Premierministerin Ardern möchte bald konkrete Reformen vorstellen

Waffengesetze werden nach Anschlag in Neuseeland verschärft

Montag, 18. März 2019 | 14:35 Uhr

Nach dem Anschlag auf zwei Moscheen in Christchurch verschärft Neuseeland seine Waffengesetze. Premierministerin Jacinda Ardern teilte am Montag mit, die Regierung werde in den kommenden Tage konkrete Reformen vorstellen.

Ardern sagte in der Hauptstadt Wellington, das Kabinett sei sich “im Prinzip” über härtere Gesetze einig. Details sollen innerhalb der nächsten zehn Tage folgen. Außenminister Winston Peters vom populistischen Koalitionspartner NZF, der solche Pläne bisher abgelehnt hatte, sagte: “Unsere Welt hat sich für immer verändert. Deshalb werden sich auch unsere Gesetze ändern.” In dem Pazifikstaat darf man bisher nach einer Überprüfung schon mit 16 Jahren Waffen besitzen. Die Regierung ermunterte Besitzer im Land, ihre Waffen der Polizei freiwillig auszuhändigen.

Im Krankenhaus werden noch 31 Verletzte des Anschlages behandelt. Nahe einer der betroffenen Moscheen in der Deans Avenue legten Menschen Blumen und Trauerbekundungen ab.

Vor der Al-Noor-Moschee versammelten sich am Montag Angehörige und Freunde der Opfer zu einem Gebet. In einem nahegelegenen Park wurden Blumen niedergelegt und Kerzen angezündet, Schüler tanzten zusammen den Maori-Kriegstanz Haka. Die Moschee wurde zudem einer traditionellen Reinigungszeremonie der Maori unterzogen, an der Ureinwohner Neuseelands, Muslime und örtliche Behördenvertreter teilnahmen.

Der mutmaßliche Täter Brenton Tarrant war am Freitag von der Polizei gestellt und festgenommen worden. Dem 28-jährigen Rechtsextremisten aus Australien droht wegen vielfachen Mordes lebenslange Haft. Nach Einschätzung der Polizei hat Tarrant keine Komplizen für sein Doppelattentat gehabt.

Der Australier hatte bei seiner Festnahme nach dem Überfall auf die beiden Moscheen fünf Waffen und auch Sprengstoff bei sich. Er besitzt seit 2017 einen neuseeländischen Waffenschein. Der neuseeländische Online-Waffenhändler Gun City bestätigte, dass Tarrant sich mindestens vier Waffen sowie Munition übers Internet bestellt habe. Alles sei legal vonstattengegangen. Eine Halbautomatik-Waffe, die in Aufnahmen der Bluttat zu sehen war, müsse der Täter jedoch anderswo erworben haben, sagte der Gun-City-Betreiber David Tipple.

Tarrant hatte vor der Tat eine Kampfschrift mit rechtsextremen Parolen ins Internet gestellt und auch per Mail verschickt. Muslime und Immigranten bezeichnet er darin als “Invasoren”, sich selbst als Rassisten. Die Tat übertrug er dann auch mit einer Kamera live ins Internet. Trotz aller Versuche, das 17-minütige Video aus dem Netz zu entfernen, kursiert es dort immer noch. Ein 18-Jähriger, der das Video online geteilt und so weiterverbreitet hatte, wurde festgenommen und muss sich deshalb vor Gericht verantworten. Der Richter in Christchurch lehnte am Montag eine Freilassung gegen Kaution ab.

Neuseelands größte Waffenmesse, die Kumeu Militaria Show in der Nähe von Auckland, wurde nach Angaben der Veranstalter wegen des Anschlags abgesagt.

In Christchurch wurden die ersten Todesopfer den Familien übergeben. Viele Angehörige warteten am Montag aber noch darauf, die Verstorbenen bestatten zu können. Vermutlich wird es bis Mittwoch dauern, bis die Behörden alle Leichen freigegeben haben. Nach islamischer Sitte ist es eigentlich üblich, dass Tote binnen 24 Stunden beigesetzt werden. Nach neuseeländischen Medienberichten wird überlegt, die Todesopfer gemeinsam beizusetzen.

Neuseeland mit seinen knapp fünf Millionen Einwohnern war bisher von Terrorismus und Amokläufen weitgehend verschont geblieben. Der “New Zealand Herald” erschien am Montag mit einem großen Herzen auf der Titelseite, das aus 50 einzelnen Herzchen bestand. Die Schlagzeile: “Sie sind wir.”

