Thiem unterlag Kevin Anderson

Auftakt-Niederlage für Thiem bei ATP Finals in London

Sonntag, 11. November 2018 | 22:45 Uhr

Dominic Thiem hat auch bei seinen dritten ATP Finals in London sein Auftaktmatch verloren und steht damit am Dienstag bereits mit dem Rücken zur Wand. Der 25-jährige Niederösterreicher unterlag am Sonntag Wien-Sieger Kevin Anderson nach 108 Minuten mit 3:6,6:7(10), im Tiebreak hatte er zwei Satzbälle. Mit seinem 13. Ass beim vierten Matchball sicherte sich der 32-jährige Masters-Debütant den Sieg.

Im neunten Vergleich mit dem Südafrikaner war es die siebente Niederlage des diesjährigen French-Open-Finalisten aus Lichtenwörth. Thiem trifft nun am Dienstag in der Round-Robin-Gruppe “Lleyton Hewitt” auf Roger Federer. Der Schweizer Superstar musste sich am Sonntagabend im zweiten Einzel der Gruppe “Lleyton Hewitt” in der O2-Arena überraschend dem Japaner Kei Nishikori mit 6:7(4),3:6 geschlagen geben.

Thiem ist einer der wenigen Spieler, die gegen den 20-fache Grand-Slam-Champion aus der Schweiz eine positive Bilanz zu Buche stehen haben. Der 25-jährige Niederösterreicher führt im Head-to-Head mit 2:1. Alle drei bisherigen Partien gingen im Jahr 2016 in Szene. Das bisher letzte gab es im Juni auf Rasen in Stuttgart, als Thiem mit 3:6,7:6(7),6:4 gewonnen hat. Nur der Gruppensiieger und der zweitplatzierte Spieler steigen ins Halbfinale auf.

“Ich bin enttäuscht, dass es nichts geworden ist, aber es sind die Unterschiede da gegen wen auch immer sehr klein. Deshalb ist eine Niederlage kein Weltuntergang, weil ich noch alle Chancen habe.”

Thiem hatte sein drittes Masters alles andere als nach Plan begonnen. Der French-Open-Finalist, der zuletzt Indoor mit dem ersten Hallen-Titel (St. Petersburg) sowie dem Halbfinale beim Masters-1000-Event in Paris-Bercy eine deutliche Steigerung gezeigt hatte, war im ersten Satz nur ein Schatten seiner selbst. Sowohl vom Aufschlag, als auch vom Return her war Thiem weit von seiner Bestform entfernt. Anderson reichte ein einziges Break zum 3:1 zum Satzgewinn nach 41 Minuten.

“Der erste Satz war schwach, aber ich habe das ziemlich schnell abgehakt und dann so gut wie eine Trendwende im zweiten Satz geschafft, weil der war wirklich gut”, meinte Thiem, der im ersten Durchgang versucht hatte, mit einer Rückschlag-Position weit hinter der Grundlinie zu punkten. Ähnliches hatte er im US-Open-Achtelfinale gegen Anderson erfolgreich praktiziert. “Es war zum Großteil die Positionierung, weil ich habe auch schlecht von dort hinten returniert. Sobald ich weiter vorne war, war es besser. Mein eigener Aufschlag war auch schwach am Anfang.”

Satz zwei verlief ganz anders und wesentlich spannender: Thiem servierte besser, war auch beim Return stärker und Aufschlag-Kanone Anderson ließ zunächst etwas nach. Bei Thiem funktionierte plötzlich auch die Rückhand und er begann auch seine ersten Asse zu schlagen. Der Schützling von Günter Bresnik hätte es in der Folge durchaus in der Hand gehabt, das Match zum dritten Sieg en suite über Anderson zu drehen.

Im Tiebreak führte Thiem bereits mit 3:1, doch er sah sich bei 5:6 dem ersten Matchball gegenüber. Vor den Augen seiner Eltern Karin und Wolfgang Thiem sowie Freundin Kiki Mladenovic erkämpfte er sich bei 7:6 und bei 9:8, nach Abwehr des zweiten Matchballs, zwei Satzbälle. Aufschläger war allerdings Anderson, der sich mit den Assen elf und zwölf den dritten Matchball erarbeitete. Einmal noch konterte Thiem mit einem Ass zum 10:10, doch bei 11:10 für Anderson schloss dieser wieder mit einem Ass ab.

Das Vorrücken im zweiten Durchgang war einer der Schlüssel zur deutlichen Steigerung Thiem. “Da ist es viel besser geworden. Im Nachhinein würde ich so anfangen wie ich ab dem zweiten Satz gespielt habe.” Im Tiebreak sei es dann gerade gegen so einen Spieler eben sehr eng. “Leider ist es nicht in meine Richtung gelaufen.”

Thiems Chancen auf den erstmaligen Halbfinaleinzug beim Masters sind nun – ähnlich wie schon in den vergangenen beiden Jahren – beträchtlich gesunken. Zwar kann man bei der komplizierten Arithmetik im Round-Robin-System je nach Ergebnissen der anderen Gruppengegner in seltenen Fällen sogar mit nur einem Sieg aufsteigen, aber um sicher zu sein, es aus eigener Kraft zu schaffen, muss am Dienstag ein Sieg her. Erst am späten Sonntagabend stand Thiems nächster Gegner fest.

Dieses Match Federer-Nishikori wollte Thiem studieren und dann am Montag sich speziell auf den Verlierer vorbereiten. “Das ist das Schöne an dem Turnier. Egal, ob Sieg oder Niederlage, es ist noch lange nicht vorbei. Während Thiem gegen Federer schon mehr als zwei Jahre nicht gespielt hat, ist ihm die 3:6,1:6-Niederlage gegen Nishikori von Wien noch allzugut in Erinnerung.

“Der Belag hier ist schneller als in Wien und sonst sind die Bedingungen auch anders. In Wien hat er sehr gut gespielt, und ich bin ziemlich unter die Räder gekommen. Was ich besser machen will, ist, einen besseren Start zu erwischen.”

Niedergeschlagen wirkte Thiem nicht, auch wenn zwei Siege gegen Nishikori und Federer eine Mammutaufgabe sind. “Der zweite Satz war heute echt in Ordnung. Wenn ich an die Leistung anschließe, dann könnte es gut ausgehen.”

Von: apa

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