Danielle Collins spielte sich ins Viertelfinale

Amerikanerin Collins ließ Kerber in Melbourne keine Chance

Sonntag, 20. Januar 2019 | 11:12 Uhr

Danielle Collins hat am Sonntag im Achtelfinale der Australian Open für die bisher größte Sensation gesorgt: Die 25-jährige US-Amerikanerin fegte die als Nummer 2 gesetzte Deutsche Angelique Kerber in nur 56 Minuten 6:0,6:2 vom Court. Collins war in fünf Grand Slams davor ohne Einzel-Sieg geblieben. Sie trifft im Viertelfinale auf Sloane Stephens (USA-5) oder Anastasija Pawljutschenkowa (RUS).

“Ich mag vorher noch kein Grand-Slam-Match gewonnen haben, aber ich sage euch, ich glaube, es wird weiter passieren”, meinte Collins, die Nummer 35 im WTA-Ranking, erfreut. Collins startete wie ein Wirbelwind in das Match gegen Kerber und feuerte Winner aus allen Lagen. Nach nur 20 Minuten hatte sie Satz eins in der Tasche, am Ende hatte sie 29 Winner in dem kurzen Match zu Buche stehen. Collins wird nach Melbourne im WTA-Ranking mindestens auf Platz 26 klettern.

Kerber zollte Collins Tribut, an sich selbst ließ sie aber kein gutes Haar. “Das war überhaupt nicht mein Tag. Ich habe nicht das Tennis gespielt, das ich spielen kann. Ich glaube, sie hat eines ihrer besten Matches gespielt. Sie hat jeden Ball auf die Linie geschlagen und ich konnte das ganze Match nicht meinen Rhythmus finden”, erklärte die Wimbledonsiegerin 2018, die im Vorjahr “down under” erst im Halbfinale gescheitert war.

Auch bei den Herren sorgte ein US-Amerikaner für Furore, denn Collins’ Landsmann Frances Tiafoe schaffte seinen Major-Durchbruch. An seinem 21. Geburtstag machte sich der ungesetzte, letzte US-Mann im Herrenturnier sein größtes Geschenk. Er besiegte im Achtelfinale den Bulgaren Grigor Dimitrow nach 3:39 Stunden mit 7:5,7:6(6),6:7(1),7:5 und steht im Viertelfinale.

Zur Belohnung gab es auch noch ein Geburtstagsständchen in der Melbourne Arena für Tiafoe. “Ich habe meinen Eltern vor zehn Jahren gesagt, dass ich das machen werde. Dass ich ihr und mein Leben verändern werde”, sagte ein emotionaler Tiafoe noch auf dem Platz. “Jetzt stehe ich mit 21 im Viertelfinale eines Slams – ich kann es nicht glauben”, freute sich der aus Maryland stammende noch Weltranglisten-39.

In der Runde der letzten acht wird er aber wohl noch seinen Meister finden, denn gegen einen Rafael Nadal in Topform ist er krasser Außenseiter. Der als Nummer zwei gesetzte Spanier hatte gegen den wieder erstarkten Tschechen Tomas Berdych nur im dritten Satz etwas Mühe, freute sich aber über einen klaren 6:0,6:1,7:6(4)-Erfolg. Doch der Weltranglisten-Zweite ist vor Tiafoe, der erstmals in die Top 30 vorstoßen wird, gewarnt. “Er hat alles. Er serviert gut und hat eine sehr schnelle Vorhand. Er ist sehr dynamisch und aggressiv, natürlich ist er gefährlich. Das wird schwer”, lobte Nadal seinen nächsten Gegner.

Für die Australier gab es auch einen Grund zum Jubel: Nachdem es im Herrenturnier kein Spieler ins Achtelfinale geschafft hatte, steht mit Ashleigh Barty eine Lokalmatadorin bereits im Viertelfinale. Die 22-Jährige rang die fünffache Major-Siegerin Maria Scharapowa mit 4:6,6:1,6:4 nieder und ist die erste Australierin seit einer Dekade im Viertelfinale von Melbourne. Nach 2:22 Stunden verwertete die Nummer 15 des Turniers vor den Augen des Premierministers Scott Morrison und Herren-Legende Rod Laver ihren vierten Matchball. Die Gastgeber warten bereits seit 41 Jahren auf den ersten Titel im Einzel, als Chris O’Neil 1978 triumphiert hatte.

Barty trifft nun als Außenseiterin auf eine bisher sehr starke Petra Kvitova. Die tschechische Nummer 8 ließ einer anderen aufstrebenden US-Amerikanerin in deren erstem Achtelfinale keine Chance: Sie fegte die erst 17-jährige Amanda Anisimova 6:2,6:1 vom Court. Es war der vierte glatte Sieg der 28-Jährigen en suite.

Von: apa