Derzeit rollt nirgendwo der Ball - Folge: Massive Einnahmeverluste

Angst vor wegfallenden TV-Millionen in Europas Topligen

Sonntag, 29. März 2020 | 14:40 Uhr

Es sind astronomische Summen, die Saison für Saison in die größten Fußball-Ligen Europas fließen. Über sieben Milliarden Euro sollten die Erstligisten aus England, Deutschland, Spanien, Frankreich und Italien in der laufenden Saison aus TV-Geldern lukrieren. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie drohen den einzelnen Ligen jeweils Verluste in dreistelliger Millionenhöhe.

In England, Spanien und Italien kommt im Durchschnitt rund die Hälfte der Jahreseinnahmen der in der höchsten Liga spielenden Clubs von den übertragenden TV-Stationen. In Deutschland ist es prozentual etwas weniger, aber immer noch so viel, dass es beim einen oder anderen Club um die Existenz gehen könnte, sollten die TV-Gelder nicht im vollen Umfang ausbezahlt werden.

Diese Abhängigkeit vom Fernsehen sorgte in den letzten Wochen für irritierende Entscheidungen. In der italienischen Serie A wurde noch gespielt, als sich das Ausmaß der Krise längst abzeichnete. Und auch anderswo versuchte man noch so lange wie nur möglich, den Ball am Rollen zu halten. In der Premier League rang man sich erst zur Unterbrechung durch, nachdem die ersten Fälle innerhalb der Liga bekannt geworden waren.

Die Clubs setzen alles daran, sobald wie möglich den Betrieb mit Geisterspielen wieder aufzunehmen. Ein Abbruch der Saison zum jetzigen Zeitpunkt würde für die deutschen Bundesligisten eine dreiviertel Milliarde weniger Einnahmen bedeuten, errechnete die Deutsche Fußball Liga (DFL).

Dass die Ligen kaum mit grenzenloser Solidarität der ebenfalls gebeutelten TV-Sender rechnen können, zeigt sich in Frankreich, wo Canal+ die nächste fällige Auszahlung für Anfang April (110 Millionen Euro) zurückbehalten will. Gemäß “L’Equipe” sind insgesamt noch 280 Millionen Euro fällig. In Spanien und Italien dürfte es um einen ähnlichen Betrag gehen. In England müssten die Clubs laut “The Athletic” 853 Millionen Euro an die übertragenden nationalen TV-Sender zurückzahlen, sollte die Saison nicht wieder aufgenommen werden. Längst prüfen Juristen rechtliche Schritte für den Ernstfall Meisterschaftsabbruch. Laut der US-Nachrichtenagentur Bloomberg könnten die übertragenden Sender in Summe mehr als 1 Milliarde US-Dollar an Entschädigungen fordern.

Die Ligen und Clubs suchen Möglichkeiten, die unsichere Zeit ohne bleibenden Schaden zu überstehen. Mit Kurzarbeit und freiwilligen oder erzwungenen Lohnkürzungen sollen Kosten gespart werden. In Spanien wird über langfristige Darlehen für die Clubs diskutiert. Momentan lassen sich aber nur Szenarien erarbeiten, über ökonomische Schäden lässt sich wie über die langfristigen Folgen nur spekulieren. Eine erste Antwort könnte es schon im Mai geben. Dann sollen in Deutschland die Rechte für die Spielzeiten 2021/22 bis 2024/25 vergeben werden. In der Vor-Corona-Zeit rechnete die DFL mit einem signifikanten Anstieg der TV-Einnahmen für jene Periode.

Von: APA/ag.

Kommentare
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nero09
nero09
Grünschnabel
1 Monat 29 Tage

die clubs sind die letzten die sich jetzt beklagen dürfen. sie brauchen ja nur die astronomischen transfersummen und gehälter zu reduzieren, dann machen sie auch keine verluste mehr.

Hausverstand
Hausverstand
Tratscher
1 Monat 29 Tage

Abschaffen diesen nutzlosen Sport!!!!!

