Bayern-Boss nach Remis gegen Fortuna richtiggehend konsterniert

Bayern-Boss Hoeneß “völlig down” – Gnadenfrist für Kovac

Sonntag, 25. November 2018 | 13:43 Uhr

Nachdem Uli Hoeneß “völlig down” und innerlich brodelnd den Notstand beim FC Bayern München ausgerufen hatte, zog sich der Vereinspatron zum Nachdenken an den Tegernsee zurück. Die Münchner Bosse verspüren nach einem weiteren Schockerlebnis akuten Handlungsbedarf: “Das, was heute passiert ist, ist absolut nicht akzeptabel”, sagte Hoeneß nach dem Heim-3:3 gegen Düsseldorf drohend.

Und wer dem Präsidenten am Samstagabend über eine Stunde nach dem alarmierenden Remis gegen die Fortuna bei dessen siebenminütiger Zustandsbeschreibung zuhörte, muss bezweifeln, dass Niko Kovac noch Teil der Lösung sein wird. Zumal der Präsident dem 47-jährigen Kroaten nur noch eine Gnadenfrist einräumte: “Wir spielen am Dienstag gegen Benfica, und da wird unser Trainer sicherlich Niko Kovac sein.”

Die Jobgarantie gilt also bis zu dieser Champions-League-Partie, in der die Bayern gegen Lissabon das Achtelfinal-Ticket lösen können. Selbst ein Erfolg würde keine dauerhafte Garantie für Kovac bedeuten. “Dann müssen wir mal eine Analyse machen, wo wir stehen”, sagte Hoeneß. Schockiert hatte er zuvor auf der Tribüne mit Sitznachbar Karl-Heinz Rummenigge Szenen wie in “Slapstick-Filmen” (O-Ton Hoeneß) erlebt. Nach dem dritten Tor des Düsseldorfers Turbostürmers Dodi Lukebakio dachte Hoeneß spontan, “die Welt geht unter”.

Einen Weltuntergang werden die Münchner Bosse, die Kovac eine überalterte und schwer anzuleitende Mannschaft übertragen haben, nicht zulassen wollen. Hoeneß blutet das Bayern-Herz. Der 66-Jährige rückte erstmals ab von Kovac, für den er bisher “bis aufs Blut” kämpfen wollte. Die Frage, ob der Nachfolger von Jupp Heynckes an der Dimension FC Bayern scheitern könnte, wich Hoeneß aus: “Das kann ich im Moment nicht sagen. Wir müssen beim FC Bayern jetzt alles hinterfragen, warum wir so spielen, wie wir spielen. Wir können nicht sagen, es wird schon werden. Das ist nie Position des FC Bayern gewesen.” Es gehe nun darum, die “richtige Lösung zu finden”.

Die Clubchefs, die nach dem vierten sieglosen Heimspiel in Serie und einer verspielten 2:0- und 3:1-Führung ungewöhnlich lange bei David Alaba und Co. in der Kabine verweilten, zwangen sich dazu, nicht aus der Emotion heraus zu handeln. “Uns ist jetzt wichtig, dass wir Ruhe bewahren. Das fällt schwer, das gebe ich absolut zu”, gestand Hoeneß. Der Trainermarkt dürfte spätestens jetzt intensiv sondiert werden.

Denn Hoeneß’ Zustandsbeschreibung der “total verunsicherten Mannschaft” fiel verheerend aus. Er prangerte die “dilettantischen Fehler” bei den Gegentoren an. Bei jedem Angriff der Gegner herrsche inzwischen höchste Gefahrenstufe. Das Gesamturteil war vernichtend, gerade für Kovac: “Wir spielen sehr schlechten Fußball, einen uninspirierten Fußball und einen Fußball ohne Selbstvertrauen.”

Der Daumen über Kovac senkt sich. “Nach den ersten sechs Wochen hatte ich das Gefühl, wir haben alles richtig gemacht. Und jetzt die letzten sechs Wochen ist es ins Gegenteil umgekehrt”, sagte Hoeneß. Schon nach zwölf Runden geht es um Schadensbegrenzung. “Tatsache ist, dass wir natürlich jetzt eine schwierige Ausgangsposition für den Rest der Saison sehen”, sagte Hoeneß. Bei nun neun Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Borussia Dortmund noch vom Meistertitel zu reden, nannte der Präsident “etwas überheblich”.

Fortuna-Coach Friedhelm Funkel erinnerte sogar an den dramatischen Absturz von Borussia Dortmund in der finalen Saison unter Jürgen Klopp 2014/15, als der BVB zwischenzeitlich Tabellenletzter war. “So weit wird der FC Bayern nie kommen”, meinte Funkel. Aber auch die jahrelang von Meisterschaft zu Meisterschaft eilenden Bayern-Profis seien halt “Menschen und keine Roboter”.

Kovac startete am Sonntag den Versuch, den Fokus auf die Aufgabe gegen Benfica zu richten. Das Training begann erst nach einer längeren Besprechung. Vielleicht gab es intern jene “Generalschelte”, die Kovac in der Pressekonferenz am Vorabend vermieden hatte.

Von: APA/dpa

Kommentare

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6 Kommentare auf "Bayern-Boss Hoeneß “völlig down” – Gnadenfrist für Kovac"


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Don Giovanni
Don Giovanni
Tratscher
23 Tage 16 h

Des wor wirklich 💩💩💩😡😡

Jefe
Jefe
Tratscher
23 Tage 13 h

Auch die Bayern trifft es mal…..vielleicht kommen sie dann mal wieder auf den Boden runter.

MickyMouse
MickyMouse
Universalgelehrter
23 Tage 6 h

Warum darf eigentlich ein verurteilter Wirtschaftskrimineller überhaupt noch Bayern Boss sein,ich wundere mich darüber immer wieder!!!😡😡😡

oli.
oli.
Universalgelehrter
23 Tage 13 h

JEDER will spielen , jeder will ein Star sein , da geht es um Geld und um das ICH .
Die Mannschaft zählt bei vielen nicht mehr . Ausmisten mit Robben , Ribery , Lewandowski , Boateng anfangen und neue HUNGRIGE Spieler kaufen .
Chefetage langsam ersetzen und den Wiederaufbau steht nix im Weg.

bart2
bart2
Neuling
23 Tage 6 h

Immerhin nit verloren hehe

maxi
maxi
Grünschnabel
11 Tage 44 Min

Herr Hoeneß und Herr Rummenigge, sie haben viel geleistet aber wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.

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