Feuz will vor eigenem Publikum triumphieren

Alle gegen Feuz in Wengen-Abfahrt

Freitag, 18. Januar 2019 | 17:00 Uhr

Alle haben ihn für ganz vorne auf der Rechnung, und jeder will ihm freilich den Kampf ansagen: Der Schweizer Beat Feuz ist für die Mitbewerber der Top-Favorit im Abfahrts-Klassiker am Samstag in Wengen (12.30 Uhr), der mehr als würdigen Ouvertüre auf die Hahnenkamm-Festspiele nächste Woche. Österreichs Top-Athleten wollen ihre Serie am Lauberhorn fortsetzen.

2010 stand zuletzt kein Österreicher auf dem Abfahrts-Podest in Wengen, danach gab es jeweils zumindest einen Vertreter unter den Top Drei und auch noch die Siege von Klaus Kröll 2011 und Hannes Reichelt 2015. Max Franz als Lake-Louise-Sieger, Gröden-Zweiter und Zweiter der aktuellen Disziplinwertung, Routinier Reichelt mit insgesamt bereits fünf Wengen-Stockerlplätzen, Matthias Mayer als Vorjahresdritter und mit guten Trainingsresultaten, sowie Vincent Kriechmayr führen das Herausfordererteam aus Österreich an.

Ganz vorne steht aber Feuz, der in diesem Winter die Abfahrt in Beaver Creek gewann und in Gröden und Bormio jeweils Dritter wurde. “Ich habe das Rennen schon zweimal gewonnen. Wenn ich an einem Ort keinen Druck mehr verspüre, dann ist es hier in Wengen”, gibt sich der 2012- und 2018-Gewinner nach außen hin locker. Er könnte mit Franz Klammer gleichziehen, der den Klassiker dreimal für sich entschieden hat (1975, 1976, 1977).

Ebenfalls ein heißer Kandidat ist Dominik Paris, der nach dem Double-Gewinn in Bormio vor dem Jahreswechsel in Bestform ins Berner Oberland reiste und dort noch eine Rechnung offen hat – noch nie war er in den Top Drei. “Ich möchte hier auch einmal vorne mitfahren”, bekannte er nach der Trainingsbestzeit am Donnerstag. Das trifft auch auf seinen Teamkollegen Christof Innerhofer zu, der 2013 den bisher letzten Sieg für das italienische Abfahrtsteam in Wengen holte. Freilich wollen auch die Norweger um Aksel Lund Svindal vorne mitreden.

Mayer bezeichnet die Lauberhorn Abfahrt als “die schönste” im ganzen Winter. Nach 2:30 Minuten sei es “ein gutes Gefühl”, wenn man im Ziel ist. Im Gegensatz zur Kitzbüheler Streif spricht er von einem “Dahinschleichen”. In Kitzbühel glaube man, man sei gerade erst gestartet, wenn man schon im Ziel sei. “Die 40 Sekunden, die Kitzbühel kürzer ist, die merkt man schon extrem.” Aus dem Sturz im Kombi-Slalom am Freitag trug er eine Prellung davon. Damit gab es auch für ihn keine zusätzliche Abfahrts-“Trainingsfahrt”, wie übrigens auch für den ebenfalls ausgefallenen Paris nicht.

Wengen-Liebhaber Franz hat auch Feuz auf der Rechnung (“Beat mag die Strecke hier runter echt gern und ist sehr gut in Form”), aber selbst natürlich einiges vor. “Ein Stockerlplatz ist auf jeden Fall das Ziel. Ich war hier als Vierter schon einmal knapp dran. Es ist eine meiner Lieblingsstrecken. Du musst Passagen fahren, wo du dir bei der Besichtigung denkst, wie soll denn das gehen? Eine richtig coole Abfahrt, da will man ganz klar ganz oben stehen.”

Der Sieg in einem Klassiker wie Wengen würde im Leben eines Abfahrers ganz oben stehen, erklärte Kriechmayr, dem es besonders die Minsch-Kante angetan hat. “Schaut im Fernsehen cool aus und ist interessant zum Fahren. So eine Stelle haben wir sonst nicht im Weltcup, die ist ganz eigen.” Er werde sich insgesamt “bei den Besseren ein bisserl anhalten und hoffen, dass ich mir genug abschaue”.

Beim Wort Wengen leuchten stets auch die Augen von Reichelt, der in den Trainings in den vergangenen Tagen noch deutlich Luft nach oben hatte. “Feuz, Svindal, Paris und Max natürlich, man braucht sich nur den Stand im Weltcup anschauen, das sind die Top-Favoriten”, sagte der Salzburger. “Es wird sicher interessant, aber im Endeffekt geht viel über den Feuz in den nächsten zwei, drei Rennen und dann bei der WM.”

Von: apa

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