Zweiter ÖSV-Frauen-Podestplatz in Weltcup-Geschichte

Biathletin Hauser als Dritte in Oberhof erstmals auf Podest

Freitag, 08. Januar 2021 | 15:41 Uhr

Biathletin Lisa Hauser hat am Freitag ihren längst fälligen ersten Podestplatz im Weltcup geholt. Der 27-jährigen Tirolerin gelang in Oberhof im Sprint über 7,5 km trotz einer Strafrunde als Dritter der erst zweite Stockerlplatz für die österreichischen Frauen in der Weltcup-Geschichte. Im März 2014 hatte Katharina Innerhofer in Pokljuka mit einem Sprint-Sieg den bis dato einzigen geholt.

Den Sieg in Oberhof sicherte sich in überlegener Manier die Norwegerin Tiril Eckhoff, die ohne Fehlschuss 29,6 Sekunden vor der Schwedin Hanna Öberg und 40,2 vor Hauser gewann. Die Tirolerin hielt dank der achtschnellsten Laufzeit unter anderem die Französin Julia Simon (4./+44,3 Sek./2 Strafrunden) und die Weltcup-Führende Marte Olsbu Röiseland (5./+52,6/2) auf Distanz.

“Der dritte Platz ist ein Wahnsinn. Ich habe bis zum Schluss gezittert und wusste, dass gegen Ende noch einige gute Athletinnen kommen. Dass sich jetzt der dritte Platz ausgeht, ist unglaublich – ich weiß gar nicht, was ich sagen soll”, jubelte Hauser. Das aufgrund der Corona-Pandemie ohne Publikum abgehaltene Rennen sei wegen der Neuschneeverhältnisse extrem schwierig gewesen. “Läuferisch hat es aber richtig gut gepasst.”

Ihre bisherigen Topergebnisse waren drei fünfte Plätze (2016/17 und 2018/19) gewesen. In der laufenden Saison war sie bereits dreimal unter die besten zehn gelaufen. Die sichere Schützin hatte in diesem Winter schon öfters mit starken Vorstellungen in der Loipe aufgezeigt, der Coup gelang ihr nun gleich im ersten Rennen des neuen Jahres nach fast dreiwöchiger Weihnachtspause. “Das war schon ein Ziel, dass ich mir gesetzt habe. Dass es heute im Sprint – nicht unbedingt meine Lieblingsdisziplin – funktioniert, ist echt cool.” Im Single-Mixed war sie 2017 mit Simon Eder schon zweimal siegreich gewesen.

Während Hauser von einer ausgezeichneten Ausgangsposition in die Verfolgung am Samstag starten darf, schaffte von ihren Teamkolleginnen nur Dunja Zdouc als 25. die Qualifikation für das Jagdrennen. Innerhofer vergab mit fünf Schießfehlern einmal mehr einen möglichen Top-20-Platz und wurde nur 68.

Bei den Männern war im 10-km-Sprint der fehlerfreie David Komatz als lediglich 17. bester Österreicher. Simon Eder traf ebenfalls alle Scheiben, verlor in der Loipe aber noch mehr Zeit und wurde 21. Felix Leitner kam mit zwei Strafrunden nur auf Platz 37. Julian Eberhard fehlt in Deutschland wegen Rückenproblemen. Der Sieg ging zum zweiten Mal in dieser Saison an Weltcup-Titelverteidiger Johannes Thingnes Bö. Der Norweger setzte sich auch mit einer Extrarunde vor seinem Bruder Tarjei und Landsmann Sturla Holm Laegreid durch, womit er seine Gesamtführung ausbaute.

Im Vorfeld der Rennen waren bei den obligatorischen Tests einige positive Corona-Befunde bei mehreren Nationen verzeichnet worden. Darunter waren vereinzelt auch Athleten, die sich wie die betroffenen Betreuer in Quarantäne begeben mussten.

Von: apa