Das Nationalteam-Duo gab sich zu seiner Zukunft bedeckt

Alaba und Arnautovic lassen Transferspekulationen kalt

Montag, 28. Mai 2018 | 15:10 Uhr

David Alaba bei Real Madrid, Marko Arnautovic bei Manchester United – geht es nach internationalen Medien, stehen Österreichs Fußball-Stars im Sommer bei Europas größten Clubs hoch im Kurs. Das ÖFB-Duo konnte den Spekulationen am Montag wenig abgewinnen. “Im Moment ist es nicht spruchreif”, sagte Alaba im Teamcamp der Nationalmannschaft in Schwaz über ein mögliches Real-Engagement.

Von einem Interview mit der spanischen Zeitung “As”, in dem sein Vater George vor zehn Tagen das Interesse des Champions-League-Siegers bestätigt hatte (“Die ganze Welt weiß, dass Real Madrid wirklich an David interessiert ist, es ist kein Geheimnis”), wollte Alaba nichts wissen. “Er weiß auch nichts davon.” Auch dass sein Berater-Vater und er bereits Spanisch gelernt hätten, verwies der 25-Jährige lachend ins Reich der Fantasie: “Ich mit meinem Dad? Neee.”

Alabas Vertrag bei Bayern München läuft noch bis Sommer 2021. “Ich weiß, dass es im Fußball sehr, sehr schnell gehen kann”, erklärte der Wiener. “Im Moment liegt der Fokus bei mir aber auf der Nationalmannschaft und danach auf der Vorbereitung in München. Ich fühle mich in München sehr, sehr wohl und habe da auch noch einiges vor.”

Zu tief sitzt der Schmerz aus dem verlorenen Champions-League-Halbfinale, als man genau gegen Real Madrid als laut Alaba in zwei Spielen bessere Mannschaft ausgeschieden war. “Das war sehr bitter. Aber wir wollen Kraft daraus ziehen und versuchen, nächste Saison alles in die Waagschale zu werfen, um wieder ganz oben zu stehen.” Zum bisher einzigen Mal hatte der Linksverteidiger mit den Bayern 2013 die Champions League gewonnen.

Im abgelaufenen Spieljahr wurden die Münchner zwar mit 21 Punkten Vorsprung zum sechsten Mal in Serie Meister, verloren aber auch das Cupfinale gegen Frankfurt (1:3). “Ich will die Saison nicht schönreden”, sagte Alaba. “Sie war gut am Ende des Tages, aber wir haben nicht alle Ziele erreicht.” Es sei eine Saison “mit Höhen und Tiefen” gewesen. Nach einem schwierigen Start sei die Entwicklung aber schnell nach oben gegangen.

Ähnlich war es bei Arnautovic, der nach seinem Sommertransfer für 25 Mio. Pfund (28 Mio. Euro) von Stoke City zu West Ham dort nicht auf Anhieb alle Erwartungen erfüllte, mittlerweile aber zum Fan-Liebling avanciert ist. Nach elf Tore in 31 Ligaspielen wurde der 29-Jährige zum besten “Hammers”-Spieler der Saison gewählt. “Aber so war es in meinem ganzen Leben”, erinnerte Arnautovic. “In Österreich war es auch nicht immer ‘Holladrio’ und jetzt ist es auf einmal ‘Wow’.”

Durch seine starke zweite Saisonhälfte soll Arnautovic laut britischen Medien auch seinen Ex-Trainer Jose Mourinho auf sich aufmerksam gemacht haben. Der Portugiese hatte den Wiener bereits in der Anfangsphase seiner Karriere bei Inter Mailand (2009/10) betreut und sucht beim englischen Vizemeister Manchester United einen durchsetzungsstarken Angreifer als Ergänzung zu Topmann Romelu Lukaku.

“Jeder will dort spielen. Jeder Spieler will in einem Topverein spielen, aber ich habe einen Vertrag bei West Ham United”, betonte Arnautovic. Seiner beim Tabellen-13. der Vorsaison läuft bis 2022. “Ich habe nichts gehört und konzentriere mich voll auf West Ham. Was die Medien schreiben, schreiben sie sehr gerne. Da schreibt ein Hans Franz in die Zeitung und die ganze Welt übernimmt das. Deswegen muss man da ein bisschen aufpassen.”

Vorerst stehen die drei ÖFB-Testspiele am Mittwoch gegen Russland, am Samstag gegen Deutschland und am 10. Juni gegen Brasilien im Mittelpunkt. “Ich gehe dann in den Urlaub, der glaub ich hochverdient ist – da geb’ ich mir selber den Award”, sagte Arnautovic. Danach wartet die Vorbereitung unter dem neuen West-Ham-Trainer Manuel Pellegrini – sollte bis Saisonstart Mitte August nicht doch noch etwas Unvorhergesehenes passieren.

Von: apa