Don Bass
Don Bass
Superredner
1 Monat 29 Tage

Auf jeden Fall die Finanzierung aus öffentlichen Geldern!

tobi1988
tobi1988
Grünschnabel
1 Monat 29 Tage

Fußball ist sowas von uninteressant geworden.

Knedl
Knedl
Grünschnabel
1 Monat 29 Tage

Geld genua wenn man sofl hausen konn ba spieler kafen usw…

Rumpelstielzchen
Rumpelstielzchen
Grünschnabel
1 Monat 29 Tage

Fußball, denke ich, ist gerade die kleinste Sorge di wir haben.

Mr.X
Mr.X
Grünschnabel
1 Monat 29 Tage

De tiamr ober jetzt fix am wianigsten load. Leben olle in ihmene aufgepumpter Blose und dass de jetzt amol plotzt isch überhaupt koan Fahler. Amol olle wieder afn Boden oi und nimmer hunderte von Millionen ausgeben für a por Kasper wos lei manond kugeln und schaugn dass die Frisur sitzt und man die gonzen Tattoos woll guat sig… 🙈

rantanplan
rantanplan
Grünschnabel
1 Monat 29 Tage

die profiligen brauchen nur die gehälter der spieler um die hälfte reduzieren…die spieler verdienen dann immer noch 10x zuviel
weiters diese total unrealistischen ablösesummen stoppen für jeden “tschergn” der einen ball gerade aus schlagen kann dann haben die vereine wieder lange geld
jedenfalls wenn die serie a jetzt auch über entschädigungen usw “sumpert” dann schlägt das dem fass den boden aus…
wohlgemerkt ich sage das als fussballfan!

bubbles
bubbles
Superredner
1 Monat 29 Tage

Ach das liebe Geld

oli.
oli.
Kinig
1 Monat 29 Tage

Neid wird es immer geben.

Seid doch froh das ihr alle was zu essen und trinken , ein Dach über den Kopf habt.
Der größte Reichtum, ist GESUNDHEIT .

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 29 Tage

Vielleicht wär’s mal an der Zeit zu überlegen, wie man den Sport vom Massenevent wieder zu einer sportlichen Veranstaltung ändern kann. Diese Millionengehälter und Milliardeninvestitionen sind für Unterhaltung einfach nicht mehr zeitgemäß.

ehrlich2020
ehrlich2020
Grünschnabel
1 Monat 29 Tage

Gscheida war amol ondre Sportortn zi sendn und et olm lei des monoton longweilige Fuaßboll.
Ba die meistn Profi-fuaßboller war gscheida sie tatn ba Germanys next topmodl mit volauto hoagl mit Frisur und de pinkn Schuach.
Do Sport kimp do erst on 2ter Stelle.
Fria wora no interessanta

Calimero
Calimero
Universalgelehrter
1 Monat 29 Tage

30.000 € im Monat, mehr sollte auch der beste Fußballer der Welt nicht verdienen dürfen, sprich Gehaltsobergrenze.

Mr.X
Mr.X
Grünschnabel
1 Monat 29 Tage

I bin do in niamand neidisch lei findis net ok, dass do so viel Geld ausgeben werd. Für die Ausübung von eigentlich an Hobby sollet koaner Millionen im Munet kriagen. Ober i denk es werd sich einiges ändern und irgendwo hot de Krise a a bissl wos guates.

nikname
nikname
Tratscher
1 Monat 29 Tage

jetzt aber wirklich, da gibt es wichtigeres als die Geldsorgen der Clubs. Die dürfen sich nicht beklagen, für horrende, absurde Transfersummen ist auch immer Geld da.

pingoballino1955
pingoballino1955
Grünschnabel
1 Monat 28 Tage

Die sind jetzt mal das kleinste Problem.Mit diesen Exorbitanten Summen die denen bis jetzt gezahlt wurden,können sie noch jahrzehntelang gut Geld in Massen ausgeben. Fussball ist schon lange kein Fussball mehr,sondern GOLDBALL!

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