Zorn der Moslems entlädt sich

Zwei Tote bei Zusammenstößen in Palästinensergebieten

Freitag, 08. Dezember 2017 | 23:02 Uhr

Aufruhr im Heiligen Land: Nach der Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch die USA sind bei Unruhen in Jerusalem und den Palästinensergebieten zwei Palästinenser getötet worden. Mindestens 760 Menschen sollen verletzt wurden sein, rund 260 davon erlitten Schusswunden, die Mehrheit durch Gummimantelgeschoß. Die meisten Palästinenser wurden durch Tränengas verletzt.

Ein Krankenhaus in der Stadt Gaza gab am Freitag bekannt, eine Person sei an ihren Verletzung gestorben. Zuvor hatten israelische Soldaten an der Grenze zu Gazastreifens einen Mann erschossen.

Die israelische Armee erklärte, Hunderte Palästinenser hätten Steine auf Soldaten geworfen und über die Grenze hinweg brennende Reifen gerollt. Die Soldaten hätten gezielt auf zwei Hauptverantwortliche geschossen. “Es wurden Treffer bestätigt.”

Die radikal-islamische Hamas hatte für Freitag zum Beginn eines neuen Palästinenseraufstands aufgerufen. In Jerusalem, dem Westjordanland und dem Gazastreifen gingen nach den Freitagsgebeten Tausende Palästinenser auf die Straße. Vor allem Jugendliche verbrannten amerikanische Flaggen und setzten Reifen in Brand, warfen mit Steinen und Flaschen auf israelische Sicherheitskräfte.

“Heute, am 30. Jahrestag der ersten Intifada (Palästinenseraufstand), erhebt sich unser Volk in Ablehnung gegen die Erklärung von Trump”, sagte Ahmad Bahar, ein führender Hamas-Vertreter, während der Gebete am Freitag in Gaza. “Jerusalem ist die Hauptstadt Palästinas und auch die Hauptstadt der Araber und Muslime.” Auch in anderen muslimischen Ländern gingen die Menschen aus Protest gegen die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump auf die Straße, etwa in Ägypten, Jordanien, im Libanon und in Tunesien.

Teilnehmer von Kundgebungen in der Türkei schwenkten palästinensische Flaggen und skandierten Parolen wie “Mörder USA”. Im Iran verbrannten Demonstranten US-Flaggen. Der tunesische Präsident Beji Caid Essebsi bestellte den US-Botschafter ein.

In Europa organisierte die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs nach eigenen Angaben in 14 EU-Hauptstädten Aktionen vor US-Botschaften und Parlamenten und machte den Status Jerusalems zum Thema der Freitagspredigt in ihren Moscheegemeinden. In Wien demonstrierten rund 700 Personen vor der US-Botschaft gegen die Entscheidung Trumps.

Die Palästinenser gingen diplomatisch auf Distanz zu den USA. Nach der Entscheidung Trumps wird Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas nach Angaben von Fatah-Vertretern US-Vizepräsident Mike Pence nicht wie geplant in Bethlehem treffen. “Dieses Treffen wird nicht stattfinden”, sagte der ehemalige Sicherheitschef Jibril Rajoub in einem Fernsehinterview. “Ich sage, im Namen der Fatah, dass wir keinerlei US-Vertreter in den Palästinensergebieten treffen werden.”

Pence habe Abbas am 19. Dezember in Bethlehem treffen wollen, sagte Rajoub. Die BBC berichtete, die USA hätten die Palästinenser vor einer Absage des Treffens gewarnt. Abbas’ Sprecher sagte dem arabischen Sender Al-Jazeera am Freitag zu der Warnung: “Jerusalem ist wichtiger, als jedes Treffen mit Pence oder irgendeinem anderen amerikanischen Vertreter.” Der Großimam der ehrwürdigen Al-Azhar in Kairo sagte aus Protest ebenfalls ein Treffen mit Pence ab.

Israel möchte nach Medienberichten nun den Bau von Siedlerwohnungen vorantreiben. 14.000 neue Wohnungen sollen entstehen, davon 6.000 in Ost-Jerusalem, berichtete die Zeitung “Maariv”. Das wäre der erste große Entwicklungsplan in Ost-Jerusalem in den vergangenen 20 Jahren, schrieb die “Times of Israel”.

Angesichts der befürchteten Eskalation der Gewalt in der Region kam der UNO-Sicherheitsrat zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. Dabei musste die USA massive Kritik aller 14 anderen Mitglieder des Gremiums einstecken. Die Entscheidung, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, stelle einen “gefährlichen Präzedenzfall” dar, sagte etwa Ägyptens UNO-Botschafter Amr Abdellatif Aboulatta.

