Im Vorjahr gewann Petra Vlhova in Levi

Alter Schnee, neues Glück: Levi-Slalom wird Karten aufdecken

Freitag, 16. November 2018 | 12:28 Uhr

In Levi hat sich Alpinski-Star Mikaela Shiffrin 2017 als Zweite noch der Slowakin Petra Vlhova geschlagen geben müssen. Danach trumpfte die US-Amerikanerin aber auf, gewann sieben der weiteren acht Spezialslaloms und souverän ihre fünfte Kristallkugel. Österreichs Läuferinnen hoffen am Samstag in Finnland auf einen starken Saison-Einstieg – und darauf, der Brachen-Queen nähergekommen zu sein.

Gesamtweltcupsiegerin Shiffrin kommt direkt aus den USA vom Training, sie geht im spätherbstlichen Levi auf den dritten Sieg nach 2013 und 2016 los. Die ersten Herausforderinnen sind Vlhova, die Schweizerin Wendy Holdener und die schwedische Olympiasiegerin Frida Hansdotter – das waren auch die Top vier des vergangenen Jahres beim Rennen nördlich des Polarkreises – bei damals allerdings tiefwinterlichen Verhältnissen und Minusgraden. Heuer indes wurde die Piste auf dem Levitunturi mit altem Schnee aus den Depots präpariert, nur dank Snowfarming können die Rennen überhaupt gefahren werden.

Die ÖSV-Damen sind seit Nicole Hosp am 30. November 2014 in Aspen ohne Sieg im Slalom-Weltcup. Und die Erfahrungen auf dem sehr speziellen Hang in Levi mit Wellen, Flachstücken, Steilpassage und zwei anspruchsvollen Übergängen geben nur wenig Hoffnung darauf, dass diese Serie am Samstag (10.15/13.15 Uhr MEZ, live ORF eins) beendet wird. Als letzte ÖSV-Läuferin stand Kathrin Zettel 2014 als Dritte auf dem Levi-Podest.

Österreichs junge Mannschaft – keine Einzige hat bisher ein Weltcuprennen gewonnen, Bernadette Schild ist die einzige Podestfahrerin – wartet für die neue Saison aber grundsätzlich mit einer guten Voraussetzung auf: Mit Schild, Katharina Gallhuber, Katharina Liensberger und Katharina Truppe ist in der für die Startnummer maßgeblichen Liste (WCSL) ein Quartett in den Top 15 zu finden.

Schild, Disziplinfünfte im vergangenen Winter, will im Laufe der Saison stets das Podest attackieren, für Levi freilich gibt sie sich keinen Illusionen hin. “Ich glaube, ich habe mittlerweile akzeptiert, dass ich das Rennen einfach nicht mehr gewinnen werde. Das Ziel ist natürlich trotzdem, dass ich mich verbessere”, sagte die Salzburgerin, die bei sieben Starts nur einmal als 17. klassiert war (2010).

Ist Schild Spezialistin für steiles Gelände, so hat Olympia-Bronzemedaillengewinnerin Gallhuber ihre Qualitäten im Flachen. “Bis jetzt habe ich Levi aber noch nie gut gemeistert, ich habe meine Stärken im Flachen noch nie ausspielen können, das will ich heuer ändern”, nimmt sich die 21-jährige Niederösterreicherin vor. Dafür macht sie auch viel Videostudium, sieht sich an, wie etwa eine Shiffrin Wellen und Übergänge meistert.

Gefragt nach den Trainingsvergleichen, schieben die Österreicherinnen derzeit den Ball von Kollegin zu Kollegin weiter. “Brutal schnell” im Training sei Kollegin Liensberger, sagte also Gallhuber, und befand über sich: “Ich bin schon dabei, aber ich führe unser Team nicht an. Im Steilen muss ich den Ski noch mehr laufen lassen.”

Die angesprochene Liensberger will die Trainingsergebnisse nicht überbewerten “Bei uns war immer jemand anders vorne. Ich habe mich gut vorbereitet und konzentriere mich nun aufs Rennen. Das Spannende ist, dass vor dem ersten Rennen niemand genau weiß, wo er steht”, erklärte die 21-jährige Vorarlbergerin. Für sie wird es erst das zweite Levi-Rennen, als 31. hatte sie im vergangenen Jahr die Qualifikation für den zweiten Durchgang verpasst.

Truppe holte sich im Sommer Lockerheit und Schwung zurück. Eine Saison, die eher “ein Rückschritt” gewesen sei, und die nicht erfolgte Nominierung für die Olympischen Spiele hatten der Kärntnerin zugesetzt. “Im letzten Jahr war ich zu verkopft, habe zu denken angefangen, es war am Ende nur noch ein Kampf, und ich war froh, dass die Saison vorbei war.” Nach dem Rücktritt von Carmen Thalmann ist Katharina Huber, die vierte “Kathi” im Slalom-Team, ihre neue Zimmerkollegin. “Wir haben schon im Sommer viel zusammen trainiert, sie in Faak, ich in Rif.”

In Levi will Truppe anders als vor einem Jahr mit einem Ergebnis anschreiben. “Ich darf nicht bremsen, denn dann wird es mit den ersten 30 schwierig. Ich muss aber auch etwas mit Köpfchen fahren, denn voriges Jahr bin ich im Steilen rausgeflogen, das war sinnlos.” Die Mannschaftsleistungen im Training stimmen sie positiv. “Wir stehen gut da, wir sind eine starke Gruppe. ‘Galli’ ist sehr schnell im Flachen, ‘Berni’ packt im Steilen ihre Qualitäten aus. Es wechselt sich im Training immer ab, wer die Schnellste ist, das macht die Sache spannend.”

“Gespannt” ist die 22-Jährige auch auf den Auftritt von Shiffrin. Truppe: “In Sölden war das nicht hundert Prozent Shiffrin. Es wäre cool, wenn wir einen Schritt nähergekommen wären. Wir werden es am Samstag sehen.”

ÖSV-Damen-Team für Weltcup-Slalom in Levi: Michaela Dygruber, Katharina Gallhuber, Franziska Gritsch, Katharina Huber, Hannah Köck, Katharina Liensberger, Bernadette Schild, Marie-Therese Sporer, Katharina Truppe

Von: apa

Kommentare

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2 Kommentare auf "Alter Schnee, neues Glück: Levi-Slalom wird Karten aufdecken"


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anonymous
anonymous
Superredner
24 Tage 5 h

Und wann der Slalom ist u welche Uhrzeit kein Wort

Tabernakel
24 Tage 5 h

Das wird allgemnein überbewertet.

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