Iraker Abu Walaa für schuldig erklärt

Zehneinhalb Jahre Haft für IS-Deutschland-Chef Abu Walaa

Mittwoch, 24. Februar 2021 | 11:45 Uhr

Ein deutsches Gericht hat den mutmaßlichen Deutschland-Chef der Terrormiliz “Islamischer Staat” zu zehneinhalb Jahren Haft verurteilt. Das Gericht erklärte den 37-jährigen Iraker Abu Walaa am Mittwoch wegen Unterstützung und Mitgliedschaft in der Terrororganisation für schuldig. Der Hassprediger und sein Netzwerk haben nach Überzeugung der Richter junge Leute radikalisiert und die IS-Kampfgebiete geschickt. Drei Mitangeklagte erhielten Strafen zwischen vier und acht Jahren.

Der Vorsitzende Richter Frank Rosenow hob in seiner Urteilsbegründung die herausgehobene Stellung Abu Walaas in Deutschland hervor. Er sei vom IS “als sein Vertreter in Deutschland eingesetzt” und autorisiert worden, in seinem Namen zu handeln. Zudem habe er persönliche Kontakte zu den Führungsfiguren des IS unterhalten. Im Tatzeitraum sei er eine “führende Autorität mit hoher Strahlkraft” in der Szene gewesen.

Abu Walaa war Imam der Moschee des inzwischen verbotenen Vereins “Deutschsprachiger Islamkreis Hildesheim” (DIK). Ein mitangeklagter Deutsch-Serbe, der acht Jahre Haft erhielt, soll seine Wohnung in Dortmund als Gebetszentrum genutzt und dort auch zeitweise den Islamisten Anis Amri beherbergt haben. Amri verübte 2016 einen Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin, bei dem zwölf Menschen starben.

Im Verlauf des Prozesses beschäftigte sich das Gericht mit einer Reihe weiterer Islamisten, die von dem Dortmunder und einem mitangeklagten Mann aus Duisburg im Hinterzimmer von dessen Reisebüro radikalisiert worden sein sollen. Der Duisburger wurde zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt. Zwei der Rekrutierten sollen im Irak Selbstmordattentate mit zahlreichen Todesopfern verübt haben.

Unbemerkt von den Sicherheitsbehörden blieb das Tun der Gruppe um Abu Walaa nicht. In Dortmund war regelmäßig “Murat” dabei, ein V-Mann des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen, der sich auch an die Fersen Amris heftete. Die deutsche Bundesanwaltschaft stützte sich auch auf Informationen dieses V-Manns, der für den Prozess aber keine Aussagegenehmigung erhielt. Ihr Kronzeuge war ein junger Mann aus Gelsenkirchen, der als Jugendlicher in islamistische Kreise geriet, sich dann aber vom IS abwandte und mit den Behörden zusammenarbeitete.

Die Verteidigung zog die Glaubwürdigkeit dieses Kronzeugen jedoch in Zweifel. Dem V-Mann warf sie vor, selbst zu Anschlägen angestachelt zu haben. Die Anschuldigungen der Anklage hielt die Verteidigung im Großen und Ganzen für nicht nachweisbar.

Abu Walaa wurde im November 2016 festgenommen und sitzt seither in Haft, der DIK wurde im März 2017 verboten. Der Prozess dauerte insgesamt 245 Verhandlungstage. Richter Rosenow sprach am Mittwoch von einem “besonderen Verfahren”, das auch strafrechtlich “aus dem Rahmen” gefallen sei. Die deutsche Bundesanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer elfeinhalb Jahre Haft für Abu Walaa gefordert, die Verteidigung einen Freispruch verlangt.

Über die drei Mitangeklagten sagte der Richter, diese seien ebenfalls wichtige Figuren in der islamistischen Szene gewesen. Sie hätten ihre Schüler und Zuhörer dazu aufgefordert und ermuntert, in IS-Gebiete auszureisen oder Anschläge im Namen des IS zu begehen. Alle Angeklagten hätten teils zusammengearbeitet, seien aber “nicht Teil eines festgefügten Netzwerks” im Sinne einer straff organisierten und hierarchisch aufgebauten Organisation gewesen.

Von: APA/dpa

Kommentare

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8 Kommentare auf "Zehneinhalb Jahre Haft für IS-Deutschland-Chef Abu Walaa"


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Trina1
Trina1
Universalgelehrter
1 Monat 20 Tage

Von mir hätte er zwanzig Jahre gekriegt und alle Fanatiker seinesgleichens auch !

Reitiatz
Reitiatz
Universalgelehrter
1 Monat 20 Tage

Terroristen sein s schlimmste af der Welt 😤

brunner
brunner
Universalgelehrter
1 Monat 20 Tage

Aber bitte nicht in ein deutsches Luxus Gefängnis , sondern in ein irakisches….

inni
inni
Superredner
1 Monat 20 Tage

Es sollten für ihn aber die gleichen Haftbedingungen gelten, wie in seinem Herkunftsland und nicht die vergleichsweise luxeriöse Haftunterbringung erhalten, wie sie in Deutschland üblich ist.

Echt iaz
Echt iaz
Tratscher
1 Monat 20 Tage

Für des terf er no af die Kostn von Volk lebn?? De Strofe isch viel zu mild

Offline
Offline
Universalgelehrter
1 Monat 20 Tage

Jetzt muss der auch noch aus Steuermitteln durchgefüttert werden. Die Informationen diverser V-Leute werden und wurden, wie in der Causa Amiri, von den Geheim- und Sicherheitsdiensten ja überragend genutzt 🙈🙈😡.

Peerion
Peerion
Tratscher
1 Monat 20 Tage

Nebst den Gefahren für die Bevölkerung sollte auch immer wieder auf die Kosten verwiesen werden, die solche Personen und ihre Unterstützer hier verursachen.
“Während er Werbung für Terror machte, kassierte seine Familie 360 000 Franken Sozialhilfe”
http://www.luzernerzeitung.ch/amp/schweiz/islamisten-auf-freiem-fuss-bundespolizei-kann-6-iraker-nicht-ausschaffen-obwohl-sie-eine-gefahr-fuer-die-schweiz-darstellen-ld.1080140
Oder:
“von der Sozialhilfe gelebt – insgesamt bezog er so beinahe 600’000 Franken”
http://www.blick.ch/schweiz/er-kassierte-fast-600000-franken-bieler-hass-imam-bezog-jahrelang-sozialhilfe-id7189891.html

andr
andr
Universalgelehrter
1 Monat 20 Tage

Wenn man das liest😵😵😵das ist der totale Wahnsinn solche Menschen auf die Bevölkerung loszulassen😡😡Wer IS auf der Stirn trägt gehört für immer weggessperrt

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