Der Tod Floyds löste Unruhen in den USA aus

Zeuge: Floyd leistete bei Festnahme keinen Widerstand

Donnerstag, 04. Juni 2020 | 16:58 Uhr

Der bei einem brutalen Polizeieinsatz getötete Afroamerikaner George Floyd hat nach Angaben eines anwesenden Freundes bei seiner Festnahme keinerlei Widerstand geleistet. “Er hat von Anfang an auf demütigste Weise versucht zu zeigen, dass er in keiner Form Widerstand leistet”, sagte Maurice Lester Hall am Mittwochabend (Ortszeit) der “New York Times”.

“Ich habe gehört, wie er flehte: ‘Bitte, warum das alles?'”, so Hall. Er saß nach Angaben der “New York Times” im Beifahrersitz des Autos, aus dem die Polizei Floyd bei seiner Festnahme zerrte. Später drückte ein weißer Polizist dem auf dem Boden liegenden Floyd fast neun Minuten lang das Knie in den Nacken, obwohl der Afroamerikaner wiederholt klagte, er bekomme keine Luft mehr.

“Er hat um Hilfe geschrien, weil er am Sterben war”, sagte Hall der “New York Times”. “Ich werde mich immer an die Angst in Floyds Gesicht erinnern. Das lässt mich nicht mehr los: Einen erwachsenen Mann weinen zu sehen, und einen erwachsenen Mann dann sterben zu sehen.”

Hall verließ nach Angaben der “New York Times” nach Floyds Tod Minneapolis. Der 42-Jährige wurde zu Wochenbeginn im texanischen Houston von der Polizei aufgespürt und zu Floyds Tod befragt. Gegen Hall lagen demnach wegen früherer Vergehen mehrere Haftbefehle vor.

Floyds auf einem Handyvideo festgehaltener Tod hat in den USA Entsetzen und Empörung ausgelöst und zu landesweiten Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus geführt. Der 46-Jährige war am Montag vergangener Woche in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota festgenommen worden, nachdem er mutmaßlich mit Falschgeld Zigaretten gekauft hatte. Er wurde dann minutenlang von Polizisten auf dem Boden fixiert und starb.

Die vier an der Festnahme beteiligten Polizisten wurden entlassen und inzwischen festgenommen. Dem Hauptbeschuldigten Derek Chauvin wird ein “Mord zweiten Grades” zur Last gelegt, was einem Totschlag in einem besonders schweren Fall entspricht und mit bis zu 40 Jahren Gefängnis bestraft werden kann. Die drei anderen Ex-Polizisten werden der Beihilfe beschuldigt.

In Minneapolis wird am Donnerstag bei einem Gedenkgottesdienst an Floyd erinnert. In den kommenden Tagen sind weitere Trauerfeiern geplant. Am kommenden Dienstag soll Floyd dann in Houston beigesetzt werden.

Von: APA/ag.

Kommentare

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9 Kommentare auf "Zeuge: Floyd leistete bei Festnahme keinen Widerstand"


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Guenni
Guenni
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

Kann mir bitte jemand (ernsthaft !) erklären, was mit einem “Mord zweiten Grades” gemeint ist ? Hoffentlich bestätigt sich nicht mein Verdacht, dass das etwas mit der Hautfarbe zu tun hat.

Spitzpassauf
Spitzpassauf
Superredner
1 Monat 8 Tage

Guenni, es ist wie in Deutschland Totschlag.

Hakuna-Matata
Hakuna-Matata
Grünschnabel
1 Monat 8 Tage

wenn es doch nur sowas wie eine suchfunktion im internet gäbe;
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Mord_(Vereinigte_Staaten)

toeeuni
toeeuni
Superredner
1 Monat 8 Tage

hat der polizist den mann getötet? ja.
hat der polizist vorgehabt den mann zu töten? nein.
totschalg zweiten grades

Guenni
Guenni
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

@Hakuna-Matata…kenne mich da leider überhaupt nicht aus. Danke dir für den freundlichen Tipp, werde es mir mal von meinem IT-Spezialisten im Betrieb erklären lassen. 😉

Guenni
Guenni
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

@Spitzpassauf..danke dir

xXx
xXx
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

@toeeuni wenn man die Bilder sieht wär ich mir nicht so sicher ob er ihn nicht töten wollte, oder es zumindest billigend in kauf genommen hat..

Guenni
Guenni
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

@toeeuni..kennst den Ex-Polizisten persönlich, weil du weißt, dass er ihn nicht töten wollte ? Ich hoffe, dass es ein Gericht anderst sieht. Billigend in Kauf genommen ist das Mindeste, ich glaube an Tötung mit Vorsatz und das ist Mord.

Faktenchecker
Faktenchecker
Universalgelehrter
1 Monat 7 Tage

“Ein Täter begeht immer dann einen Mord, wenn er aus niedrigen Beweggründen einer anderen Person das Leben nimmt.”


Sonstige niedrige Beweggründe

In diese Gruppe fallen all solche Motive, die unter allgemein sittlichen Bewertungsaspekten die niedrigste Stufe einnehmen, hemmungslosen Egoismus aufweisen und als besonders verachtenswert anzusehen sind.

Als niedrige Beweggründe kommen daher unter anderem Rach- oder Eifersucht, Zorn sowie selbstsüchtige Motive, die menschenverachtende Ansichten zum Ausdruck bringen, in Frage. Auch Ausländerhass, welcher in der Regel Ermittlungen durch den Staatsschutz nach sich zieht, ist dieser Kategorie zugehörig.”

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