Thomas Müller löste schon nach elf Minuten die Anspannung

4:0-Schützenfest für Bayern zum Wiesn-Auftakt

Samstag, 16. September 2017 | 20:51 Uhr

Traditionell zur Wiesn-Zeit kommt bei Bayern München Spielfreude auf. Der deutsche Rekordmeister fertigte am Samstag Mainzmit 4:0 ab und zeigte erstmals in dieser Saison eine schwungvoll-einheitliche Darbietung. Guido Burgstaller bejubelte bei seinem Startelf-Comeback für Schalke in Bremen genauso ein 2:1 wie Martin Hinteregger mit Augsburg in Frankfurt. Leipzig und Gladbach trennten sich 2:2.

Ausgerechnet Thomas Müller, der von Trainer Carlo Ancelotti vernachlässigte Lokalheld, löste schon nach elf Minuten die Anspannung. Nach seinem wuchtigen Schuss fiel der Torjubel fast so verhalten aus wie beim italienischen Mister an der Seitenlinie, der den Führungstreffer nach Diskussionen um die spielerischen Leistungen beim Meister ohne jede Regung quittierte.

Die Bayern, bei denen ÖFB-Star David Alaba weiter wegen seiner Sprunggelenksverletzung fehlte, legten in persona von Arjen Robben nach. Der Niederländer überlupfte Mainz-Keeper Rene Adler (22.). Nach der Pause brachte Robert Lewandowski die Zuschauer in der ausverkauften Allianz Arena endgültig in Feierlaune: In seinem 100. Bundesligaspiel jubelte der Torjäger über seine Tore 81 und 82. Den Münchnern gelang im 89. Bundesligaspiel zur Wiesn-Zeit der 59. Sieg.

Etwas enttäuschend mag hingegen die Ausbeute von RB Leipzig im Abendspiel erscheinen. Nach zweimaliger Führung gab es gegen Borussia Mönchengladbach ein 2:2. In der Tabelle liegen die Leipziger mit sieben Zählern aus vier Spielen zwischenzeitlich an der fünften Stelle, Gladbach ist Zehnter.

Der Vizemeister, bei dem die ÖFB-Legionäre Konrad Laimer und Stefan Ilsanker durchgespielt haben, ging früh in Führung. Timo Werner besorgte in der 17. Spielminute mit seinem vierten Saisontor das 1:0. Nur wenige Minuten später brachte Bernardo im Strafraum den Borussen Jonas Hofmann zu Fall. Den darauffolgenden Strafstoß verwertete Thorgan Hazard eiskalt zum Ausgleich (25.). Die in der ersten Halbzeit spielerisch dominierenden Gastgeber gingen in der 31. Minute abermals in Führung, als Ex-Salzburg-Spieler Naby Keita ideal für Jean-Kevin Augustin auflegte und dieser zum 2:1 einschoss. Der 2:2-Ausgleichstreffer durch Lars Stindl in der 61. Minute war aber letztlich verdient.

Schalke setzte seinen guten Saisonstart auch in Bremen fort. Beim 2:1 waren aber hochkarätige Chancen rar. Ein Eigentor von Milos Veljkovic (20.) und Leon Goretzka, der allein gelassen nach einem Eckball traf (83.), besorgten den dritten Saisonsieg. ÖFB-Teamstürmer Guido Burgstaller spielte bei den Siegern nach überstandener Fußprellung durch. Der Kärntner blieb bei seinem ersten Startelf-Einsatz in dieser Spielzeit aber weitgehend blass. Bremen hält hingegen nach vier Runden nur bei einem Punkt. Florian Kainz war bei den insgesamt harmlosen Hausherren noch einer der auffälligeren Akteure.

Bremen muss nun einige Wochen auf Max Kruse verzichten. Der Offensivspieler habe sich gegen Schalke einen Bruch des Schlüsselbeins zugezogen, teilte der Club von Zlatko Junuzovic und Florian Kainz via Twitter mit. Der 29-jährige Kruse, erfolgreichster Bremer Torschütze der vergangenen Saison, sollte noch am Samstag operiert werden.

Bei guten sieben Punkten hält auch Augsburg, das in Frankfurt überraschte. Philipp Max zwirbelte erst einen Freistoß aus spitzem Winkel ins Tor (20.). In der zweiten Hälfte traf der Brasilianer Caiuby mit einem prächtigen Weitschuss zum letztlich entscheidenden Treffer (77.) für Augsburg, bei dem Teamverteidiger Martin Hinteregger durchspielte. Michael Gregoritsch saß hingegen erstmals in dieser Saison nur auf der Bank, Kevin Danso und Georg Teigl standen nicht im Kader.

Von: apa