Wird Hillary Clinton als Siegerin hervorgehen?

Zweites Fernsehduell zwischen Clinton und Trump

Sonntag, 09. Oktober 2016 | 17:49 Uhr

Vier Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl treffen die Kandidaten Hillary Clinton und Donald Trump in der Nacht zum Montag (03.00 Uhr MESZ) zu ihrem zweiten Fernsehduell aufeinander. Eines der beherrschenden Themen dürfte das kurz vor der Debatte aufgetauchte Video von 2005 mit vulgären und frauenverachtenden Sprüchen des Republikaners sein. Auch bisherige Unterstützer rücken nun von Trump ab.

Trump hat sich inzwischen für seine damaligen Äußerungen entschuldigt. Zugleich deutete er jedoch an, dass er im Fernsehduell die früheren außerehelichen Eskapaden von Ex-Präsident Bill Clinton, dem Ehemann seiner Rivalin, zur Sprache bringen wolle. Das erste Duell vor knapp zwei Wochen hatte die Demokratin nach überwiegender Einschätzung gewonnen. Das dritte und letzte Kandidatenduell ist für den 19. Oktober geplant.

In der Zwischenzeit rücken immer mehr republikanische Parteigrößen wegen des Skandals von Trump ab. Senator John McCain, der sich schon früher kritisch zu Trump geäußert hatte, entzog Trump am Samstag ausdrücklich seine Unterstützung. Auch Kaliforniens ehemaliger Gouverneur und Schauspieler Arnold Schwarzenegger will am 8. November nicht für Trump stimmen. Es sei das erste Mal, dass er einen republikanischen Spitzenkandidaten nicht unterstütze, seit er 1982 US-Staatsbürger geworden sei, schrieb der gebürtige Steirer am Samstag auf Twitter.

Auch Kubas Revolutionsführer Fidel Castro kritisierte Trump. “Herr Trump, der sich für einen fähigen Experten hält, hat sich ebenso disqualifiziert wie Barack (Obama) mit seiner Politik”, schrieb der 90-Jährige in der Parteizeitung “Granma”. Castro hatte sich 2006 aus der aktiven Politik zurückgezogen. Den Beitrag schrieb er mit Blick auf die erste TV-Debatte zwischen Trump und Clinton Ende September. Von Zeit zu Zeit veröffentlicht er Artikel oder empfängt ausländische Staatsgäste wie zuletzt den iranischen Präsidenten Hassan Rouhani oder den japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe. Den Annäherungskurs seines Bruders und Nachfolger, Raul Castro, sieht der Revolutionsführer durchaus skeptisch.

Unterdessen hat auch das konservative katholische Interessensbündnis CatholicVote.org Donald Trumps Rücktritt gefordert. Die Aussagen des republikanischen Präsidentschaftskandidaten über Frauen seien “ekelhaft und einfach durch nichts zu verteidigen”, teilte die Laienorganisation am Wochenende mit.

Christen sollten “keinen Atem daran verschwenden”, zitierte das katholische Mediennetzwerk CNA/EWTN aus der Erklärung. Sollte Trump nicht selbst die Konsequenzen ziehen und zurücktreten, müsse die Partei aktiv werden, heißt es darin weiter.

Das am Samstag von der “Washington Post” veröffentlichte Video aus dem Jahr 2005 sorgt in den USA für scharfe Kritik. Auch in der eigenen Partei sinkt Medienberichten zufolge der Rückhalt für Trump. Zahlreiche Parteikollegen kritisierten seine Aussagen als unentschuldbar und unangemessen.

In dem Video äußert sich Trump vulgär und abwertend über Frauen und berichtet von Versuchen, Sex mit einer verheirateten Frau zu haben. Als Star könne man sich Frauen gegenüber nahezu alles erlauben, so der damals 59-Jährige. Nachdem sich der republikanische Präsidentschaftskandidat zunächst schriftlich für die Aussagen gerechtfertigt hatte, veröffentlichte er am Samstag eine Videobotschaft mit einer offiziellen Entschuldigung. Einen Rücktritt schloss er jedoch aus.

Die Laienorganisation CatholicVote.org, der neben Katholiken auch Angehörige anderer Konfessionen angehören, unterstützt eigenen Angaben zufolge Politiker, die sich für Lebensschutz und die Belange von Familien einsetzen. Zwar habe man in der Vergangenheit Positionen Trumps etwa zur Elternzeit oder zum Schutz der Religionsfreiheit unterstützt. Die nun bekannt gewordenen Äußerungen stellten die Kandidatur Trumps jedoch infrage, heißt es in der Stellungnahme.

Von: APA/ag.

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