Das Bündnis "Ein Europa für alle" rief zu den Protesten auf

Zehntausende Menschen demonstrieren gegen Nationalismus

Sonntag, 19. Mai 2019 | 17:50 Uhr

Eine Woche vor der EU-Wahl haben am Sonntag Zehntausende Menschen in Europa gegen Nationalismus demonstriert. In Wien demonstrierten laut Veranstaltern 6.500 Menschen, Demos gab es auch in Steyr und Feldkirch. Laut Veranstaltern gingen in Deutschland in sieben Großstädten insgesamt über 150.000 Menschen unter dem Motto “Ein Europa für alle – Deine Stimme gegen Nationalismus” auf die Straße.

Zu den Protesten aufgerufen hatte das Bündnis “Ein Europa für alle”, dem mehr als 400 Initiativen angehören. Thema bei der Demonstration in Wien war natürlich auch die kommende Neuwahl sowie das Ibiza-Video von Heinz-Christian Strache (FPÖ), der am Samstag zurückgetreten ist. Die Teilnehmer riefen dazu auf, am kommenden Sonntag bei der Europawahl teilzunehmen, “erheben wir gemeinsam unsere Stimmen und gehen wählen”, hieß es.

Laut Polizei nahmen 2.500 Menschen teil, die Kundgebung war ruhig und friedlich, hieß es gegenüber der APA. Die Veranstalter sprachen von über 6.000 Teilnehmern. Mehr den je gehe es um “unsere Zukunft”, sagten die Veranstalter bei der Auftaktkundgebung am Christian-Broda-Platz. Gegen 15.00 Uhr zogen die Demonstranten über die Mariahilfer Straße Richtung Innenstadt, die Schlusskundgebung soll am Heldenplatz stattfinden.

“Aufstehen für ein freies und demokratisches Europa”, war das Motto der Demonstranten. Sie verlangten außerdem den Rücktritt sämtlicher FPÖ-Minister. Die Forderung “raus mit ihnen aus den Ministerien” wurde mit lautstarkem Applaus begegnet. Wie schon bei den Demonstrationen am Samstag beim Ballhausplatz wurde das alten Partisanenlied “Bella Ciao” in “Basti Ciao” umgetextet und skandiert.

“Für uns zeigt sich, dass es notwendig ist, dass sich die Menschen zusammenschließen. Wir brauchen eine Europäische Union, die fit ist, um die drohende Klimakatastrophe abzuwenden”, betonte Maria Mayrhofer, die Geschäftsführerin der Plattform “Aufstehn.at”, die die Demonstration in Wien organisierte. Dass europaweit so viele Menschen für ein solidarischeres, ein sozialeres und ein ökologischeres Europa auf die Straße gehen, sei ein großer Erfolg für die Zivilgesellschaft, so Mayrhofer gegenüber der APA.

“Achtzig Prozent der Umweltschutzgesetze werden im EU-Parlament beschlossen. Es liegt in unseren Händen, am 26. Mai ein gerechtes, ökologisches und unabhängiges Europa zu wählen”, sagte Greenpeace-Geschäftsführer Alexander Egit laut Aussendung. “Derzeit versuchen Politiker auf der ganzen Welt, die Gesellschaft zu spalten und Menschen gegeneinander aufzuhetzen. Sie setzen dabei auf unser Schweigen. Deshalb ist es so wichtig, dass wir unsere Stimmen erheben: für ein starkes Europaparlament, das sich für Menschenrechte einsetzt”, betonte Fotis Filippou, Kampagnendirektor für Europa bei Amnesty International, in einer Aussendung.

In mehreren europäischen Städten gingen die Menschen auf die Straße, um ein Zeichen gegen Nationalismus zu setzen. In Köln demonstrierten 45.000 Menschen, in Berlin gab es 20.000 Demonstranten. In München gingen etwa 20.000 Menschen auf die Straße, in Frankfurt waren es rund 16.000, in Hamburg etwa 15.000, wie das Bündnis mitteilte. In Stuttgart wurden demnach gut 12.000 Demonstranten gezählt und in Leipzig 10.000.