Die Botschafter von Großbritannien, Italien, Schweden, Italien und dem derzeit nicht im Sicherheitsrat vertretenen Deutschland teilten nach der Sitzung am Freitag in New York in einer gemeinsamen Erklärung mit, die Entscheidung sei “nicht in Übereinstimmung mit UN-Resolutionen” und “nicht hilfreich in Hinsicht der Aussichten auf Frieden in der Region”.

US-Botschafterin Nikki Haley hatte die Entscheidung zuvor verteidigt. “Unsere Handlungen sollen das Ziel des Friedens voranbringen”, sagte Haley. “Ich verstehe die Sorgen der Mitglieder, die die Sitzung beantragt haben. Veränderung ist schwierig, aber wir sollten nie infrage stellen, was die Wahrheit erreichen kann.” Die US-Regierung fühle sich dem Friedensprozess für den Nahen Osten weiter zutiefst verpflichtet – “und wir glauben, dass wir dem Ziel näher sein könnten als je zuvor”. In einem Seitenhieb auf die Vereinten Nationen kritisierte Haley, dass diese dem Friedensprozess “mehr Schaden” zugefügt hätten, als ihn voranzubringen.

Israel hatte 1967 im Sechs-Tage-Krieg unter anderem Ost-Jerusalem von Jordanien erobert und annektierte den Stadtteil später. Die internationale Gemeinschaft erkennt diesen Schritt nicht an. Die Palästinenser wollen Ost-Jerusalem als Hauptstadt für einen künftigen unabhängigen Staat Palästina. Israel beansprucht die ganze Stadt für sich. Die Altstadt mit der Klagemauer und dem Tempelberg liegt in Ost-Jerusalem.

Von: APA/dpa

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

33 Kommentare auf "Zwei Tote bei Zusammenstößen in Palästinensergebieten"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Dagobert
Dagobert
Superredner
6 Tage 15 h

Trump wird als dämlichster dümmster und verrücktester Präsident in die Geschichtsbücher eingehen!

Mistermah
Mistermah
Universalgelehrter
6 Tage 13 h

@dagobert
Nix verstehen, aber gscheid reden. Trump hat nicht jerusalem zur Hauptstadt gemacht. Das sind die israelis selbst gewesen. Die USA ist von israel so stark beeinflusst, vor allem finanziell (siehe Schulden), dass ihnen nichts anderes übrig bleibt, wie auf der Seite israels zu sein. Deutschland wird folgen, jede wette. Antisemitismus lässt grüßen.

Mastermind
Mastermind
Tratscher
6 Tage 9 h

@Mistermah Das wollen viele nicht hören oder sie können es sich nicht eingestehen. Deswegen hatten die Israelis so Angst vor dem Iran, dass die Atombomben bauen, weil die Moslems wissen schon, wer ihnen das Land illegal vor 70 Jahren geklaut hat. 

ivo815
ivo815
Kinig
6 Tage 9 h

@Mistermah Mit der Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt schafft Donald Trump einen gefährlichen Präzedenzfall, urteilt der Völkerrechtler Stefan Talmon. Er warnt vor den Folgen – etwa für die Krim.
Nachzulesen auf SPON

enkedu
enkedu
Universalgelehrter
6 Tage 7 h

@ivo815 Auf die Krim passt ja die Nato und insbesondere die Eu auf. Wenns den bösen Russen nicht passt ersticken wir sie mit Paragraphen. 😂😂

denkbar
denkbar
Kinig
6 Tage 7 h

@Dagobert . Dafür sorgt er tagtäglich allein mit seinen twitter Einträgen. Der unreife Narziss gehört in eine psychiatrische Klinik nicht ins Weiße Haus.

speckbrot
speckbrot
Tratscher
6 Tage 5 h

@Mastermind 
Informiere dich genauer, wer Israel im jihad überrannt hat.
Jerusalem wird schon im AT erwähnt, man findet jahrtausendealte jüdische und christliche Gräber, Kirchen und Tempel. Die al- aqsa- moschee auf dem Tempelberg wurde über einem alten jüdischen Tempel gebaut, der vorher zerstört wurde. Auch wurde Ostjerusalem vor 70 Jahren nicht erobert, wie es die MSM verkünden, sondern zurückerobert.

ivo815
ivo815
Kinig
5 Tage 22 h

@speckbrot die Bibel ist kein Geschichtsbuch sondern eines von vielen Märchenbüchern

myopinion
myopinion
Tratscher
5 Tage 19 h

@Mistermah . Sich einbilden der Gescheideste zu sein und auf an Niveau sein, wo zuerst beleidigt werden muss,bevor dann irgend a Kas dahergredt werd.

typisch
typisch
Superredner
5 Tage 18 h

@denkbar
warum hzt man ihn dann blos gewählt? achbja die russen…..

