Audi steigt 2026 mit Sauber in die Formel 1 ein

Audi wählt Sauber als strategischen Partner für F1-Einstieg

Mittwoch, 26. Oktober 2022 | 16:15 Uhr

Audi wird in der Formel 1 ab 2026 als Werksteam um Erfolge fahren und dabei mit Sauber zusammenarbeiten. Die Volkswagen-Tochter verkündete am Mittwoch offiziell ihren Partner und will künftig vom Know-how des Schweizer Traditionsteams profitieren. Audi übernimmt einen Anteil an der Sauber Group. Wie hoch dieser ausfallen soll, wurde noch nicht bekanntgegeben. Als “Meilenstein” bezeichnete Audi die strategische Partnerschaft.

“Wir freuen uns, für unser ambitioniertes Formel-1-Projekt einen derart erfahrenen und kompetenten Partner gewonnen zu haben”, erklärte Audi-Technikvorstand Oliver Hoffmann. “Wir kennen die Sauber Group mit ihrem hochmodernen Standort und erfahrenen Team schon von früheren Kooperationen und sind überzeugt, dass wir gemeinsam ein starkes Team bilden werden.” Audi nutzt bereits den Hightech-Windkanal von Sauber.

Wie einst bei der Zusammenarbeit zwischen BMW und Sauber in der Formel 1 wird es auch diesmal ein Job-Sharing geben. So wird die Antriebseinheit von Audi in Neuburg an der Donau entwickelt, der Wagen wird von Sauber am Stammsitz in Hinwil gefertigt. Die Schweizer, die in der Formel-1-Konstrukteurswertung vor dem Grand Prix in Mexiko aktuell Sechster sind, werden auch für die Planung und Durchführung der Renneinsätze zuständig sein.

“Sauber ist ein erstklassiger Partner für den Einsatz der Audi-Power-Unit”, sagte der Leiter des Formel-1-Projekts von Audi, Adam Baker. “Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Team, das schon viele Epochen der Formel-1-Geschichte mitgeprägt hat. Gemeinsam wollen wir ab 2026 das nächste Kapitel schreiben.” Erste Fahrten in einem Formel-1-Testwagen mit der für das künftige Reglement entwickelten Antriebseinheit sind für 2025 geplant.

“Die strategische Allianz zwischen Sauber Motorsport und Audi ist ein wichtiger Schritt für die Formel 1”, sagte Automobil-Weltverbandspräsident Mohammed bin Sulayem. Sie sei auch ein Beweis für die Attraktivität des künftigen Reglements. Die Formel 1 hat auch eine hohe Anziehungskraft für Porsche. Die andere VW-Tochter bemüht sich nach dem geplatzten Deal mit Red Bull angeblich weiter um einen Einstieg in die Königsklasse.

Audi hatte bereits Ende August in Spa-Francorchamps seinen Formel-1-Einstieg ab 2026 verkündet. Schon damals galt Sauber als aussichtsreichster Kandidat für den deutschen Autobauer. Ab 2026 gilt in der Formel 1 ein neues, motorbezogenes Reglement. Die Hybrid-Motoren sollen mit 100 Prozent nachhaltigem Kraftstoff betrieben werden. Der Verbrenner im Aggregat soll nur noch 50 Prozent der Leistung beitragen, der Rest ist elektrisch.

Sauber selbst ist ein Team mit großer Erfahrung in der Formel 1. Der Rennstall des Firmengründers Peter Sauber gab 1993 sein Debüt in der Motorsport-Königsklasse. Die Verbindung zu Audi lässt sich durch das Formel-1-Intermezzo von BMW mit Sauber zu Beginn des Jahrtausends nachzeichnen. Damals war der aktuelle Audi-Boss Markus Duesmann Entwicklungschef.

Als sich die erhofften Erfolge trotz riesiger Investitionen nicht einstellten, stieg BMW 2009 nach nur vier Jahren wieder aus der Rennserie aus. Seit 2018 kämpft Sauber unter dem Namen Alfa Romeo um Punkte, die Partnerschaft endet Ende 2023. Seine Motoren bezog der Rennstall der beiden Piloten Valtteri Bottas und Zhou Guanyu aber von Ferrari. So soll es auch 2024 und 2025 sein, wie Sauber seinerseits am Mittwoch mitteilte.

Erst Ende vergangenen Jahres scheiterte ein Deal mit dem US-Rennfahrerclan Andretti. Michael, Sohn des früheren Formel-1-Weltmeisters Mario Andretti, wollte bei Sauber einsteigen. Dem Vernehmen nach waren die Forderungen von Team-Besitzer Finn Rausing aber zu hoch. Der schwedische Tetrapak-Mitbesitzer soll unter anderem Wert auf den Fortbestand der Sauber-Gruppe in Hinwil gelegt haben.

