Türkei weitet Militäroperation aus

Weitere türkische Panzer nach Syrien vorgerückt

Donnerstag, 25. August 2016 | 12:03 Uhr

Einen Tag nach Beginn der türkischen Bodenoffensive in Syrien gegen den “Islamischen Staat” sind am Donnerstag weitere türkische Panzer auf syrisches Territorium vorgerückt. Bei ihrem Vorgehen wird die Türkei von US-Kampfflugzeugen unterstützt. Unklarheit herrscht über die Absichten der Kurdenmiliz YPG. Angaben der USA wonach sich die Miliz östlich des Euphrats zurückzieht, dementierte die YPG.

Zuvor hatte US-Außenminister John Kerry seinem türkischen Kollegen Mevlüt Cavusoglu in einem Telefongespräch zugesichert, die Verlegung der YPG-Truppen sei bereits im Gange. Damit unterstützte er eine wichtige Forderung der türkischen Regierung. Diese will verhindern, dass die Kurden ihr Herrschaftsgebiet in Syrien noch weiter vergrößern.

Die türkischen Streitkräfte setzten bei der Operation “Schutzschild Euphrat” in der Umgebung des Grenzortes Jarablus Kampfjets, Panzer und Artillerie ein. Die an der Seite der Türkei kämpfenden syrischen Rebellen, die Freie Syrische Armee (FSA), nahmen die Stadt am Westufer des Euphrat – bisher eine Bastion des IS – ein. An dem Militäreinsatz waren rund 1.500 Kämpfer der Freien Syrischen Armee beteiligt. Sie eroberten demnach auch das Dorf Keklija, fünf Kilometer von Jarablus entfernt und drei Kilometer hinter der Grenze gelegen.

Der türkische Verteidigungsminister Fikri Isik sicherte der FSA weitere Unterstützung zu, bis sie das Gebiet “völlig unter Kontrolle” habe. Jetzt werde eine “Säuberungsaktion” durchgeführt. Die Operation habe zwei Ziele: Die türkischen Grenzen zu sichern und zu verhindern, dass das Grenzgebiet der syrisch-kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD), die, ebenfalls von den USA unterstützt, den IS bekämpft, in die Hände fällt, so Isik.

Unterdessen bereiten sich die von den Kurden angeführten Rebellen der Demokratischen Kräfte Syriens (DFS), zu der auch arabische Kämpfer gehören, offenbar auf die Eroberung von Raqqa, einer IS-Hochburg vor. Details nannte der Sprecher der US-geführten internationalen Koalition nicht.

Ankara will die Ausweitung der kurdischen Einflussgebiete in Syrien und somit die Entstehung eines eigenständigen, kurdischen Autonomiegebietes verhindern. Ministerpräsident Binali Yildirim betonte, dass der Militäreinsatz fortgeführt werde, bis eine Bedrohung für die Türkei abgewendet sei. “Unsere Abmachung mit den USA lautet, dass sich die Kurden aus Manbij und der Region auf die Ostseite des Euphrat zurückziehen müssen”, so Yildirim. “Das ist die Zusage, die Garantie, die uns die USA gegeben haben.” Das westlich des Euphrat gelegene Manbij war erst kürzlich von einem Bündnis unter Führung syrischer Kurdenmilizen vom IS zurückerobert worden. US-Vizepräsident Joe Biden hatte der Türkei am Mittwoch bei politischen Gesprächen in Ankara Unterstützung für ihr Vorgehen in Nordsyrien zugesichert.

Von: APA/ag.

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1 Kommentar auf "Weitere türkische Panzer nach Syrien vorgerückt"


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Dublin
Tratscher
1 Monat 2 Tage

Für die Türken ist IS nur der Vorwand. Ziel ist Vernichtung der Kurden. Und die Amis spielen wie üblich mit.

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