Dagobert
Dagobert
Superredner
5 Tage 16 h

@Mistermah: ach ja, sie Allesversteher, Obama wäre sicher nie so dumm, in dieses “Feuer” auch noch Benzin reinzuschütten.

denkbar
denkbar
Kinig
4 Tage 16 h

… und Trump, diesen politischen Brandstifter, wird es ganz und gar nicht stören, was er da anrichtet!

denkbar
denkbar
Kinig
4 Tage 16 h

@ivo815 . außer man liest sie historisch-kritisch, dann ist sie ein überaus interessantes literarisches Werk.

ivo815
ivo815
Kinig
4 Tage 11 h

@denkbar natürlich. Ich habe das bewußt überspitzt und du weißt weshalb.

denkbar
denkbar
Kinig
4 Tage 6 h

@ivo815 👍👍👍👍👍👍

Ralph
Ralph
Tratscher
6 Tage 16 h

in israel wird es niemals frieden geben. leider fakt.

witschi
witschi
Universalgelehrter
6 Tage 14 h

doch, könnte es wenn einer der beiden kontrahenten endlich einaml nach gibt

speckbrot
speckbrot
Tratscher
6 Tage 11 h

@witschi 
Legen die mohamedaner die Waffen nieder, gibts Frieden, legen die Juden die Waffen nieder, gibt’s kein Israel mehr.

witschi
witschi
Universalgelehrter
6 Tage 9 h

@speckbrot, wenn es so weiter geht, dann gibt es weder noch

6079_Smith_W
6079_Smith_W
Tratscher
5 Tage 17 h

@witschi

Für Frieden braucht es den guten Willen auf beiden Seiten (wie auch in unserem Lande für das friedliche Zusammenleben)

OrB
OrB
Superredner
6 Tage 17 h

Rundum eine Mauer bauen, keiner rein und keiner raus!

Orschgeige
Orschgeige
Grünschnabel
6 Tage 16 h

Schun passiert!

witschi
witschi
Universalgelehrter
6 Tage 15 h

am besten weiter nördlich und bitte lang genug

typisch
typisch
Superredner
5 Tage 18 h

sie haben ja schon einen mächtigen zaun gebaut

wellen
wellen
Tratscher
6 Tage 13 h

Verrücktes Trumpeltier

Wolke
Wolke
Grünschnabel
6 Tage 14 h

Im islamischen Lager war es in letzter Zeit zu ruhig geworden, da musste man doch mal wieder ordentlich provozieren, um leicht vorhersehbare Reaktionen zu schüren und der Welt dann zu zeigen, wie böse doch der ganze Islam ist und dass man dieses Feindbild vermeintlich zu Recht bekämpfen und bekriegen und mit den ach so löblichen “westlichen Werten” zwangsbeglückt werden muss.

josef.t
josef.t
Tratscher
6 Tage 12 h

@witschi  Nur wenn die amerikanische Regierung und
ein Teil der Regierungen Europa das völkerrechtswidrige
Verhalten der Israelischen Regierung, nicht mehr
unterstützen würden !
Zweistaatenlösung ! Aber die die Ultras in Israel, die das 
“Sagen” haben, möchten ganz Palästina für sich
beanspruchen ! Genau diese Gruppierung verweigert
den Militärdienst, ihre Religion verbietet es ?
Dafür müssen andere den Kopf hinhalten ?
Religiöser Präsident; “so wahr mir Gott helfe” Friede zu
stiften oder Unfrieden zu sähen ?

Tschoegglberger.
6 Tage 4 h

komisch, wenns gegen die Juden geht, sind machen auf der Seite der Moslems.

knoflheiner
knoflheiner
Superredner
6 Tage 10 h

lauter verrückte gläubige.
 mir wär wurst ob rom oder tanas die hauptstodt von italien isch

PuggaNagga
PuggaNagga
Superredner
5 Tage 20 h

Der Zorn der Moslems… muss unendlich sein!

speckbrot
speckbrot
Tratscher
5 Tage 12 h

@PuggaNagga

Die Hetze gegen Juden fängt schon im Kindergarten an. Videos dazu auf YouTube wurden inzwischen alle zensiert.

PuggaNagga
PuggaNagga
Superredner
5 Tage 20 h

Juden und Moslems werden niemals zusammen in Frieden leben können. Das ist leider so. Antisemitismus ist in diesem Teil der Erde weit verbreitet und sogar geduldet.

harmlos
harmlos
Tratscher
5 Tage 18 h

Mir olls recht,wennse lei entn bleibm 👍

wpDiscuz