Russlands Außenminister Lawrow hat vermittelt

Waffenruhe in Berg-Karabach offenbar brüchig

Samstag, 10. Oktober 2020 | 13:19 Uhr

Bereits kurz nach Inkrafttreten der Waffenruhe für die Kaukasus-Region Berg-Karabach am Samstag haben Armenien und Aserbaidschan einander deren Bruch vorgeworfen. Das armenische Verteidigungsministerium in Eriwan beschuldigte Aserbaidschan, eine Siedlung in Armenien beschossen zu haben. Die aserbaidschanische Führung in Baku wiederum behauptete, feindliche Kräfte in Bergkarabach hätten aserbaidschanisches Territorium beschossen.

Armenische Kämpfer in Bergkarabach erklärten, das aserbaidschanische Militär habe nur fünf Minuten nach Inkrafttreten der Waffenruhe am Mittag eine neue Offensive gestartet. Beide Konfliktparteien wiesen die Vorwürfe der jeweils anderen Seite zurück. Aserbaidschans Präsident Ilham Alijew erklärte, die Parteien seien dabei, eine politische Lösung zu finden. Das ließ vermuten, dass die vereinbarte Waffenruhe nicht vollends aufgekündigt ist.

Nach tagelangen Gefechten um die Südkaukasusregion Berg-Karabach ist sie eigentlich seit Samstag 10.00 Uhr MESZ (12.00 Uhr Ortszeit) in Kraft. Die Vereinbarung kam nach stundenlangen Verhandlungen in Moskau unter russischer Vermittlung zustande. Seit dem Ausbruch der Kämpfe zwischen aserbaidschanischen und armenischen Truppen Ende September wurden auf beiden Seiten Hunderte Menschen getötet. Die gegenwärtigen Kämpfe sind die schwersten seit dem Krieg 1991 bis 1994, in dem rund 30.000 Menschen getötet wurden. Der Krieg endete seinerzeit mit einem Waffenstillstand, der allerdings wiederholt verletzt wurde.

In Berg-Karabach im Südkaukasus leben überwiegend christliche Armenier. Völkerrechtlich gehört das Gebiet aber zum mehrheitlich islamischen Aserbaidschan, von dem es sich jedoch 1991 losgesagt hatte. In den Ende September ausgebrochenen Kämpfen sollen Hunderte Menschen ums Leben gekommen sein. Da Armenien mit Russland verbündet ist und Aserbaidschan von der Türkei unterstützt wird, drohte eine Ausweitung des Konflikts über die Region hinaus mit weitreichenden Folgen auch für die Wirtschaft. Durch den Südkaukasus laufen wichtige Erdgas- und Öl-Pipelines.

Von: APA/ag.

Kommentare

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4 Kommentare auf "Waffenruhe in Berg-Karabach offenbar brüchig"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Zugspitze947
22 Tage 7 h

Der Kriegstreiber Putin vermittelt NUR wenn es ihm nützt 🙁

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Superredner
22 Tage 6 h

@Zugspitze
Jaaa, deshalb lädt der Fuchs auch die zwei Gänse ein.

Namulith
Namulith
Grünschnabel
21 Tage 16 h

Braver Pudel…

Krabbe
Krabbe
Tratscher
21 Tage 14 h

Wenn’s klappen soll, muss der Russe her, natürlich im Rahmen seiner Interessen. Amis&Co. wollen nur an der Eskalationsschraube drehen und Krieg anzetteln, damit die Hochöfen der Waffenfabriken stets kräftig qualmen.
Wenn auf den Strassen Blut fließt, musst du kaufen…

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