Wieder Krawalle in Paris

Zusammenstöße zwischen “Gelbwesten” und Polizisten in Paris

Samstag, 20. April 2019 | 18:54 Uhr

In Frankreich sind erneut tausende Unterstützer der “Gelbwesten”-Bewegung auf die Straße gegangen. Bis zum frühen Samstagnachmittag beteiligten sich nach Angaben des Innenministeriums landesweit rund 9.600 Menschen an den Demonstrationen, davon 6.700 Menschen in der Hauptstadt Paris. Dort kam es erneut zu Ausschreitungen. Es gab mehr als 100 Festnahmen.

Es war die erste “Gelbwesten”-Kundgebung seit dem Brand der Kathedrale von Notre-Dame. Der Bereich unmittelbar um die gotische Kirche war für die Demonstranten gesperrt. Die Teilnehmerzahlen lagen dennoch höher als am vergangenen Wochenende, als bis 14.00 Uhr landesweit 7500 “Gelbwesten”-Aktivisten protestiert hatten.

Das Feuer und die anschließend eingegangenen Spenden für den Wiederaufbau beschäftigten auch die Demonstranten. “Das Geld für Notre-Dame ist eine gute Sache”, sagte ein Pensionist, der früher bei der Eisenbahn gearbeitet hatte, der Nachrichtenagentur AFP. “Aber wenn man sieht, was man innerhalb weniger Stunden an Geld locker machen kann…” Auf einem Transparent war in Anspielung auf den Autor des Romans “Der Glöckner von Notre-Dame” zu lesen: “Victor Hugo dankt euch für Notre-Dame de Paris, aber vergesst nicht die Elenden.”

Die Demonstration hatte zunächst relativ ruhig begonnen. Ein kleinerer Protestzug, der an der Basilika Saint-Denis begann, verlief nach Polizeiangaben ohne Zwischenfall. Zu den ersten Zusammenstößen kam es dann am frühen Nachmittag in der Nähe des Bastille-Platzes. Die Polizei führte insgesamt rund 11.000 Personenkontrollen aus. 137 Menschen wurden nach Polizeiangaben vorläufig festgenommen, 110 von ihnen kamen in Gewahrsam.

In der Innenstadt setzten Sicherheitskräfte Tränengas gegen die “Gelbwesten” ein, wie AFP-Reporter berichteten. Demonstranten zündeten Motorroller an und warfen Flaschen und Gegenstände auf die Polizei. Zudem gab es aus den Reihen der Teilnehmer den Sprechchor “Bringt euch um, bringt euch um” – eine Anspielung auf eine Reihe von Selbstmorden unter Polizisten seit Beginn des Jahres an. Auch Mülleimer, Absperrungen und Autos standen in Flammen.

Die Pariser Polizei hatte vor dem Beginn der Proteste befürchtet, dass unter den Demonstranten “ein radikaler Block von 1.500 bis 2.000 Menschen” sein würde, der Chaos in der Hauptstadt verbreiten könnte. Bei früheren “Gelbwesten”-Protesten waren Gebäude angezündet, Fenster eingeworfen und Geschäfte geplündert worden.

Frankreichs Innenminister Christophe Castaner ließ darum landesweit mehr als 60.000 Mitarbeiter von Polizei und Gendarmerie mobilisieren. Er erwarte Krawallmacher in Toulouse, Montpellier, Bordeaux und “vor allem in Paris”, sagte Castaner.

Es ist bereits das 23. Protestwochenende der “Gelbwesten”-Bewegung – und das letzte, ehe Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Donnerstag seine Reformpläne vorstellt, die er unter dem Druck der anhaltenden Demonstrationen entwickelt hat.

Die “Gelbwesten” protestieren seit fünf Monaten für mehr soziale Gerechtigkeit und niedrigere Steuern. Im Dezember hatte Macron zunächst Zugeständnisse im Umfang von rund zehn Milliarden Euro angekündigt, unter anderem einen höheren Mindestlohn. Von Mitte Jänner bis Mitte März ließ der Präsident die Bürger zudem im Rahmen einer “großen nationalen Debatte” befragen, um “die Wut in Lösungen zu verwandeln”.

Von: APA/ag.

Kommentare

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20 Kommentare auf "Zusammenstöße zwischen “Gelbwesten” und Polizisten in Paris"


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falschauer
falschauer
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

diese gilets jeunes haben wieder einmal bewiesen, dass sie absolute chaoten mit einer kriminellen ader sind, denn nichts in der welt gerechtfertigt ihr gewalttätiges verhalten…..das heißt noch lange nicht, dass man alles hinnehmen muss, wie hier einige dieses verhalten rechtfertigen möchten, aber diese zerstörerische wut ist ganz sicher nicht der richtige weg und man sollte sich dann auch nicht wundern, wenn die polizei kompromisslos eingreift um dieses aggressive verantwortungslose verhalten in schranken zu weisen

Mistermah
Mistermah
Kinig
1 Monat 4 Tage

Nichts auf der Welt rechtfertigt kriminelles Verhalten? Aber die Regierungen dürfen es ungestraft??? Menschen werden bis aufs letzte ausgebeutet und ihre Würde mit Füßen getreten! Ihr glaubt immer noch dass es irgendwann aufhört? Ich nicht. Es ist zwar nicht die Lösung, aber die logische Konsequenz. Und es wird noch schlimmer! Das Bewusstsein der Menschen ist noch nicht weit genug, das System friedlich zu zerstören. Deshalb wird Gewalt nicht vermeidbar sein. Seit Jahrzehnten wird Gewalt als Lösung von Problemen propagiert in ungerechtfertigten Angriffskriegen, Film, spiel usw

