Die meisten Toten sind Iraker

Zahl der Toten nach Anschlägen in Damaskus auf 74 gestiegen

Sonntag, 12. März 2017 | 11:09 Uhr

Nach einem der schwersten Terrorangriffe der vergangenen Jahre in der syrischen Hauptstadt Damaskus ist die Zahl der Todesopfer auf 74 gestiegen. Mindestens 120 Menschen seien bei zwei Explosionen im Bezirk Al-Shagur nahe der schiitischen Pilgerstätte des Bab al-Saghir-Friedhofes am Samstag verletzt worden, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Mindestens ein Attentäter hatte sich nahe einer schiitischen Pilgerstätte in der syrischen Hauptstadt in die Luft gesprengt. Die meisten Todesopfer – mindestens 40 – waren irakische Pilger. Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand.

Nach Angaben der in Großbritannien ansässigen Beobachtungsstelle, die sich auf ein Netzwerk von Informanten in Syrien beruft, wurden Dutzende weitere Menschen verletzt. Das syrische Staatsfernsehen sprach von 40 Toten und 120 Verletzten. Fernsehbilder zeigten teilweise ausgebrannte und vollkommen zerstörte Autobusse.

Das syrische Außenministerium sprach von einem “feigen terroristischen Anschlag”, der eine Reaktion auf die Erfolge der syrischen Armee im Kampf gegen die Jihadistenmiliz “Islamischer Staat” und die Islamistengruppe Al-Nusra sei. Das Außenministerium in Bagdad sagte: “Die internationale Gemeinschaft muss dieses terroristische Verbrechen auf irakische Zivilisten, die eine heilige Stätte besuchten, verurteilen.”

Der Anschlag ereignete sich nahe dem Bab al-Saghir-Friedhof, wo sich zahlreiche schiitische Schreine befinden. Schiitische Schreine sind ein häufiges Ziel von sunnitischen Extremistenorganisationen wie dem IS.

Anschläge in der Hauptstadt Damaskus sind eher selten. Auch blieb die Hochburg von Präsident Bashar al-Assad von den im Land wütenden Kämpfen weitgehend verschont. Seit dem Beginn des Bürgerkriegs vor sechs Jahren wurden mehr als 300.000 Menschen in Syrien getötet, Millionen Menschen flohen.

Von: APA/dpa