Am Samstag wurde der letzte Rückzugsort der Jihadisten erobert

Weitere IS-Kämpfer in Baghouz ergaben sich

Sonntag, 24. März 2019 | 17:48 Uhr

Nach dem Sieg über die Jihadistenmiliz “Islamischer Staat” (IS) im ostsyrischen Baghouz sind auch am Sonntag noch IS-Kämpfer aus Tunneln hervorgekommen und haben sich ergeben. Wie AFP-Reporter berichteten, stiegen dutzende Männer auf Lastwagen. Laut einem Sprecher der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) könnten sich noch mehr von ihnen in den unterirdischen Gängen versteckt halten.

Führende NATO-Staaten sehen die Gefahr durch die Jihadisten noch nicht gebannt. Die Regierungen in Berlin, Paris, London und Washington würdigten am Wochenende zwar den nach erbitterten Gefechten der kurdisch-arabischen Allianz SDF errungenen Sieg über die Jihadistenmiliz IS, warnten aber, dass die Bedrohung damit nicht vorbei sei.

Die syrischen Kurden forderten unterdessen die Rücknahme ausländischer IS-Kämpfer. Der IS hatte 2014 weite Teile Syriens und des Irak unter seine Kontrolle gebracht und ein “Kalifat” ausgerufen. In ihrer inoffiziellen Hauptstadt Raqqa in Nordsyrien und vielen anderen Gebieten errichteten die Jihadisten eine Schreckensherrschaft mit Enthauptungen, Steinigungen und der sexuellen Versklavung von Frauen.

Im Irak gilt der IS seit 2017 als besiegt. Am Samstag eroberten die kurdisch dominierten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) den ostsyrischen Ort Baghouz – die letzte IS-Bastion in dem Land. Das vor knapp fünf Jahren vom IS ausgerufene “Kalifat” im Irak und Syrien sei nun “vollständig” beseitigt, sagte ein Sprecher der SDF, die bei den Kämpfen vom US-Militär aus der Luft unterstützt wurden.

Mit der Einnahme von Baghouz ist das “Kalifat” nun zwar Geschichte, die Jihadisten sind aber weiterhin in der Badia-Wüste präsent. In Syrien und im Irak verfügen sie überdies über zahlreiche Zellen, die immer wieder Anschläge verüben. Am Sonntag sprengten sich drei IS-Selbstmordattentäter im Nordirak in die Luft, wie die irakische Armee mitteilte. Opfer gab es nicht.

International gibt es Befürchtungen, dass der IS nun im Untergrund ein globales Terrornetzwerk aufbauen könnte. Der SDF-Oberkommandierende Mazlum Kobane sagte bei einer Zeremonie bei Baghouz, der Kampf gegen die “Terroristen” gehe jetzt in eine neue Phase. Künftige Militäreinsätze würden sich gegen IS-Schläferzellen richten, “die eine große Bedrohung für unsere Region und die ganze Welt” seien. Ähnlich äußerte sich der US-Gesandte für die Anti-IS-Koalition, William Roebuck, bei der Zeremonie.

Von: APA/ag.