Von: APA/ag.

Kommentare

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21 Kommentare auf "Waffengesetze werden nach Anschlag in Neuseeland verschärft"


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andr
andr
Superredner
1 Monat 2 Tage

Waffen frei haus geliefert über Internet die Welt ist verrückt

kleinerMann
kleinerMann
Superredner
1 Monat 2 Tage

Geh mal ins Darknet rein und sieh was du alles frei haus bekommen könntest . . von Uran bis Plutonium, Waffen, Drogen usw. wäre alles verfügbar !

Seppl123
Seppl123
Tratscher
1 Monat 2 Tage

wie soll denn sonst eine waffe von A nach B kommen? er hatte einen waffenschein. dass jetzt die waffengesetze verschärft werden ist wieder das antiwaffen blabla…

bei uns wird für das anamnesezeugnis auch nur eine selbsterklärung abgegeben ob man verrückt ist…. das vorherzusehen ist unmöglich, aber den braven bürger seiner rechte zu beschneiden ist falsch.

Kurt
Kurt
Kinig
1 Monat 1 Tag

@kleinerMann

Die Welt ist tatsächlich verrückt

Tabernakel
1 Monat 1 Tag

Er hatte für die verwendeten Waffen keinen Waffenschein.

kleinerMann
kleinerMann
Superredner
1 Monat 1 Tag

Tabi bitte keine Fake News verbreiten . . er hatte einen gültigen Waffenschein auch für halbautomatische Waffen (leider) !!

aristoteles
aristoteles
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

im dschungel aussetzen mit bogen ohne pfeile

iuhui
iuhui
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

er ist ein Trump Fan 😁

aristoteles
aristoteles
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

@iuhui, wie millionen andere auch. alle verrückte terroristen?

iuhui
iuhui
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

@aristoteles
gib du mir die Antwort, ich mag Trump kein bisschen! 😉

iuhui
iuhui
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

@aristoteles
definiere mal Terroristen: die, die den Aborigenes die Kinder entzogen haben um sie zu zivilisieren? Oder die, die Strommasten gesprengt haben? Oder vielleicht die, die mit der Bibel in der Hand mit Gewalt einen Gott aufdringen? Oder sind es die, die den Amis das zurückgeben was sie von ihnen bekommen haben?? Hhmmm, gute Frage, wie man sieht ist alles sehr relativ…

falschauer
falschauer
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

dem kann der beste verteidiger der welt nicht helfen, ab in einzelhaft mit wasser und brot und keinem kontakt zur außenwelt, weder radio noch tv oder zeitungen….

typisch
typisch
Kinig
1 Monat 1 Tag

Vieleichr wusdte er ja nichys mehr von der tat……

Mistermah
Mistermah
Kinig
1 Monat 2 Tage

Da gibt es nichts zu verteidigen…

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 1 Tag

Oh Mann, das wird wieder ein Theater werden.
Kann man ihn eigentlich des Saals verweisen, wenn er sich selbst verteidigen will? Wird ihm dann ein Pflichtverteidiger aufgezwungen? Den vorigen hat er ja gefeuert.

selfmademan
selfmademan
Neuling
1 Monat 1 Tag

so a bledsinn! des bring eh nix, nur Propaganda! das nächste mal fährt so a trottel halt mit an lkw in eine Menschenansammlung! und wollen die dann lkw’s verbieten??? Aufwachen!

Syphodias
Syphodias
Neuling
1 Monat 1 Tag

Ok und was könnte man deiner Meinung nach tun?

iuhui
iuhui
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

@Syphodias
meckern und sich anplärren, das kann der Durchschnittsbürger am besten!!

aristoteles
aristoteles
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

die stalltüre schliessen, wenn die pferde schon abgehauen sind

ExSuedtiroler
ExSuedtiroler
Tratscher
1 Monat 1 Tag

Die Leute, welche in Neuseeland, dem Land wo es kein giftiges Tier gibt eine Waffe brauchen lassen sich leicht bestimmen. Und weils jo a Insel isch, konn man den Import a leicht kontrollieren. Also stork einschränken. Wo lieg do es Problem? Man konn jo mit Fäuschte eppas unternemm, donn bleibts wenigschtens fair und i war gsponnt ob sem no sowas passieren tat.

l OneManArmy l
l OneManArmy l
Superredner
1 Monat 1 Tag

meanwhile in the US

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