Felix Auböck hofft vor allem auf den 400er

Auböck scheint bei Glasgow-EM für nächsten Schritt bereit

Mittwoch, 01. August 2018 | 10:46 Uhr

Der Niederösterreicher Felix Auböck gilt als Österreichs größte Hoffnung auf Spitzenplätze bei den Schwimm-Europameisterschaften ab Freitag in Glasgow. Der 21-Jährige reiste am Dienstag mit der Empfehlung eines fünften und sechsten WM-Platzes von Budapest 2017 nach Schottland, dadurch wurden die Erwartungen nach oben geschraubt. Auböck möchte sich davon aber nicht verrückt machen lassen.

“Ich musste lernen, mit mehr Druck umzugehen”, erzählte der Student der University of Michigan der APA. Äußere Einflüsse sollen ihn nicht beeinflussen. Um das zu bewerkstelligen, habe Auböck auch mental Fortschritte gemacht. “Ich habe da mehr an mir gearbeitet. 90 Prozent spielt sich im Kopf ab.” Alle Szenarien hat er durchgespielt, um am Wettkampftag für jede Situation gewappnet zu sein.

Es ist Auböcks erster Auftritt für die rot-weiß-rote Mannschaft, seit er vor einem Jahr über 400 m und 800 m Kraul in die WM-Top-6 geschwommen ist. Für die Kurzbahn-EM im Dezember in Kopenhagen musste der Athlet von Wasserfreunde Spandau 04 wegen Uni-Prüfungen passen, aufmerksam auf sich machte er Ende März bei den NCAA-Finals in Minneapolis mit zwei zweiten Plätzen. Auch da ruhten schon mehr Blicke auf ihm als beim ebenfalls erfolgreichen Auftritt im Jahr davor.

Auf den 400er am Freitag spitzt Auböck am meisten. Schon bei der vergangenen Langbahn-EM Mitte Mai 2016 in London hat er über diese Strecke als Vierter Bronze nur um 7/100 verpasst. Der damalige Titelträger Gabriele Detti ist diesmal nicht dabei. Der Italiener war vor einem Jahr in Budapest als WM-Dritter der einzige vor Auböck klassierte Europäer. Die Chance auf einen Podestplatz scheint diesmal also groß, sollte das OSV-Ass seine gute Form ausspielen können.

Neben dem 400er soll der 800er im Tollcross International Swimming Centre zu einer wichtigen Strecke Auböcks werden. Die zweitlängste Distanz bildet am Dienstag den Schlusspunkt seiner vier Einzel-Strecken. Die Vorläufe über 1.500 und 200 m sind dazwischen für Samstag und Montag angesetzt. Dem Auftakt-Event misst Auböck auch in Bezug auf den “Marathon” große Bedeutung bei. “Je nachdem, wie es über den 400er läuft, werde ich sehen, wie groß die Chancen über 1.500 m sind.”

Ein Finaleinzug über 1.500 m Kraul würde wiederum viel Substanz kosten und Auböcks Möglichkeiten auf seinen eigentlich eher bevorzugten 800 m womöglich herabsetzen. Ganz anders würde es freilich für den 800er aussehen, wenn der beste “Freshman” des US-Studienjahrs 2016/17 wegen seiner Erkenntnisse vom 400er auf den 1.500er verzichten würde. Mittendrin liegt der 200er, der Sprintbewerb für Österreichs Vorzeige-Schwimmer. Hier hat es für Auböck zu WM-Rang 17 gereicht.

Seine vier WM-Platzierungen von vor einem Jahr können dem EM-Vierten über 400 m Kraul von 2016 durchaus für Glasgow Richtlinie sein. Denn je länger die Kraulstrecken sind, desto dominierender sind die Europäer. So richtig in die Karten blicken ließ sich Auböck vor der am Dienstag erfolgten Abreise nicht. “Ich fühle mich sehr gut”, ließ sich der 1,98-m-Athlet nur entlocken.

Bis Ende vorvergangener Woche hat Auböck in den Staaten trainiert und auf ein Antreten bei den Staatsmeisterschaften kurz vor dem Saison-Höhepunkt verzichtet – auch wegen des Risikos, sich zu verkühlen. Betreut wird Auböck in Glasgow von Michigan-Coach Joshua White. Der war noch bis zum Sonntag bei den US-Meisterschaften in Irvine im Einsatz.

Von: apa

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