Proteste in Sydney

Weltweite Proteste gegen Rassismus

Samstag, 06. Juni 2020 | 23:11 Uhr

Trotz Corona-Pandemie haben am Samstag weltweit zahlreiche Menschen gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstriert. In Australien gingen landesweit Zehntausende auf die Straßen, obwohl die Regierung wegen einer möglichen Coronavirus-Ansteckungsgefahr davon abgeraten hatte. Auch in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Österreich kamen tausende Demonstranten zusammen.

Trotz Warnungen und teils sogar Verboten und mitunter ohne sich an die geltenden Abstandsregeln zu halten. “Es ist an der Zeit, den institutionellen Rassismus niederzubrennen”, verkündete eine Demonstrantin mit einem Megafon vor den tausenden Menschen, die sich vor dem Londoner Parlamentsgebäude versammelt hatten. “So kümmern wir uns umeinander”, fügte sie hinzu, nachdem sie alle aufgefordert hatte, einen Mundschutz aufzusetzen.

“Ich verstehe, warum die Menschen zutiefst bestürzt sind, aber wir haben es immer noch mit einer Gesundheitskrise zu tun, und das Coronavirus bleibt eine reale Bedrohung”, hatte der britische Gesundheitsminister Matt Hancock am Freitag gesagt. Er rief dazu auf, sich angesichts der Sicherheitsbedenken nicht mit mehr als sechs Menschen zu versammeln.

Nach mehrstündigen friedlichen Protesten in London trieben berittene Polizisten in der Nähe des Regierungssitzes Demonstranten auseinander, die Flaschen geschleudert hatten. Für Sonntag ist zudem eine Demonstration vor der US-Botschaft geplant.

Auch in vielen weiteren Ländern wie Polen und Italien solidarisierten sich die Menschen mit der Bewegung, in Deutschland nahmen zehntausende Menschen an Demonstrationen in vielen Städten teil. Afrodeutsche Initiativen hatten in rund 20 Städten zu den Protesten unter dem Motto “Silent Demo” aufgerufen. In Hamburg und Berlin kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei.

Deutschlands Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, “dicht gedrängte Menschenmengen mitten in der Pandemie besorgen mich”. Auch bei “wichtigen Anliegen” gelte: “Abstand halten, Alltagsmaske tragen, aufeinander acht geben”.

Im australischen Sydney versammelten sich mindestens 20.000 Menschen. Die Kundgebung wurde erst kurz vor Beginn durch einen Gerichtsbeschluss genehmigt – die Behörden hatten sie ursprünglich untersagt. Regierungschef Scott Morrison hatte ebenfalls von der Teilnahme an Demonstrationen abgeraten und dazu aufgerufen, “einen besseren Weg zu finden”.

Viele der in schwarz gekleideten Demonstranten hielten Protestschilder hoch und trugen Atemschutzmasken mit der Aufschrift “Ich kann nicht atmen” – in Anlehnung an die letzten Worte des Afroamerikaners George Floyd, der Ende Mai infolge eines gewaltsamen Polizeieinsatzes in der US-Metropole Minneapolis gestorben war. Die australischen Demonstranten prangerten zudem eine hohe Inhaftierungsrate unter Mitgliedern der Aborigine-Gemeinschaft an sowie zahlreiche Todesfälle von inhaftierten Aborigines – mehr als 400 in den vergangenen 30 Jahren.

In Frankreich verboten die Behörden mehrere Demonstrationen gegen Polizeigewalt unter Verweis auf das Infektionsschutzgesetz, das nur jeweils zehn Teilnehmer erlaube. Dennoch versammelten sich allein in Paris nach Angaben des Innenministeriums 5500 Menschen; landesweit seien es 23.300 gewesen.

Im Irak wurde der Satz “Ich kann nicht atmen” vielfach in den sozialen Netzwerken geteilt. “Wir wollen Gerechtigkeit! Wir wollen atmen”, skandierten hunderte Menschen in der tunesischen Hauptstadt Tunis.

Nach Protestaktionen in Wien kam es am Samstagnachmittag auch in den österreichischen Landeshauptstädten zu Demonstrationen. Aus Graz wurden Zehntausend Teilnehmer gemeldet, aus Salzburg 4.000. In Linz nahmen 3.000 Menschen an der Aktion unter dem Motto #blacklivematters (Schwarze Leben zählen) teil. In Klagenfurt nahmen rund 1.000 Menschen an der #backlivesmatter-Demonstration teil. Bei den Protesten gegen Rassismus in Innsbruck wurden 4.000 Teilnehmer verzeichnet, in Bregenz waren es mehrere Hundert.

Von: APA/ag.

Kommentare
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Superredner
3 Monate 15 Tage

Corona zieht nicht mehr, dann muss was neues her… Rassismus genau, der zieht immer noch bei den ganzen Gleichgeschalteten!!

