Wahlaltersenkung 2007 mitunter geäußerte Befürchtung, 16- und 17-Jährige könnten an Politik desinteressiert sein, unbegründet. “Die Befürchtung hat sich nicht bewahrheitet, sie sind sogar besser informiert”, sagte Co-Autor Josef Glavanovits vom Institut für Staatswissenschaft am Freitag.

Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) bezeichnete die Wahlaltersenkung bei der Studienpräsentation im Parlament daher als “Erfolgsgeschichte”. Er kündigte außerdem an, mit der “Demokratiewerkstatt” des Parlaments künftig stärker “in die Regionen” zu gehen, um noch mehr Schüler erreichen zu können. Die Demokratiewerkstatt soll Schüler mit Demokratie und Parlament vertraut machen und begrüßte am Freitag ihren hunderttausendsten Besucher.

Für die Studie wurden im Rahmen des groß angelegten Wahlforschungsprojekts AUTNES 443 Erstwähler vor der Wahl befragt, 268 davon noch einmal nach dem Wahltermin am 15. Oktober 2017. Dabei zeigte sich, dass die 16- und 17-Jährigen Wissensfragen (z.B. nach der Prozenthürde für den Einzug in den Nationalrat oder der Einordnung der Parteien nach links und rechts) sogar besser beantworten konnten als ältere Wähler. Außerdem war der Wissensstand nach der Wahl laut Glavanovits besser als vor der Wahl. Insgesamt wurden für das seit 2002 laufende AUTNES-Projekt diesmal 3.500 Personen befragt.

Die schon bei den vergangenen Wahlen festgestellten Trends wurden durch die Studie bestätigt: Wesentlich für das politische Interesse der Jugendlichen ist ein politisch interessiertes Elternhaus, danach folgen schulische Aktivitäten. Außerdem gingen die 16- und 17-Jährigen häufiger zur Wahl als die 18- und 19-Jährigen. Gemeinsam haben beide Gruppen, dass sie sich stärker über Neue Medien informieren als ältere: Facebook nannten 46,4 der 16- und 17-Jährigen als wichtige Quelle, bei den unter 20-Jährigen waren es 42,4 Prozent, aber bei der Generation 30-plus nur noch 15,6 Prozent.

Von: apa