Immer wieder gibt es Tote

Wieder Demonstrant bei Generalstreik in Venezuela getötet

Donnerstag, 27. Juli 2017 | 22:15 Uhr

Bei Protesten gegen die Regierung in Venezuela ist erneut ein Demonstrant getötet worden. Der 49-Jährige kam am zweiten Tag des Generalstreiks in der Stadt Naguanagua im Norden des Landes ums Leben. Am Mittwoch waren bei Demonstrationen der Regierungsgegner drei Menschen gestorben. Die Zahl der Todesopfer seit Beginn der Protestwelle gegen Nicolas Maduro Anfang April erhöhte sich somit auf 107.

Die Regierung untersagte derweil alle Demonstrationen, die den Ablauf der geplanten verfassunggebenden Versammlung stören könnten. Die Maßnahme gilt ab Freitag. Straftaten im Zusammenhang mit der Wahl könnten mit Haftstrafen von fünf bis zehn Jahren bestraft werden, warnte die Regierung. Landesweit seien alle öffentlichen Versammlungen und Demonstrationen verboten, die den Ablauf des Wahlprozesses am Sonntag behindern könnten, sagte Innenminister Nestor Reverol.

Die Regierungsgegner kündigten umgehend an, trotz des Verbots auch am Freitag auf die Straße zu gehen. Via Twitter rief das Oppositionsbündnis Tisch der demokratischen Einheit (MUD) zu landesweiten Kundgebungen auf.

Maduro hält trotz Massenprotesten an der verfassunggebenden Versammlung fest. Seine Gegner werfen ihm vor, er wolle das Gremium mit eigenen Anhängern besetzen, um sich “diktatorische Vollmachten” zu sichern. Für Freitag plant die Opposition einen großen Protestmarsch in Caracas.

Die aus unterschiedlichen politischen Ausrichtungen bestehende Opposition kämpft seit Monaten für Maduros Amtsenthebung. Sie macht ihn für die Wirtschaftskrise im ölreichen Venezuela verantwortlich, die sich durch den Fall des Preises für Erdöl auf dem Weltmarkt verschärft hat.

Von: APA/ag.