Coach Martinez fürchtet keinen der möglichen Gegner

Belgien bereut Sieg nicht: “Können es mit jedem aufnehmen”

Freitag, 29. Juni 2018 | 12:32 Uhr

Der 1:0-Sieg über England mag sich noch als Danaergeschenk für Belgiens WM-Fußballer erweisen. Vorerst hoffen die “Roten Teufel” aber, dass Mut auch belohnt wird. Dem Geheimfavoriten “droht” ein Viertelfinalduell mit Brasilien, das England mit der Niederlage vermied. Belgien-Coach Roberto Martinez war mit dem Sieg dennoch glücklich. “Das ideale Szenario kann man nicht planen.”

Belgien bekommt es am Montag in Rostow mit Japan zu tun, in der Folge würde der Sieger aus Brasilien gegen Mexiko warten. “Wir können es mit jedem aufnehmen”, meinte Martinez selbstsicher. Spekulationen seien eher kontraproduktiv. Der Spanier verwies auf die EM 2016. Belgien belegte damals in der Gruppe Platz zwei hinter Italien, hätte sich auf dem Weg ins Finale Duelle mit Spanien, Deutschland und Frankreich erspart. Doch im Viertelfinale kam das enttäuschende Aus gegen Wales. “Ich glaube nicht, dass man bei einer WM Erfolg hat, indem man hofft, die vermeintlich einfachere Auslosung zu haben.”

Tagelang hatten Medien und Fans spekuliert, ob die Teams eine absichtliche Niederlage ansteuern könnten. “Es war ein eigenartiges Spiel”, resümierte Englands Verteidiger Gary Cahill. “Es war schon vorher bizarr – ein WM-Spiel zu haben, wo die Leute diskutieren, ob es besser ist zu gewinnen oder zu verlieren”, meinte der Chelsea-Kicker – und beteuerte: “Wir gingen in die Partie, um zu gewinnen.” Das verhinderte freilich Adnan Januzaj mit einem Traumschuss in der 51. Minute.

Von Beginn an war klar, dass keine der Mannschaften in Kaliningrad den Sieg regelrecht zu erzwingen gedachte. Beide Teams gingen mit völlig verändertem personellen Gesicht ins Match. “Dafür, dass wir neun neue Spieler hatten, haben wir ein gutes Spiel gemacht”, betonte Martinez. Die Erkenntnisse dürften sich für ihn und seinen englischen Kollegen Gareth Southgate in Grenzen halten. Außer, dass der zweite Anzug wohl kaum genügend Qualität besitzt, um die Achtelfinal-Gegner zu bezwingen.

Southgate verteidigte seine Aufstellung. “Letztlich muss einer entscheiden, was in der Situation das Beste für die Mannschaft ist”, sagte er zu seiner Strategie. “Wir hatten jetzt 21 Spieler im Einsatz. Das ist auch wichtig für den Zusammenhalt der Mannschaft”, meinte der Trainer der Three Lions. “Wir haben zwar nicht gewonnen. Und vielleicht gibt es jetzt Kritik, aber ich stehe dazu. Wir wollten nicht das Risiko eingehen, einen Schlüsselspieler zu verlieren.” Denn das Achtelfinale gegen Kolumbien am Dienstag sei “das wichtigste in einer Dekade”. 2010 musste man sich in der ersten K.o.-Runde Deutschland geschlagen geben, 2014 scheiterte man bereits in der Gruppenphase.

Nun soll also alles angerichtet sein für Englands Triumphzug, das 0:1 hat weitere positive Aspekte: Es beschert Harry Kane und Co. im Vergleich zu Belgien einen zusätzlichen ruhigen Tag im Trainingscamp in Moskau. Und da auch das Duell mit Kolumbien in der Hauptstadt steigt, bleiben den “Three Lions” Reisestrapazen erspart.

Die neben dem Tor wohl aufsehenerregendste Aktion des Spiels lieferte Michy Batshuayi. Anstatt – wie so viele vor ihm beim Torjubel – den Ball mit Wucht nochmals in die Maschen zu befördern, knallte er das Rund an die Stange, von wo es an den Kopf des Dortmund-Legionärs knallte. “Warum bin ich so blöd”, fragte er auf Twitter, wo das Video seines Hoppalas zum Renner wurde. Gewöhnlicher Jubel sei überschätzt, “also musste ich etwas Neues kreieren”, scherzte Batshuayi.

Von: APA/dpa/ag.

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