Australier waren in der zweiten Halbzeit besser

Australier trauerten Sieg nach, Dänen über VAR verärgert

Freitag, 22. Juni 2018 | 11:50 Uhr

Bert van Marwijk war unglücklich. Nach dem 1:1 seiner Australier im WM-Duell mit Dänemark haderte der Niederländer mit einer vergebenen Chance seiner Mannschaft, die Tür zum Achtelfinal-Einzug aufzustoßen. Aus dem Rennen sind die Socceroos noch nicht. Im Fernduell mit Dänemark muss nun ein Sieg gegen die bereits gescheiterten Peruaner her. Wenn möglich auch ohne Videounterstützung.

Zweites Spiel, zweite Hands-Elfmeter und ein Mile Jedinak, der nahezu ident verwertete. Der Treffer der Australier gegen die Dänen am Donnerstag warf einige Parallelen zu ihrem ersten Auftritt in Russland auf. Beim 1:2 gegen Frankreich kassierten das als Außenseiter in die WM gestartete Team vom fünften Kontinent am Ende noch den entscheidenden Gegentreffer. Gegen die Skandinavier war jedoch Australien dem Sieg näher.

“Für uns ist es nun wichtig, Peru zu schlagen. Was die anderen tun, kann man nicht beeinflussen. Und ich werde deshalb keine Sekunde kürzer schlafen”, sagte Van Marwijk nach dem Schlusspfiff in Samara. Dabei mithelfen könnte auch der 38-jährige Altstar Tim Cahill, der gegen die Dänen erneut nur auf der Bank saß. Mit Andrew Nabbout fällt ein Angreifer für den Rest des Turniers mit einer Schulterverletzung aus.

Auch Australiens zweiter WM-Auftritt zog eine kontroverse Debatte um den Videobeweis nach sich. Yussuf Poulsen war der Ball im Strafraum nach einem Kopfball an die Hand gesprungen. Der spanische Schiedsrichter Antonio Mateu entschied erst nach Nutzung des Videobeweises auf Elfmeter. “Das ist schon bitter, vor allem weil es vor dem Eckball zuvor ein klares Foul gab. Das wird dann aber nicht überprüft”, sagte Poulsen, der für die Aktion auch noch Gelb sah und damit im letzten Gruppenspiel gegen Frankreich gesperrt ist.

Der Leipzig-Stürmer hatte schon zum Auftakt gegen Peru einen Strafstoß verursacht. Nun war er wieder der Pechvogel. Dänemarks Teamchef Age Hareide zweifelte die nachträgliche Entscheidung per Videobeweis nicht an, ärgerte sich aber darüber, dass seiner Elf ein Strafstoß in der zweiten Spielhälfte vorenthalten wurde. “Es gibt Leute irgendwo in Russland, die entscheiden, dass sie nachschauen, weil es wie ein Elfmeter aussieht. Aber dann gibt es andere Situationen, wo sie schauen sollten, aber sie tun es nicht”, meinte der Norweger.

Die anvisierten drei Zähler nach dem raschen Führungstreffer durch Christian Eriksen (7.) blieben für die Dänen schlussendlich außer Reichweite. Auch, weil die Australier die Kreise des Tottenham-Regisseurs nach der Pause störten. Die Dänen ließen in Folge kreative Momente vermissen und mussten spätestens bei einer Doppelchance der Australier durch Daniel Arzani und Mathew Leckie kurz vor dem Schlusspfiff mit dem Remis zufrieden sein. “Sie hatten Angst vor uns. Wir hätten den Sieg verdient”, meinte Van Marwijk gesehen zu haben.

Von: APA/ag.