Erdogan und Putin wollen sich im Jänner wiedersehen

Weiteres Treffen von Erdogan und Putin zu Syrien

Sonntag, 06. Januar 2019 | 14:42 Uhr

Im Rahmen reger Reisediplomatie vor dem Abzug der US-Truppen aus Syrien steht auch ein weiteres Treffen zwischen dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und Russlands Präsident Wladimir Putin an. Das meldeten am Sonntag türkische und russische Medien. Der türkischen staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge soll das Treffen noch im Jänner stattfinden.

Putins Sprecher sagte am Sonntag nach Berichten russischer Medien, die Präsidenten beider Länder seien sich einig, dass es bald stattfinden müsse. Die Türkei unterstützt in Syrien oppositionelle Rebellen, Russland zusammen mit dem Iran die Regierung von Machthaber Bashar al-Assad. Im Raum steht unter anderem die Frage, ob die Türkei nach dem Abzug der US-Truppen die Hauptverantwortung für den Kampf gegen die Terrormiliz “Islamischer Staat” (IS) in Syrien übernimmt. Ende Dezember hatten sich zu Syrien schon die russischen und türkischen Außen- und Verteidigungsminister in Moskau getroffen.

Der Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, John Bolton, wird zum Thema Syrien am Dienstag in der Türkei unter anderem Gespräche mit Verteidigungsminister Hulusi Akar und Geheimdienstchef Hakan Fidan führen. Zurzeit ist er zu Syrien-Gesprächen in Israel.

Die USA stellen indes vor einem Truppenabzug eine neue Bedingung und verlangen von der Türkei den Schutz der mit den USA verbündeten Kurden im Norden des Bürgerkriegslandes. Die Türkei sollte keinen Militäreinsatz unternehmen, der nicht vollständig mit den USA abgestimmt sei, um die US-Truppen nicht zu gefährden, sagte der Nationale Sicherheitsberater John Bolton am Sonntag in Jerusalem.

Die Türkei müsse aber auch die Forderung der USA erfüllen, dass die syrischen Oppositionsgruppen, die an der Seite der USA gekämpft hätten, nicht gefährdet würden. Die Position von US-Präsident Donald Trump laute, dass die Türkei die Kurden nicht töten dürfe und dass das US-Militär ohne eine Vereinbarung darüber nicht aus Syrien abgezogen werde, sagte Bolton.

Die USA haben die Kurdenmiliz YPG im Kampf gegen die Extremistenmiliz IS unterstützt. Die Türkei sieht die kurdischen Kämpfer aber als Terroristen an und hat gedroht, die YPG zu zerschlagen.

Trump hatte Mitte Dezember – gegen die Empfehlung seiner Berater – überraschend angekündigt, alle 2000 US-Soldaten aus Syrien abzuziehen, weil die IS-Miliz dort besiegt und damit das Einsatzziel erreicht sei.

Von: APA/dpa