Die Beamten feuerten Tränengas

Zusammenstöße zwischen Polizei und Migranten in Griechenland

Samstag, 06. April 2019 | 15:36 Uhr

In Griechenland ist es am Samstag zu Zusammenstößen von Polizei und Migrantengruppen gekommen, die auf eine Weiterreise nach Nordeuropa hoffen. Die Beamten feuerten Tränengas auf Dutzende von Menschen. Diese warfen Steine und Flaschen und versuchten eine Polizeisperre zu durchbrechen, um auf eine Straße zu gelangen, die Richtung Grenze führt. Manche trugen Kinder in ihren Armen.

Am Donnerstag waren auf einem Gelände nahe des Flüchtlingslagers Diavata in Nähe der Grenze zu Nordmazedonien Hunderte von Menschen angekommen und hatten Zelte aufgeschlagen. Sie reagierten auf Berichte in sozialen Netzwerken, wonach Anfang April ein organisierter Grenzübertritt möglich sei. Dies dementierte am Freitag Migrationsminister Dimitris Vitsas: “Es ist eine Lüge, dass die Grenzen offen sein werden”, sagte er dem staatlichen TV-Sender ERT.

Ansammlungen von Migranten, die nach Norden reisen wollten, gab es auch in Athen. Dort besetzten am Freitag rund 300 Menschen den Hauptbahnhof der griechischen Hauptstadt. Der Bahnverkehr wurde für mehrere Stunden eingestellt. Die Besetzung wurde jedoch in der Nacht auf Samstag beendet, teilte die Eisenbahndirektion mit. Alle Züge fuhren wieder.

Während des Höhepunkts der Migrationskrise war entlang der Grenze zwischen Griechenland und Nordmazedonien ein Grenzzaun gebaut worden. Dieser steht noch und wird überwacht. Damit ist die sogenannte Balkanroute nach Mitteleuropa weitgehend geschlossen worden. Sie führt von Griechenland über Nordmazedonien, Serbien und Ungarn nach Mitteleuropa.

Von: APA/dpa/Ag.