Trauriger Alltag in der Nahost-Region

Zwei Tote bei neuen israelischen Angriffen im Südlibanon

Sonntag, 24. Mai 2026 | 22:07 Uhr

Von: APA/AFP

Bei neuen israelischen Angriffen im Süden des Libanon sind am Sonntag nach libanesischen Angaben am Sonntag mindestens zwei Menschen getötet worden. Unter den Toten sei ein Rettungssanitäter von der Hisbollah-nahen Organisation Islamisches Gesundheitskomitee, teilte das Gesundheitsministerium in Beirut mit. Israel rechtfertigt seine Angriffe im Libanon damit, dass es gegen die pro-iranische Hisbollah-Miliz vorgehe, die ihrerseits weiterhin israelische Ziele angreift.

Bei den Angriffen in der Gemeinde Arab Salim im Bezirk Natabieh seien weitere zehn Menschen verletzt worden, darunter sechs Nothelfer, hieß es in Beirut weiter. Zwei der verletzten Rettungskräfte arbeiten den Angaben zufolge ebenfalls für das Islamische Gesundheitskomitee und die anderen vier für die Organisation Risalta, die zur Amal-Bewegung gehört. Diese Bewegung ist mit der pro-iranischen Hisbollah-Miliz verbündet.

Zuvor hatte der libanesische Zivilschutz gemeldet, dass seine regionale Einsatzzentrale in der südlichen Stadt Nabatäa durch einen israelischen Angriff zerstört worden sei. Die Generaldirektion des Zivilschutzes teilte mit, das Gebäude sei nach einem “direkten Treffer bei einem feindlichen israelischen Angriff” Sonntag früh eingestürzt. Zahlreiche Fahrzeuge und andere Ausrüstung seien beschädigt worden. Opfer gab es den Angaben zufolge nicht, weil das Personal zuvor verlegt worden war. Der Zivilschutz verurteilte den “Angriff auf ein Zentrum der humanitären und ersten Hilfe”. Die Rettungskräfte seien bei ihren Einsätzen “zunehmenden Risiken und Herausforderungen” ausgesetzt.

Am Samstag waren bei israelischen Angriffen im Südlibanon nach Angaben des Gesundheitsministeriums in dem Dorf Sir el Gharbiyeh elf Menschen getötet worden, darunter sechs Frauen und ein Kind. Zudem seien neun Menschen verletzt worden, darunter vier Kinder und eine Frau.

An sich Waffenruhe sei Mitte April

Zwischen den Nachbarländern gilt seit Mitte April eigentlich eine Waffenruhe, die unlängst unter US-Vermittlung um weitere 45 Tage verlängert worden war. Israel und die vom Iran finanzierte Hisbollah-Miliz werfen sich seitdem jedoch immer wieder gegenseitig Verstöße gegen das Waffenruhe-Abkommen vor. Die Hisbollah, deren erklärtes Ziel die Vernichtung Israels ist, lehnt sowohl die direkten Gespräche zwischen Libanons Regierung und Israel als auch die Waffenruhe ab.

Hisbollah-Chef Naim Qassem bekräftigte diese Haltung am Sonntag. In einer Ansprache im Hisbollah-Fernsehsender Al-Manar argumentierte er, dass die USA bei den Gesprächen zwischen dem Libanon und Israel “kein ehrlicher Vermittler” seien, sondern die Interessen Israels bedienten. “Direkte Verhandlungen sind völlig inakzeptabel und ein reiner Gewinn für Israel”, sagte Qassem.

Hisbollah-Chef hofft auf Iran-Abkommen

Zugleich bekundete der Hisbollah-Chef die Hoffnung auf ein Abkommen zur Beendigung des seit Ende Februar andauernden Iran-Kriegs – und dass auch der Libanon in ein solches Abkommen einbezogen werde. Es gebe “Anzeichen” dafür, dass eine Vereinbarung geschlossen werde, und “wir auch unter jenen sind, die in dieses Abkommen einbezogen sind – ein Abkommen über eine vollständige Einstellung der Kämpfe”, sagte er.

Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Die Hisbollah hatte damals als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Khamenei durch einen israelischen Angriff Raketen auf Israel abgefeuert. Israel flog daraufhin massive Angriffe auf Teile des Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze. Israel und der Libanon unterhalten keine diplomatischen Beziehungen und befinden sich formell seit 1948 im Kriegszustand.

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