Johan Eliasch ist der neue FIS-Präsident/Archivbild

59-jähriger Johan Eliasch zum neuen FIS-Präsidenten gewählt

Freitag, 04. Juni 2021 | 20:24 Uhr

Der schwedisch-britische Geschäftsmann Johan Eliasch ist der neue Präsident des Internationalen Ski-Verbandes (FIS). Der in Schweden geborene und von Großbritannien nominierte 59-jährige Head-Chef wurde am Freitag beim corona-bedingt online durchgeführten 52. Kongress des Internationalen Skiverbandes (FIS) unter vier Kandidaten im ersten Wahlgang mit absoluter Mehrheit gewählt. In einer weiteren Wahl wurde Noch-ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel erneut ins FIS-Council gewählt.

Eliasch folgt Gian Franco Kasper nach, der Schweizer war 23 Jahre im Amt. Der 77-Jährige nahm nicht selbst aktiv am Meeting teil, da er sich in Krankenhausbehandlung befinde. Der Eidgenosse ließ eine Nachricht von sich vorlesen, wonach er wegen Atemproblemen in Krankenhaus-Behandlung gekommen war und erst am Donnerstag aus der Intensivbehandlung auf die Herzstation entlassen worden sei. Es würden nun weitere Tests durchgeführt. Kasper war 46 Jahre lang für die FIS aktiv.

Eliasch folgt Kasper vorerst bis zur nächsten Wahl 2022 nach. Er ist der erst fünfte FIS-Präsident des 1924 gegründeten weltweit größten Wintersportverbandes. Vor Kasper waren der Schwede Ivar Holmquist, der Norweger Nicolai Ramm Östgaard und der Schweizer Marc Hodler (1951 bis 1998) im Amt gewesen. Der neue FIS-Chef setzte sich gleich im ersten Wahlgang mit absoluter Mehrheit durch, seine Konkurrenten waren der Schwede Mats Arjes, der Schweizer Urs Lehmann und die Britin Sarah Lewis.

Bei 119 abgegebenen von 120 möglichen Stimmen entfielen 65 und damit mehr als 54 Prozent auf Eliasch. Swiss-Ski-Präsident Lehmann folgte mit 26 Stimmen, Ex-FIS-Generalsekretärin Lewis mit 15 und Arjes als aktueller FIS-Vizepräsident und NOK-Präsident mit 13 Stimmen. Lewis hatte in der beinahe 100-jährigen Verbandsgeschichte als erste Frau für das höchste FIS-Amt kandidiert. Alle vier Kandidaten hatten vor dem Wahlgang in längeren Video-Botschaften jeweils für sich geworben.

Eliasch ließ aktuelle und ehemalige Ski-Größen für sich sprechen, für ihn plädierten u.a. die US-Amerikanerin Lindsey Vonn, der Norweger Aksel Lund Svindal sowie die Kärntner Olympiasieger Franz Klammer und Matthias Mayer. Später beklagte sich der Schweizer Lehmann über die Österreicher. Entscheidend sei gewesen, so der Unterlegene, “dass die Österreicher und einige weitere Nationen noch die Seite gewechselt haben. Das mochte es nicht leiden.” Dabei hatte der Noch-ÖSV-Präsident Schröcksnadel eigentlich einmal Lehmann die Stimmen versprochen. Das sei für ihn die “große persönliche Enttäuschung” des Wahltages.

Wie alle Kandidaten warb Eliasch im weitesten Sinn damit, dass er die richtige Person sei, um die FIS in die Zukunft zu führen. Um die Nachfolge Kaspers hätte es nach dessen Wiederwahl 2018 schon 2020 gehen sollen, Corona machte eine Verschiebung des Kongresses aber nötig.

In seiner kurzen Antrittsrede sprach Eliasch zunächst Kasper seinen Dank aus. Dieser habe der FIS für rund ein halbes Jahrhundert einen speziellen Dienst geleistet. “Ohne ihn wären wir nicht dort, wo wir heute sind”, sagte Eliasch und führte weiter aus, ein aufgeschlossener und transparenter Präsident für alle Nationen und für alle Disziplinen sein zu wollen. “Wir haben unglaubliche Möglichkeiten, und jetzt lasst uns an die Arbeit gehen”, meinte der neue FIS-Chef.

Schröcksnadel ist im Anschluss daran unter 19 Bewerbern wieder ins FIS-Council gewählt worden, 16 Kandidaten kamen zum Zug. Der 79-Jährige wurde bei 121 abgegebenen und 116 gültigen Stimmen mit 109 Zustimmungen ex aequo auf Rang sechs gereiht. Der Tiroler wird seine ÖSV-Präsidentschaft in rund zwei Wochen bei der Länderkonferenz in Villach beenden, als sein Nachfolger steht der Steirer Karl Schmidhofer parat.

Ebenso ins Council gewählt wurden u.a. die eben davor in der Wahl um die FIS-Präsidentschaft unterlegenen Lehmann und Arjes wie auch der französische Ex-Weltmeister Michel Vion. Nur auf Platz 17 landete und damit nicht zum Zug kam der ehemalige “Crazy Canuck” Ken Read. In einer weiteren Wahl wurde ein weiterer Österreicher mit einem Amt bedacht, wurde doch der Vorarlberger ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel erneut zum FIS-Rechnungsprüfer bestellt.

Von: APA/sda