In Polen gab es kleinere Kundgebungen unter dem Motto “Schicksal der Frauen, Stimme der Frauen” in Städten wie Warschau, Krakau und Breslau. Die Organisation Akcja Demokracja wollte damit nach eigenen Angaben vor der Europawahl darauf aufmerksam machen, dass gemeinsame Werte wie Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit in Polen und Europa bedroht seien.

In Schweden gingen einige Hundert Menschen mit der Parole “Ett Europa För Alla” auf die Straße. In Stockholm kamen bei trübem Wetter etwa 250 Teilnehmer zusammen, in Göteborg und Malmö jeweils rund 150, wie ein Sprecher der Organisatoren der Deutschen Presse-Agentur sagte. Aktionen gab es auch in Frankreich, Großbritannien und Bulgarien.

Von: apa

Kommentare

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25 Kommentare auf "Zehntausende Menschen demonstrieren gegen Nationalismus"


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aristoteles
aristoteles
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

haben die wirklich so eine grosse angst? ach ja, ihre geliebten „poltrone“

enkedu
enkedu
Kinig
1 Monat 8 Tage

die haben allen Grund Angst zu haben. Volksvertreter hätten keine Angst vor ihren Wählern.

xXx
xXx
Superredner
1 Monat 8 Tage

das sind keine politiker, sondern menschen mit hausverstand, die da auf die Straße gehn. man muss ja nicht ganz zu weit in die vergangenheit schauen um zu sehen was Nationalismus anrichtet. Es gibt keinen Ort auf der Welt, auf dem soviel gekämpft wurde wie in Europa mit seinen ganzen Nationalstaaten, erst das vereinte Europa, das sicher in vielerlei Hinsicht (noch) nicht perfekt ist, hat uns allen Frieden gebracht.

falschauer
falschauer
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

es geht nicht um die poltrine, diese haben die einen genauso wie die anderen, es geht um die freiheit, um die demokratie, um menschenrechte, und um vieles andere mehr….

https://m.faz.net/aktuell/politik/europawahl/europaeische-populisten-traeumen-in-mailand-vom-wahlsieg-16194347.amp.html#referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com&amp_tf=Von%20%251%24s

Orschgeige
Orschgeige
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

Es ist gut, dass wir in einer Demokratie leben, wo auch Du das Recht hast Deine undemokratischen Gedanken auszudrücken.

aristoteles
aristoteles
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

danke für die grosse zustimmung

aristoteles
aristoteles
Universalgelehrter
1 Monat 7 Tage

@Orschgeige, die wahrheit schmerzt wohl, gel?

65xzensiert
65xzensiert
Grünschnabel
1 Monat 7 Tage

@xXXx

Nicht Nationalismus, sondern Imperialismus führte zu Kriegen. Nicht auf die neuen EU- Kampfparolen reinfallen. Um die Nationalstaaten aufzulösen, wie es die EU will, müssen die Menschen natürlich dahingehend manipuliert werden, dass Heimat und Staat (Nation) potentielle Kriegsursachen sein können.

Grantelbart
Grantelbart
Grünschnabel
1 Monat 7 Tage

Interessant! Also fanden die grossen Kriege zwischen Europa und den kolonisierten Ländern Afrikas und Asiens statt? Nicht dass ich wüsste. Der Imperialismus ist wohl eher die Ursache der heutigen Migrationsbewegungen.

65xzensiert
65xzensiert
Grünschnabel
1 Monat 7 Tage

@grantelbart
Von Geschichte wohl keine Ahnung. Eines der Ursachen des 1. Weltkrieges war der Imperialismus, die ganze Welt war aufgeteilt unter einigen Großmächten. Das führte zu Kriegen, und nicht Nationalismus. Ursache der heutigen Völkerwanderung über einen halben Kontinent ist die rasante Bevölkerungszunahme.

Grantelbart
Grantelbart
Grünschnabel
1 Monat 7 Tage

Die Ausbeutung und Unterwerfung anderer Nationen (im 1. Weltkrieg ausgehend vom Konflikt zw Österreich Ungarn und dem heutigen Serbien) gründete sich auf den nationalistischen Stolz und Überlegenheitsgefühl. Was wir Imperialismus nennen ist nur der verlängerte Arm des Nationalismus!

