Es herrscht Ruhe in der Stadt

Waffenruhe im Jemen hält

Dienstag, 18. Dezember 2018 | 15:09 Uhr

Nach anfänglichen Kämpfen nach Inkrafttreten einer Waffenruhe in der jemenitischen Hafenstadt Hodeidah hat sich die Lage am Dienstag beruhigt. Vertreter der regierungstreuen Armee sowie Einwohner der Stadt bestätigten, dass die Kämpfe eingestellt worden seien. Die UNO kündigte die Entsendung eines Beobachterteams an.

“Seit 3.00 Uhr morgens Ortszeit (1.00 MEZ) ist es komplett ruhig in Hodeidah”, hieß es am Dienstag aus regierungstreuen Militärkreisen. Bewohner Hodeidahs bestätigten am Telefon, dass es seither keine Kämpfe zwischen den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Regierungstruppen und den mit dem Iran verbündeten Houthi-Rebellen gegeben habe.

Unklar blieb aber zunächst, ob die Einstellung der Kämpfe eine Folge der Feuerpause oder lediglich ein vorübergehender Stopp war. Einwohner berichteten, die täglichen Kampfhandlungen würden normalerweise gegen Abend und in der Nacht stärker und dann am frühen Morgen eingestellt.

Die Feuerpause für Hodeidah war um Mitternacht (Ortszeit, 22.00 Uhr MEZ) in Kraft getreten. Dennoch dauerten die Gefechte in der Nacht auf Dienstag zunächst an. Kreise berichteten von heftigen Kämpfen und Luftangriffen.

Regierung und Houthi-Rebellen hatten sich am vergangenen Donnerstag bei ihren Gesprächen unter UNO-Vermittlung in Schweden auf eine Waffenruhe geeinigt. Ursprünglich sollte die Feuerpause schon in der Nacht zu Freitag in Kraft treten. Sie erwies sich aber als brüchig, die Kämpfe in der Stadt dauerten an.

Später wurde der offizielle Beginn der Waffenruhe auf Dienstag 00.00 Uhr (Ortszeit) verschoben. Die Vereinbarung gilt für das von den Rebellen kontrollierte Hodeidah und den dortigen Hafen, über den der Großteil der humanitären Hilfe für den Jemen in das Land gelangt.

Ein UNO-Vertreter kündigte am Dienstag die Entsendung eines Beobachterteams mit Vertretern der Konfliktparteien nach Hodeidah zur Überwachung der Waffenruhe an. Das Komitee unter Leitung der Vereinten Nationen solle binnen 24 Stunden die Arbeit aufnehmen. “Beide Seiten haben öffentlich gesagt, dass sie die Feuerpause einhalten”, sagte der UNO-Vertreter.

Die Beobachter sollen demnach die Umsetzung der Waffenruhe sowie den Abzug der Kämpfer aus der Stadt und dem Hafen kontrollieren. Die Leitung des Beobachterteams soll dem UNO-Sicherheitsrat wöchentlich Bericht erstatten.

Im Jemen herrscht seit 2014 ein Krieg zwischen den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi und den schiitischen Houthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht. Nach UNO-Angaben wurden in dem Bürgerkrieg bereits mehr als 10.000 Menschen getötet, unter ihnen tausende Zivilisten. In dem Land herrscht der UNO zufolge die schlimmste humanitäre Krise weltweit. Millionen Menschen müssen hungern, 250.000 droht der Hungertod.

Von: APA/dpa

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