Chinesisch-österreichische Trainingsgemeinschaft

Aberglaube bescherte ÖTTV-Assen China-Stars zum Training

Donnerstag, 11. April 2019 | 15:30 Uhr

Die guten Trainingsverhältnisse im BSFZ Faak/See und der Aberglaube der Chinesen haben Österreichs Tischtennis-Assen schon den sechsten Aufenthalt von Chinas Stars unmittelbar vor Weltmeisterschaften gebracht. Die Weltranglisten-Ersten Fan Zhendong, Ding Ning und Co. gastieren in Kärnten, gemeinsames Ziel danach sind die für 21. bis 28. April in Budapest angesetzten Individual-Weltmeisterschaften.

Die Delegation aus dem “Reich der Mitte” umfasst 52 Personen. Die weltbeste Equipe hält gerade bei Welt-Titelkämpfen in unmittelbarer Nachbarschaft der Alpenrepublik diese für einen optimalen Camp-Schauplatz. “Wir sind schon 2006 und 2007 hier gewesen”, erklärte Chinas Herren-Chefcoach Qin Zhijian am Donnerstag. Sein Pendant bei den Damen, Li Sun, bestätigte: “Immer, wenn wir uns in Österreich vorbereitet haben, hatten wir einen großen WM-Erfolg.”

Vice versa ziehen auch die ÖTTV-Spieler aus dieser Kooperation Profit, auch wenn dieser nicht in Medaillen gemessen wird. Denn der bisher letzte WM-Podestplatz für Rot-Weiß-Rot war jenes historische Einzel-Gold von Werner Schlager am 25. Mai 2003. Der Gradmesser für den Nutzen ist aber auch ein anderer. “Die Chinesen spielen mit größter Geschwindigkeit, treffen den Ball fast immer optimal”, meinte Daniel Habesohn. “Dadurch sind wir speziell auf das asiatische Spiel vorbereitet.”

Habesohn ist nicht nur durch die prominenten Trainingsgäste motiviert, sondern auch durch den in der Weltrangliste erstmaligen Vorstoß in die Top 30. Als 29. liegt der Wiener 19 Plätze vor Robert Gardos, mit dem er in der ungarischen Hauptstadt auch als Doppel-Europameister antreten wird. Habesohn: “Wenn wir uns im Doppel intensiv vorbereitet haben, haben wir gut gespielt. Ich glaube, dass da bei der WM viel drinnen ist. Das Selbstvertrauen nach dem EM-Titel groß ist.”

Habesohns Pendant als Österreichs Nummer eins bei den Damen ist Sofia Pocanova. Die 24-Jährige möchte sich viel von den Chinesinnen abschauen, denen die Weltranglistenplätze eins bis fünf gehören. “Ich versuche zu lernen, wie man gegen Chinesinnen spielt”, erklärte Europas Nummer zwei. Es sei anders, gegen sie als gegen Europäerinnen zu spielen. “Ich kann viel lernen, mich entwickeln. Ich glaube, ich habe Potenzial, um mich zu steigern und eine Konkurrenz für sie zu werden.”

Um etwa Ding Ning schon in Budapest zu fordern, wird es wohl noch nicht reichen. Die 28-Jährige hat sich nach dem Gewinn des WM-Titels sowie der Asien-Meisterschaft 2017 eine Auszeit genommen, stürmte danach zurück an die Ranking-Spitze. Höflich erklärte sie, auch selbst etwas vom Training mit den Österreicherinnen zu profitieren: “Es ist nicht entscheidend, ob man mit Besseren oder Schlechteren trainiert. Wichtig ist, sich die positiven Sachen herauszusuchen.”

Fan Zhendong wiederum ziert das Plakat für das World-Tour-Turnier der Platinum-Serie in Linz, wird also spätestens im November nach Österreich zurückkehren. Sein WM-Hauptziel ist natürlich der Einzel-Titel, dafür gilt es u.a. seinen Landsmann und Olympiasieger Ma Long hinter sich zu lassen. Prognosen wollte Fan aber nicht wirklich stellen: “Vor jedem Match stehen die Chancen 50:50. Wenn ich meine Leistung abrufen kann, habe ich vielleicht etwas mehr als 50 Prozent.”

Von: apa

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