Vierfache Eishockey-Olympiasiegerin Hayley Wickenheiser

Athletensprecher forderten Veränderungen im IOC

Sonntag, 29. März 2020 | 10:29 Uhr

Die Athletensprecher Hayley Wickenheiser und Max Hartung haben Veränderungen im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) gefordert und sich zugleich für mehr Mitspracherecht der Sportler eingesetzt. “Jetzt ist der Zeitpunkt, an dem wir unser Business verändern können”, sagte die vierfache Eishockey-Olympiasiegerin Wickenheiser aus Kanada am Samstagabend im “Aktuellen Sportstudio” des ZDF.

Die zögerliche Haltung des IOC bei der Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio aufgrund der Corona-Krise hält die 41-Jährige für “unverantwortlich. Ich habe ja gesehen, wie sich das Virus über die Welt verbreitet. Ich habe das auch in vielen Notaufnahmen gesehen”, meinte die IOC-Athletensprecherin, die das letzte Jahr ihrer Ausbildung zur Ärztin absolviert.

Von persönlichen Konsequenzen für IOC-Präsident Thomas Bach, der auch in der Kritik steht, hält Wickenheiser indes nichts. “Diese Entscheidung würde ich jetzt nicht an einer Person festmachen. In dieser Situation muss sich wirklich die ganze Führungsriege auch kollektiv fragen, wie hätten wir das vorher anders händeln können?”, meinte die ehemalige Weltklasse-Eishockeyspielerin, die per Video aus Toronto zugeschaltet war. “Das ist jetzt nicht der Moment, wo man sagt, der oder jener gehört gefeuert! Das IOC ist eine Riesen-Maschine.”

Auch der deutsche Säbelfechter und Athleten-Aktivist Hartung sieht angesichts der Krise Handlungsbedarf. “Ich glaube, dass das IOC sich verändern sollte und dass man auch die Struktur verändern sollte. Ich würde das auch nicht an einzelnen Personen festmachen”, meinte der 30-Jährige. Er wünsche sich, “dass die Stimme der Athleten eine noch größere Rolle spielt. Und vor allem, dass aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt wird”, sagte der Vorsitzende des Vereins Athleten Deutschland.

Von: APA/dpa