#AllLivesMatter

ivo815
ivo815
Kinig
3 Monate 14 Tage

Dein Hashtag ist genauso falsch, wie deine Gesinnung

Mistermah
Mistermah
Kinig
3 Monate 14 Tage

Die VTler, Aluhutträger und Spinner hätten bei ihren Demos auch den Slogan „I can‘t breath“ (mit Maske) nehmen sollen..

Sag mal
Sag mal
Kinig
3 Monate 14 Tage

@ivo815 Deine Gesinnung kann genauso die Falsche Sein.

ivo815
ivo815
Kinig
3 Monate 14 Tage

@Sag mal welche ist meine „Gesinnung“?

Spitzpassauf
Savonarola
3 Monate 15 Tage

Omas gegen rechts?

Mistermah
Mistermah
Kinig
3 Monate 14 Tage

Wenn Demos frieren sind, hat (fast)niemand etwas dagegen. Leider werden sie zurzeit extrem von radikalen Gruppierungen unterwandert. Der angerichtete schaden ist der bankrott vieler ehrlich arbeitender Bürger. Die Politik schaut weg. Leider auch ein Schaden für Südtirol, wenn viele nicht mehr aus Geldmangel Urlaub machen können.

Mistermah
Mistermah
Kinig
3 Monate 14 Tage

Demos friedlich natürlich

ivo815
ivo815
Kinig
3 Monate 14 Tage

Was hat das mit Rassismus zu tun?

Mistermah
Mistermah
Kinig
3 Monate 14 Tage

Ja was hat das mit rassimus zu tun, wenn wilde Horden die Städte zerstören? Menschen wegen ihrer Hautfarbe halbtod schlagen? In wessen Namen tun sie es? In Namen von Floyd?

M_Kofler
M_Kofler
Universalgelehrter
3 Monate 14 Tage
Wie groß ist der Anteil jener, die randalieren? Gesehen auf ALLE Protestierende! Die Fixierung auf diese kleine Menge zeigt ja, wie sehr du nur von 1 Quelle abhängst und der alles und blind glaubst. Wir sind uns einig was Gewalt anbelangt und auch der Schaden, der dadurch ensteht (und nicht nur den pyhsischen Schaden), dass hier linksextreme Organisationen verantwortlich sind,auch hier sind wir uns einig. Aber alles andere, was du von dir gibst, ist erschreckend. Du siehst ja nicht mal, dass du rassismus immer mehr realtivierst. in wien haben 50.000 demonstriert, (fast) keine Probleme und für dich sind das auch… Weiterlesen »
Missx
Missx
Kinig
3 Monate 14 Tage

Gegen gewisse Phänomene ist kein Kraut gewachsen.
Hierzu zählen Rassismus, Homophobie, Sexismus, Umweltverschmutzung.

ivo815
ivo815
Kinig
3 Monate 14 Tage

Was hat dich geläutert?

Missx
Missx
Kinig
3 Monate 14 Tage

@ivo815
Wer seine Meinung nie ändert, hat vielleicht gar keine
Aber weil ich weiß, dass deine Frage ernst gemeint ist: mittlerweile unterscheide ich den Mensch in 2 Kategorien – Schaf / kein Schaf
Ich will kein Schaf sein, was aber nicht heißt, dass ich Leute mit dunkler Hautfarbe automatisch mag – betrifft übrigens Weiße genau so

Gievkeks
Gievkeks
Tratscher
3 Monate 14 Tage

@Missx:
2 Kategorien von Menschen?

Klar, jeden mit einer anderen Meinung als Schaf abzustempeln ist eine sehr einfache Lösung aber mehr auch nicht.

Den Spruch hört man immer dann, wenn die Argumenten ausgehen.
Und der Spruch mit dem Hausverstand kommt immer dann zum Zug, wenn der normale Verstand überfordert ist.

Don Bass
Don Bass
Superredner
3 Monate 14 Tage

@Missx es liegt in der Natur des Menschen, sich in Gruppen einzuordnen. Lokaler Zusammenhalt stürkt die Gemeinachaften, die aktuell propagierten “Schmelztiegel der Kulturen” vernichten Tradition und schaden den Gebieten.

Missx
Missx
Kinig
3 Monate 14 Tage

@Gievkeks
Sorry,
Bei Rassismus, Homophobie und Sexismus gibt es aber nur 2 Möglichkeiten. Man kann nicht sagen, ich bin nur ein bisschen Rassist.
Beim Rest hast du natürlich Recht, es gibt verschiedene Meinungen, die jeder sagen kann. Aber das meinte ich nicht mit Schaf oder nicht Schaf.

shanti
shanti
Grünschnabel
3 Monate 14 Tage

Und nirgends wird die Abstandsregel eingehalten,sollten uns nicht mehr verarschen lassen!!!

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