Der 20-jährige Auböck befindet sich in Topform

Auböck mit tollem OSV-Rekord im WM-Finale über 800 m Kraul

Dienstag, 25. Juli 2017 | 20:40 Uhr

Der Niederösterreicher Felix Auböck hat am Dienstag sein zweites Budapester Schwimm-WM-Finale erreicht. Hatte er am Sonntag auf dem Weg zu Rang fünf über 400 m Kraul Vorlauf-Bestzeit fixiert, markierte er über 800 m Kraul unter 30 Aktiven die viertbeste Vorlaufmarke. Mit 7:49,24 Minuten drückte er seinen nationalen Rekord um gleich 6,62 Sekunden. Der Endlauf ist für Mittwoch (19.05 Uhr) angesetzt.

Es hat sich für Auböck ausgezahlt, dass er am Montag über 200 m Kraul auf ein Swim-off-Duell und damit eine mögliche Semifinalteilnahme verzichtet hatte. “Es ging viel besser als gestern,”, bezog sich der 21-Jährige in einer ersten Reaktion auf den 200-Vorlauf von 24 Stunden davor, “aber die 400 sind leichter gegangen. Es hat sich dann schon ganz schön schwerfällig angefühlt.”

Damit meinte der Student der University of Michigan die zweite Hälfte der Distanz. Allerdings hatte er auch bis zur Rennhälfte auf seine am 4. Mai in Atlanta fixierte bisherige Bestmarke einen Bonus von 5,23 Sekunden herausgeschwommen – und zwar im Gefolge von Gregorio Paltrinieri (ITA/7:45,31), Wojciech Wodjak (POL/7:46,39) und Henrik Christiansen (NOR/7:47,61).

Dieses Ranking überlebte auch den folgenden vierten und letzten Heat, in dem 200-m-Weltmeister Sun Yang (CHN) um 4/100 hinter Auböck blieb. Die weiteren Finalisten sind Gabriele Detti (ITA/7:49,67), Florian Wellbrock (GER/7:50,89) und Zane Grothe (USA/7:50,97). Neben Auböck und Sun hatten es auch Detti und Grothe ins 400er-Finale geschafft.

Auböcks Landsmann Patrick Staber kam bei seinem WM-Debüt über 200 m Delfin in 1:59,10 Minuten auf Rang 25, seine persönliche Bestzeit vom 22. April verfehlte er um 18/100. Die Auslosung hatte ihm einen sehr starken Lauf mit dem Ungarn Laszlo Cseh beschert. “Ich habe von vorne weg riskiert, musste mitschwimmen”, sagte Staber.

Im Finish machte sich aber eine Durchfallerkrankung von Sonntag bemerkbar. “Die erste Hälfte hat sich gut angefühlt, auf der letzten Länge ist dann aber der Hammer gekommen. Aber ich habe gewusst, dass ich das Tempo hochhalten muss.” Am Sonntag startet der SVS-Athlet noch auf seinen bevorzugten 400 m Lagen, für das es nun speziell zu trainieren galt.

Der 20-jährige Schwimm-Star Katie Ledecky ließ über 1.500 m Kraul mit ihrem zwölften Langbahn-Titel US-Landsfrau Missy Franklin als erfolgreichste WM-Athletin hinter sich. Für die Weltrekorde drei bis fünf dieser Titelkämpfe sorgten der Brite Adam Peaty über 50 m Brust, die Kanadierin Kylie Masse über 100 m Rücken und die US-Amerikanerin Lilly King über 100 m Brust.

Ledecky hatte im für Tokio 2020 neuen Olympia-Bewerb in 15:31,82 Minuten 19,07 Sekunden (!) Vorsprung auf ihre erste Verfolgerin und legte nicht einmal eine Stunde später in 1:54,69 Minuten mit der klar schnellsten Semifinalzeit über 200 m Kraul nach. Damit könnte sie schon am Mittwoch im 200er-Endlauf weiter Boden auf ihre mit 26 bzw. 18 WM-Titeln gesamt voranliegenden Landsmänner Michael Phelps und Ryan Lochte machen.

Die fünffache Olympiasiegerin hat noch keinen einzigen ihrer WM-Endläufe verloren und als Erste über 1.500 m das WM-Triple geschafft. Ihren dritten Titel en suite hatte sie schon am Sonntag über 400 m Kraul eingeheimst und zudem danach noch mit der kurzen Kraulstaffel der USA triumphiert. Damit ist Ledecky auf Kurs, in der Duna Arena sechs Goldmedaillen zu holen, nachdem es 2013 in Barcelona vier und 2015 in Kasan fünf waren.

Peaty fixierte an diesem Tag zwei Brustsprint-Weltrekorde. Seine 26,42 von der Kasan-WM drückte er im Vorlauf auf 26,10, ehe er im Semifinale in 25,95 als Erster auf der Langbahn über diese Distanz unter der 26-Sekunden-Marke blieb. Masse löschte im Endlauf in 58,10 die 58,12 der Britin Gemma Spofforth von der Rom-WM 2009 aus den Rekordlisten. Es war dies ein Weltrekord aus der Ganzkörperanzug-Ära und der bis dato älteste bei den Damen.

Über 100 m Brust war Julia Jefimowa im Semifinale in 1:04,36 Minuten nur 1/100 über dem vier Jahre alten Weltrekord der Litauerin Ruta Meilutyte geblieben. Im Endlauf musste sich die Russin in 1:05,05 mit Bronze begnügen, doch sie hat nun in der Brustlage – inklusive Herren – die meisten WM-Medaillen geholt, nämlich zehn . King war in 1:04,13 nicht zu biegen, Katie Meili sorgte in 1:05,03 für einen US-Doppelsieg. Meilutyte wurde trotz Blitzstart in 1:05,65 Vierte.

Der Chinese Sun Yang hat sich in 1:44,39 Minuten erstmals WM-Langbahn-Gold über 200 m Kraul geholt, nachdem er am Sonntag schon über 400 m Kraul triumphiert hatte. Der ehemalige Dopingsünder hält auf der 50-m-Bahn bei nun insgesamt neun WM-Goldenen. Damit hat er unter den Chinesen nur noch Guo Jongjing vor sich. Die ehemalige Wasserspringerin brachte es auf zehn Titel, Sun könnte schon am Mittwoch über 800 m Kraul mit ihr gleichziehen.

Im fünften Endlauf des dritten Wettkampftages der Beckenbewerbe bedeuteten die 52,44 Sekunden von Xu Jiayu nicht nur Gold, sondern die erste WM-Medaille für einen Chinesen in einem Rückenbewerb überhaupt. Nach 13 Finalentscheidungen führen die USA den Medaillenspiegel mit fünf Goldenen vor China mit drei und Großbritannien mit deren zwei an.

Von: APA/ag./dpa