Die WM in Aare verspricht Spannung - auch wettertechnisch

Abschiede und Rekorde: Aare 2019 verspricht bewegt zu werden

Montag, 04. Februar 2019 | 15:10 Uhr

Mit Titelverteidigern in drei Bewerben und der Hoffnung auf sieben bis acht Medaillen starten Österreichs Alpine am Dienstag in die Ski-WM in Aare. Den Auftakt macht der Damen-Super-G, in dem Nicole Schmidhofer Gold erfolgreich verteidigen will. Den Schlusspunkt setzt der Herren-Slalom am 17. Februar mit Marcel Hirscher als Teamleader und 2017-Gewinner.

Die erste WM am Fuße des rund 1.420 m hohen Berges Aareskutan ging 1954 in Szene, Österreich holte acht Medaillen (2/3/3). Je drei Medaillen jeder Farbe wurden 2007 in dem kleinen Ort 100 Kilometer nordwestlich von Östersund gewonnen (3/3/3) und damit genauso viele wie vor zwei Jahren in St. Moritz (3/4/2).

“Wir sind sehr gut aufgestellt. Wir gehen mit der Erwartung von sieben bis acht Medaillen in die WM. Wir nehmen, was kommt”, sagte ÖSV-Sportdirektor Hans Pum. In dem 26-köpfigen Team sind zwölf Damen und vierzehn Herren, insgesamt neun Athleten haben noch keinen WM-Bewerb bestritten.

Der Österreichische Skiverband hat generalstabsmäßig geplant und nichts dem Zufall überlassen – ob frühzeitige Anreise, Quartiere auf Einzelzimmer-Basis, beste Verpflegung dank eigenem Koch und Trainingsmöglichkeiten. Alles wurde bedacht. Freilich war ein Testteam schon länger vor Ort, denn der Schnee ist wegen der tiefen Temperaturen ausgefroren und griffig, da spielt die Abstimmung eine große Rolle.

Dass in Aare wettertechnisch alles passieren kann, erlebten die Beteiligten bei der WM 2007. Es begann turbulent mit drei Absagen und Verschiebungen in Folge. Auch das Weltcupfinale im vergangenen März war ein weiterer frostiger Vorgeschmack, wegen Sturms und Schneefalls mussten der Slalom der Herren und der Riesentorlauf der Damen abgesagt werden.

Für Österreich glänzten auf Herren-Seite Vincent Kriechmayr und Matthias Mayer, sie gewannen ex aequo in der Abfahrt, Kriechmayr zudem im Super-G und Marcel Hirscher im Riesentorlauf. Bei den Damen schaute kein Stockerlplatz für Rot-Weiß-Rot heraus. Dank hervorragender Saisonleistungen stellt der ÖSV nun auch im Frauenlager mit Ausnahme des Riesentorlaufs Medaillenanwärterinnen in allen Bewerben.

In Aare werden zwei ganz große Protagonisten der Szene ihre Karrieren beenden. Der norwegische Doppel-Olympiasieger und fünffache Weltmeister Aksel Lund Svindal (36) und die US-Amerikanerin Lindsey Vonn (34), einmal Olympia-Gold, zweimal WM-Gold, werden jeweils nur Super-G und Abfahrt in Angriff nehmen. Ihre Körper spielen nach vielen Verletzungen nicht mehr mit.

Ein anderer kann sich zum erfolgreichsten Skirennläufer überhaupt bei Weltmeisterschaften küren. Mit sechs Gold- und drei Silbermedaillen liegt der Salzburger Hirscher hinter Toni Sailer, der es auf sieben Gold- und eine Silbermedaille gebracht hatte, an zweiter Stelle.

Aber auch Svindal (5/1/2) ist in Schlagdistanz, dem Aare-Doppel-Weltmeister von 2007 liegt das Gelände besonders gut. Bei den Frauen ist Mikaela Shiffrin aus den USA in fast allen Rennen ein Goldtipp.

Bei den 45. Welttitelkämpfen wird die 1.100 WM-Medaille fällig, bisher wurden 1.093 vergeben. Es kann bei optimalem Verlauf auch die 100. Goldene für Österreich hereinschneien (bisher 95) sowie gesamt die 300. (bisher 286).

Von: apa