In zwei Wochen "from Hero to Zero"

Bayern-Krise verschärft – Kovac: “Ich kenne die Mechanismen”

Sonntag, 07. Oktober 2018 | 12:49 Uhr

Deutschlands Fußball-Meister Bayern München ist schon früh in der Amtszeit von Neo-Trainer Niko Kovac in eine Krise gerutscht. Eine bittere 0:3-Heimniederlage am Samstag gegen Borussia Mönchengladbach ist der vorläufige Tiefpunkt. Vier Pflichtspiele in Folge sind die Bayern bereits sieglos. Der Rückstand auf den ungeschlagenen Tabellenführer Borussia Dortmund beträgt vier Zähler.

Kovac muss die anstehende Länderspielpause dazu nutzen, das Schiff wieder auf Kurs zu bringen, sonst könnte es schnell gehen. “Ich kenne die Mechanismen im Fußball und in der Bundesliga. Ich weiß, dass die Zeit bei Bayern München anders läuft”, erklärte der frühere Salzburg-Legionär, der in der Vorsaison noch Eintracht Frankfurt zum Cuptitel geführt hatte.

Zusätzliche Sorgenfalten treibt Kovac die Verletzung von ÖFB-Star David Alaba auf die Stirn. Sollte sich der Verdacht auf einen Muskelfaserriss im Oberschenkel bei Tests am Sonntag bestätigen, würde Alaba wohl nicht nur für Österreichs Nations-League-Heimspiel gegen Nordirland (12. Oktober) und den folgenden Test in Dänemark (16. Oktober) ausfallen, sondern auch den Bayern mehrere Wochen nicht zur Verfügung stehen.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Münchner kurz vor Transferschluss Ende August Alabas Ersatzmann Juan Bernat an Paris Saint-Germain abgegeben haben. Ein gestandener Reservist für die Linksverteidigerposition steht damit vorerst nicht mehr zur Verfügung, zumal sich auch der brasilianische Außenbahn-Allrounder Rafinha noch mit einer Sprunggelenksverletzung herumschlägt.

Die Clubchefs, Präsident Uli Hoeneß und der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge, schwiegen am Samstagabend zur aktuellen Misere. Es folgte am Wochenende zwar ein traditioneller Besuch des Münchner Oktoberfestes, die Stimmung war aber längst dahin. Ein klares Bekenntnis zu Kovac, der erst seit etwas mehr als 100 Tagen im Amt ist, gab es vorerst nicht.

Kovac äußerte sich zuversichtlich, die Rückendeckung der Führung trotz aller – im Vorfeld der Gladbach-Partie auch öffentlich vorgetragener – Kritik weiterhin zu genießen. “Ich habe ja die Zustimmung bei den ersten sieben Spielen gehabt, jetzt nach den vier Spielen gehe ich auch davon aus”, sagte der 46-Jährige. “Aber ich bin nicht derjenige, der letzten Endes diese Frage beantworten kann.”

Nur dreimal haben die Münchner in der Bundesliga-Geschichte höher verloren als gegen Gladbach. Ein 0:3 setzte es in der Allianz Arena zuletzt im April 2014 gegen Dortmund. Eine Chance zur Rehabilitierung gibt es erst in zwei Wochen in Wolfsburg. “Wir müssen das nächste Spiel gewinnen und wieder hier rauskommen”, forderte Sportdirektor Hasan Salihamidzic. “Das werden wir nur schaffen, wenn wir wieder alle zusammenrücken und sich jeder an die eigene Nase packt.”

Von: APA/dpa

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