Zugspitze947
Zugspitze947
Tratscher
1 Monat 4 Tage

lauter lächerliche Behauptungen !!!!! 🙁

m69
m69
Kinig
1 Monat 4 Tage

Falschauer @

Eine Revolution mit Kaffee u. Kuchen?
Ich glaube nicht, dass das funktionieren würde!

m69
m69
Kinig
1 Monat 4 Tage

Mistermah@

Man hat halt von den Großen gelernt, USA & Co.

falschauer
falschauer
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

@m69…. also rechtfertigst du gewaltanwendung und zerstörungswut?

falschauer
falschauer
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

@Mistermah ich bin überzeugt, dass man mit verhandlungen mehr erreichen kann, wir beide sind eben anders gestrickt geh du deinen weg, ich gehe meinen, es wird sich ja herausstellen was uns die zukunft bringt….in einem sind wir uns jedoch einig und das ist, dass es so nicht weitergehen kann, nur sind unsere lösungsvorschläge verschiedene

Mistermah
Mistermah
Kinig
1 Monat 3 Tage

@falschauer
Da geb ich dir recht, es kann nicht so weitergehen. Der Reichtum UNSERER aller Erde muss gerechter aufgeteilt werden! Ja unser weg ist nicht der selbe. Du willst reden und verhandeln finde ich ja gut. Aber wie willst du die da oben zum verhandeln bringen? Ich verstehe, dass irgendwann das berühmte fass für viele überläuft. Wir wissen alle dass es danach zu spät ist. Ich meinerseits bin für einen anderen weg. Widerstand durch ignorieren des Systems, ganz ohne Gewalt. Wenn wir das System nicht mehr unterstützen und uns in lokalen Gruppen von ihm lösen, zerfällt es von alleine.

m69
m69
Kinig
1 Monat 3 Tage

@falschauer 

habe dir geantwortet, aber mein Post ist wie üblich ins Nirvana versumpft!

falschauer
falschauer
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

@Mistermah…. so ist es, wenn kein thunfisch mehr gekauft wird, hört das fürchterliche gemetzel auf, wenn es bis dahin nicht nur zu spät ist….ende der parabel

sabine
sabine
Grünschnabel
1 Monat 4 Tage

Diese Gelbwesten sollten gscheider ihre Energie darin investieren, ihr Leben zu verbessern und arbeiten gehen, statt sinnlos rumzurandalieren

Mistermah
Mistermah
Kinig
1 Monat 4 Tage

Achso… gehörst du zu jenen die den Arbeiter ausnutzen oder zu jenen die kniend alles über sich ergehen lassen?

typisch
typisch
Kinig
1 Monat 4 Tage

Also viel arbeiten, viel steuer zahlen, alles gefallen lassen und still sein und alkes hinnehmen.
Du bist der perfekte sklave der neuzeit

Zugspitze947
Zugspitze947
Tratscher
1 Monat 4 Tage

Mistermah du hast wohl sehr wenig Ahnung. Die Franzosen haben als erste vr ca. 15 Jahren die 35 Stundenewoche bei vollem Lohnsaugleich durchgesetzt. Das ist die Quittung dafür,man kann nicht mehr ausgeben als man einnimmt ! Aber eben die Südländer meinen es muss weiterhin Dolce Vita geben,wer es bezahlt fragen sie nicht 🙁

m69
m69
Kinig
1 Monat 4 Tage

Typisch @
Mistermah@

Genau so ist es!
Die Guillotine ist schon bereit, aber diesmal wird Macron nur abgestraft!
Macron soll froh sein, dass er nicht den Kopf verliert!

selwol
selwol
Grünschnabel
1 Monat 4 Tage

Wenn man weiss,wo Macron zuvor angestellt war kann man nicht erwarten,dass er Präsident für den kleinen Mann sein wird.
Die Grossen nehmen sich was sie brauchen und den Kleinen macht man Zugeständnisse.Soll heissen,dem kleinen Mann steht im Grunde gar nichts zu.

m69
m69
Kinig
1 Monat 4 Tage

Selwol @

Doch! Dem kleinen Mann steht die Arbeit zu!
Wo denkst du hin? 🤣🤣🤣🤣

enkedu
enkedu
Kinig
1 Monat 4 Tage

Macron. Die verstehen dein grosses Europa nicht. 😂😂🙈

Rechner
Rechner
Superredner
1 Monat 3 Tage

Hallo ihr Grundverteidiger der europäischen Rechten. Ihr wisst aber schon dass die Demonstrationen mittlerweile komplett in marxistischer Hand sind?
Habt ihr euch nicht gewundert dass Le Pen von der Bildfläche verschwunden ist?

m69
m69
Kinig
1 Monat 3 Tage

Rechner@

Vater. Tocher oder Enkelkind?

Ich nehme mal an, dass sie den Vater meinten….
Mit dem Vater hätte die rechte Partei von Le Pen keine Chance eine Wahl zu gewinnen! Mit der Tochter oder Enkeltocher aber schon!

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