65xzensiert
65xzensiert
Grünschnabel
1 Monat 7 Tage

@grantelbart

Kompletter Schmarrn. Die Großmächte, von denen der Krieg ausging, waren zu diesem Zeitpunkt noch gar keine Nationen, sondern zersplittert. Und genau das brachte Unfrieden, denn die unterschiedlichsten Völker wollten nicht von fremden Mächten, die sie unterdrückten, beherrscht werden. es gab erst Frieden, sobald sie eigene Staaten waren.

Als christlicher Grieche wollte man nicht unter islamisch- osmanischer Herrschaft stehen..

Grantelbart
Grantelbart
Grünschnabel
1 Monat 7 Tage

Naja Russland und Deutschland die jeweils auf Seiten Serbiens und Öst-Ungarns kämpften hätte man schon damals als Nationen bezeichnet aber ok. Der Krieg endete zunächst weil die eine Seite besiegt war. Vor dem 2. Weltkrieg gab es dann Nationen die in den schlimmsten Krieg bis dato verwickelt wurden, da kann man kaum von Frieden sprechen.

Spitzpassauf
Spitzpassauf
Superredner
1 Monat 8 Tage

Was haben die nur für ein Problem damit,wenn man auf seine Nation stolz ist ?
Das ist doch ganz normal.

jomai
jomai
Grünschnabel
1 Monat 7 Tage

bist du hier geboren bist stolz auf italia bist 70 km nördlich geboren stolz auf austria? ziemlich willkürlich und beschränkt der nationalstolz

noergler
noergler
Tratscher
1 Monat 7 Tage

Nationalismus wird vermutlich von dern Leuten gebraucht, die sonst nix haben, auf was sie Stolz sein können. Hab ich nie verstanden.

Waltraud
Waltraud
Universalgelehrter
1 Monat 7 Tage

@noergler
Dann nennen wir es Vaterlandsliebe. Was ist daran verkehrt? Oder kannst du damit auch nichts anfangen?

p.181
p.181
Tratscher
1 Monat 8 Tage

Des sein vun die Medien manipulierte Leit. Sie verstian net, wos die EU will: Durch weitere ungebremste Zuwonderung die Nationalstootn auflösen, damit die ungewählten Kommissare (vgl sowjet. Politbüro) ohne die lästige Mitsprache der nationalen und demokrat. legitimierten Parlamente ihre Mocht ausüben konn. Und zwor gegen die Interessen der orbeitenden Bevölkerung.

elmar
elmar
Superredner
1 Monat 7 Tage

Es ist nicht zu verstehen sie laufen auf die Strasse für genau jene Politiker die seit 20 Jahren Europa zugrunde richten diese Sesselkleber müssten eigentlich weg nicht jene wie Salvini

Grantelbart
Grantelbart
Grünschnabel
1 Monat 7 Tage

Ging es uns in den letzten 20 Jahren wirklich soo schlecht? Und falls ja war es dann die Schuld der EU oder nicht viel eher die von Berlusconi & Co?

denkbar
denkbar
Kinig
1 Monat 7 Tage

Viele schließen die Augen davor, dass Italien in den letzten 30 Jahren nur vier Jahre eine Mitte-Links Regierung hatte und die restliche Zeit von rechts in den Sumpf geführt wurde.

Grantelbart
Grantelbart
Grünschnabel
1 Monat 7 Tage

Leider vergessen die Menschen viel zu schnell, keiner in diesem Forum hat die Schrecken des Krieges erlebt. Was hat der Nationalismus erreicht ausser den gewaltsamenTod von Millionen Menschen. Manche Dinge ändern sich nie.

sakrihittn
sakrihittn
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

Die grosse Angst die NWO nicht durch zu bringen, um mit einer globalen Diktatur alle Menschen mit einem Knopfdruck kontrollieren zu können.

zombie1969
zombie1969
Universalgelehrter
1 Monat 7 Tage

Diese Aktivisten werden sich wundern wenn die ganze Welt ihrer Anschauung folgt. Allein wenn das was in Afrika wöchentlich geboren wird, als Ausgleich herkommt wird keiner dieser Aktivisten mehr da stehen. Aber Hauptsache Schilder in die Höhe halten wo draufsteht, Europa ist für alle da.

Orschgeige
Orschgeige
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

Und in Bozen?

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