Tausende Rebellen sind bereits abgezogen

Weitere Kämpfer verlassen Ost-Ghouta

Freitag, 30. März 2018 | 14:30 Uhr

In Syrien bereiten sich hunderte weitere Rebellenkämpfer und ihre Angehörigen auf den Abzug aus der umkämpften Enklave Ost-Ghouta bei Damaskus vor. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte stiegen sie in Busse, die sie nach Idlib bringen sollten. Bisher haben fast 32.000 Menschen den von der Islamistengruppe Faylaq al-Rahman kontrollierten Süden von Ost-Ghouta verlassen.

Die syrische Armee hatte Mitte Februar mit Unterstützung der russischen Luftwaffe eine groß angelegte Offensive auf Ost-Ghouta gestartet. Dabei eroberte sie inzwischen mehr als 90 Prozent des Gebiets an den Toren der Hauptstadt, das seit 2012 von zumeist islamistischen Rebellen kontrolliert wurde.

Neben Faylaq al-Rahman hatte sich auch die Rebellengruppe Ahrar al-Sham mit Russland darauf geeinigt, ihre Kämpfer aus der Rebellenenklave abzuziehen. Die Kämpfer werden mit ihren Angehörigen und anderen Zivilisten in die nordwestliche Provinz Idlib gebracht, die noch weitgehend unter Kontrolle der Rebellen steht. SANA zufolge haben im März insgesamt bereits 135.000 Menschen die Region verlassen.

Russische Meldungen wonach auch die letzte Rebellenmiliz ihrem Abzug zugestimmt hätten, wurden von den Rebellen umgehend dementiert. Jaish al-Islam lehne weiterhin eine “Zwangsvertreibung” aus Ost-Ghouta ab, sagte ein Sprecher.

Die Einnahme von Ost-Ghouta hat für den syrischen Machthaber Bashar al-Assad wegen ihrer Nähe zu Damaskus besondere strategische und symbolische Bedeutung. Momentan entzieht sich nur noch das Gebiet um die von der Gruppe Jaish al-Islam kontrollierte Stadt Douma dem Zugriff der Regierungstruppen. Seit Tagen verhandelt Russland auch mit dieser Rebellengruppe über die Übergabe der Stadt.

Von: APA/ag.