“Audi ist der beste Partner für die Sauber Group”, sagte Rausing, der Vorstand der Sauber Holding. “Es ist deutlich, dass beide Unternehmen dieselben Werte und dieselbe Vision haben. Wir freuen uns darauf, die gemeinsamen Ziele mit einer starken und erfolgreichen Partnerschaft zu erreichen.”

Von: APA/dpa

Kommentare

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16 Kommentare auf "Audi wählt Sauber als strategischen Partner für F1-Einstieg"


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N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 7 Tage

Wichtig ist, dass neben der angeblichen Gurkentruppe Mercedes noch ein deutsches Team den Bruneck… zeigt wo eigentlich der Hammer..!
Ferrari ist wie Italien und darum kann man in Jahrzehnten nur ab und zu mal die Genialität erahnen, der Rest ist Finsternis!
PS: Wirklich genial war nur der Schöpfer von Ferrari und Lauda als er da fuhr!

Rudolfo
Rudolfo
Universalgelehrter
1 Monat 7 Tage

War es der “geniale” Niki Lauda, Gott hab ihn selig, der von 2000 bis einschließlich 2004 5 !! Mal in Folge Formel 1 Weltmeister mit Ferrari wurde ? Kann mich beim besten Willen nicht mehr daran erinnern. Ist entweder das Alter👴oder ich habe mich hier mit dem “PVV 2022” angesteckt….

primetime
primetime
Kinig
1 Monat 7 Tage

2000-2005 hat Ferrari gewonnen. Da von “nur ab un zu…” zu schreiben ist doch Spott und hohn. Mercedes hat 2 mal mehr gewonnen. Ist zwar viel aber die beiden Titel mehr machen den Kohl im Vergleich auch nicht sonderlich fetter.

Doolin
Doolin
Kinig
1 Monat 7 Tage

@primetime
…Ferrari war 2007 zum letzten Mal WM, und zwar mit Kimi Räikkönen…

primetime
primetime
Kinig
1 Monat 7 Tage

Ich habe konsekutive Titel gezählt

Rudolfo
Rudolfo
Universalgelehrter
1 Monat 7 Tage

@Doolin….und führt die ewige Rangliste der Konstrukteur mit 16 !! haushoch an…

Doolin
Doolin
Kinig
1 Monat 6 Tage

@Rudolfo
…ja früher waren die roten mal was…sie sind auch von allen teams am längsten dabei…seit 2007 ist halt nix zählbares mehr dazu gekommen…

Rudolfo
Rudolfo
Universalgelehrter
1 Monat 6 Tage

@Doolin…stimmt vollkommen. Es gibt halt keine guten “Strategen” bei Ferrari. Denn Auto und Fahrer würden es hergeben. Aber bei den Boxencrews und vorallem am Kommandostand hapert es gewaltig.

Zugspitze947
1 Monat 6 Tage

Rudolf: ist aber NICHT fähig ein taugliches bezahlbares Strassenauto zu bauen das nicht alle 20.000 Km zur Generalüberholung muss 🙁

ieztuets
ieztuets
Superredner
1 Monat 7 Tage

Wenn die Regierungen af der gonzn Welt mit der Klimakrise angalign “Nägel mit Köpfe” mochn mießn, noar terfats 2026 lei meahr Formel E gebn!

Doolin
Doolin
Kinig
1 Monat 7 Tage

…wie fad!…was waren 12-Zylinder doch für geile Kisten…so ein sound kommt nie mehr…
😢

Rudolfo
Rudolfo
Universalgelehrter
1 Monat 6 Tage
@Doolin…die EU oder wer auch immer kann ab 2030 den Verkauf von Verbrennern verbieten und dazu noch mit neuen, radikal reduzierten Feinstaubwerten Millionen von Autobesitzern in Europa faktisch teilenteignen. Solange “Riesenreiche” wie China und Indien weiterhin Kraftwerke bauen und betreiben, und dabei Milliarden von Tonnen Kohle im Jahr verheizen, können die mich mal am Abend besuchen. Ich werde mir dann halt 2029, so ich noch lebe und geistig zum Autofahren auf der Höhe bin, einen neuen Brumm Brumm Verbrenner kaufen. Der “Trick” mit der radikalen Reduzierung der Feinstaubwerte wird im Übrigen nur deshalb angewendet, weil es klar ist, daß die… Weiterlesen »
Savonarola
1 Monat 7 Tage

hast gehört Brunecka? Jetzt wirf für deine Melonikisten immer weniger Platz sein.

primetime
primetime
Kinig
1 Monat 7 Tage

Was hat Meloni mot F1 zu tun?

bern
bern
Universalgelehrter
1 Monat 7 Tage

Wie kann man nur auf die Idee kommen, auf ein sterbendes Pferd zu setzen?

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 7 Tage

PS:PS: GRINS : Ohne Lauda… reden wir nicht vin Gurkentruppe!

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